Archiv der Kategorie: Meine Gedankenwelt

Stadt der Singles

Was für ein Zahlen-Wirrwarr. Berlin ist die Stadt der Singles, denn hier leben über 50% in Einpersonenhaushalten. Bundesweit soll die Anzahl der Singles bei fast 40% liegen. Ich weiß zwar nicht wie das zu einer Statista Umfrage passt laut der fast 50% aller Befragten Single waren, deshalb ignoriere ich das einfach mal. Ist besser so, denn unter 50 Jahren waren dort rund 61% der Männer und 39% der Frauen Single – eine, aus meiner Sicht, wirklich ungünstige und zugleich ungerechte Verteilung. Berlin ist also die Single-Hauptstadt. Überrascht mich das? Ja absolut, denn wer hätte gedacht dass bundesweit lediglich 40% der Bevölkerung Single sind. Ich hätte auf 50, 60 oder 80% getippt. Kommt noch. Warten wir mal bis Generation Z in diese Statistik mit einfließt.

Welche Generation kommt eigentlich nach Z? War keine gute Idee bei X anzufangen und eine noch viel schlechtere bei Y weiter zu machen. Die nächsten Generation müssen dann analog zu Excel-Spalten benannt werden – Generation AA, AB, AC usw. Oder wir erfinden neue Buchstaben. Generation Knuäh – das ist jetzt nur die Lautschrift, weil meine Tastatur noch keine Knuäh-Taste hat. Aber zurück zur Generation Z, nein eins vorher, den Ys. Wir Ys haben Probleme mit verbindlichen Zusagen. Nicht dass wir nicht zusagen können, das machen wir, aber wir haben halt auch kein Problem mit dem Absagen – notfalls auch kurzfristig – wenn sich eine bessere Option zum verabredeten Zeitpunkt auftut. Es ist also eher verwunderlich dass wir überhaupt noch beziehungsfähig sind.

Nehmen wir mal an ich habe ein Date. Ist toll, läuft super, alles prima. Zweites Date, läuft doppelplussupper, alles noch primarer. Vor dem dritten Date sag ich dann, du hör mal, kann heute nicht, sorry, hab jetzt doch ne andere in Aussicht und die ist nicht nur ne 9, sondern sogar eine 9.5, aber hey, ich find dich echt klasse und ggf. komm ich ja mal auf dich zurück wenn das hier doch nicht klappt. Aber halb so wild, da heute jegliche Kommunikation über Whatsapp läuft bleibt einem das Drama erspart. Trotzdem unangenehm. Besser also erstmal das Single-Sein feiern und warten bis der Traumprinz auf einem weißen Ross an einem vorbei galoppiert. Oder man die Traumprinzessin durch einen Kuss aus einem 100-jährigen Schlaf weckt.

Das könnte allerdings zu Missverständnissen führen wenn man jetzt durch die Stadt spaziert und jede schlafende Frau küsst. Allerdings habe ich noch keine schlafenden Frauen in der Stadt entdeckt. Das wäre auch ziemlich unheimlich und ich würde mich fragen weshalb hier alle schlafen. Dann stünde vermutlich eine Alieninvasion bevor, auf die ich weit weniger vorbereitet wäre als auf eine Zombieapokalypse – dazu gibt es nämlich jede Menge Youtube-Videos. Und Prinzen habe ich auch noch nicht durch die Stadt reiten sehen. Haben Prinzen außerdem nicht immer einen Dolch oder Säbel dabei? Glaube das wäre nicht mal erlaubt. Man würde einen Traumprinzen also nur am Pferd erkennen, aber dann wäre jeder Reiter ein Prinz und jeder Mann würde sich ein Pferd kaufen. Wohin dann mit den ganzen Pferden? Das wäre das absolute Chaos. Außerdem hätten wir dann nur noch Traumprinzen und Traumprinzessinnen, was uns wieder zur Ausgangsbasis bringen würde, dass wir eben nicht wüssten wer nun der Traumprinz oder die Traumprinzessin ist.

Es bliebe als wieder nur die „Trial and Error“-Methode, also das bewusste in Kauf nehmen von Fehlschlägen (Scheitern der Beziehung) bis man eine Lösung (funktionierende Beziehung) gefunden hat. Es macht also keinen Sinn eine Option A für eine womöglich noch bessere Option B aufzuschieben, weil wir sonst nie erfahren ob Option B wirklich die bessere ist. Das ist eigentlich eine Art Optimierung die wir da durchführen wollen. Was genau wir optimieren wollen ist mir nicht ganz klar. Lebensglück? Liebe? Der Haken an der Sache, natürlich kann ich versuchen all das zu maximieren, nur kenne ich weder alle Variablen, noch kann ich irgendwelche Nebenbedingungen festlegen. Klar kann ich, aber das wäre völlig sinnfrei, außer man hätte Einblick in alles und jeden. Haben wir aber nicht. Weder weiß ich ob die Party supergeil oder superdoof wird, noch weiß ich ob die nächste Beziehung 70 Jahre oder nur 7 Tage andauert. Wäre natürlich prima wenn man das vorher wüsste, da könnte man sich viel Zeit sparen. Erfahren werde ich es jedoch erst wenn ich auf diese Party gehe oder mich auf diese Beziehung einlasse. Gut falsch. Vermutlich erzählen mir Freunde am nächsten Tag wie geil das auf der Party war oder ich treffe irgendwann die Person mit der ich mich nicht auf eine Beziehung eingelassen habe und ärgere mich dann furchtbar weil ich damals so ein Idiot war.

Plötzlich steppt der Bär zu komischen Beats

Gehe ins Fitnessstudio, komme nach zwei Stunden wieder nach Hause und finde plötzlich eine Menschenmasse vor. Dachte erst „oh, hat sich meine Ankunft also herumgesprochen, bin ja ganz schön beliebt“ – logische Schlussfolgerung, denn wer würde nicht gern Zeit mit mir verbringen. Hab dann aber festgestellt, dass hier eine Art Happening stattfindet. Ne, Google sagt das ist kein Happening, dann weiß ich auch nicht wie man das nennt, halt sehr viele Menschen die sich scheinbar spontan nach und nach versammeln und ich habe nicht die geringste Ahnung warum. Vielleicht liegt es an dem dröhnenden Bass, das wäre dann eine wunderbare Verschwörungstheorie. Gehirnimplantate und Mikrochips die durch einen hypnotisch Gewummere aktiviert werden. Ach in der Hinsicht wünschte ich mir Berlin wäre Wien, da gefällt mir nämlich die Musik deutlich besser.

Ob dieses endlose Feiern etwas mit Verdrängung zu tun hat? Das wäre mir gestern Abend auch fast passiert. Lag im Bett und hatte so den Gedanken „eigentlich bin ich ja ganz gern Single“. Ja, so schnell wird aus einem Beziehungstyp ein unverbindlich, unkompliziert und unverfänglich Typ. Dann viel mir aber zum Glück wieder ein wie schön es ist sich zu verlieben und bin nun doch wieder ein Beziehungstyp. Auch wenn ich für Beziehungen ein total unglückliches Händchen habe. Eine Reise in die Vergangenheit hat mir aufgezeigt, dass ich immer bei Frauen lande, die entweder aus komplizierten Familienverhältnissen kommen oder … ne, immer kompliziert und somit auch selbst immer etwas labil. Wenn man das nur früher merken würde. Aber mit solchen Problemen geht natürlich beim ersten Date keine hausieren, auf dieser Ebene befindet man sich erst nach frühestens einem Monat Beziehung. Ich bräuchte so einen Fragebogen, den die Dates dann beim ersten Treffen ausfüllen müssen und daraus könnte ich dann ein psychologisches Profil erstellen. Das beunruhigt mich ein bisschen.

 

Ich wär gern ein Berliner

Hatte eigentlich vor, in der ersten Woche ganz klassisch Kennedy mit seinem „ich bin ein Berliner“ zu zitieren. Daraus wird aber so schnell nix, die Meldeämter sind auf Wochen ausgebucht. Dachte da geht man hin, zieht ein Kärtchen und wartet dann einfach mal eine halbe Stunde – puh, kann bestimmt hingehen und warten, nur eben auf den Sankt Nimmerleinstag.

 

Apropos Nimmerleinstag, heute ist ja Vatertag. Scheinbar nennt man den aber auch Herrentag. Man braucht also nicht mal Kinder um sich heute richtig betrinken zu können. Stand vorhin bereits auf dem Balkon und habe Ausschau nach skurrilen Selbstbauten gehalten, also zu fahrenden Saufoasen umgebaute Fahrräder, getunte Skateboards – nada, nichts und niemand hat auch nur einen Schluck Alkohol zu sich genommen, stattdessen gehen alle joggen oder nippen Kaffee aus Papp-Bechern. Ich bin ehrlich gesagt etwas enttäuscht. 10 Uhr am Vormittag und bis auf die Schnapsleichen von letzter Nacht keine torkelnden Männer.

Ok, das ändert sich gerade. Sehe die ersten Kühltaschen in Richtung Park spazieren. Erscheinen mir aber teilweise etwas jung diese Väter/Herren. Klar, gibt sehr junge Väter, aber ob wirklich alle ihr Freundin in der Schule geschwängert haben… hmm. Werde mir mal die Definition von Herren raussuchen, von mir ausgehend wird man erst mit ab Anfang 30 vom jungen Mann zum Herren, allerdings werde ich immer auf 28 geschätzt, wenn ich also jetzt aussehe wie 28 und vor 2 Jahren das erste Mal ein Herr wurde, ja dann überfordert mich diese Rechnung gerade, da mein Alterungsprozess scheinbar nicht linear verläuft.

Zumindest bin ich heute mal wieder wach wach. Also nicht einfach nur wach, sondern auch so richtig wach – wach wach halt. Ist eine gefühlte Ewigkeit her seit dem ich das letzte Mal 10 Stunden am Stück geschlafen habe – so fühlt sich also frisch und ausgeschlafen an, herrlich, gefällt mir, werde ich öfter in Betracht ziehen.

Weiß aber auch woran diese erschlagende Müdigkeit lag. Erstmal die letzten Wochen extrem viel Stress und dann Berlin. Unser Gehirn schaltet in einer neuen Umgebung immer in einen Überwachungsmodus, also während die eine Gehirnhälfte schläft, lauscht und scannt die andere Gehirnhälfte unsere neue Umgebung. Verdammt gruslig ich mir das so vorstelle.

Hello Berlin und die Überquerung des Weißwurstäquators

Wohne nun seit etwas mehr als 48 Stunden in Berlin. Gefällt mir hier, auch wenn die Stadt doch deutlich lauter ist als mein schönes beschauliches Dörflein. Da war es an manchen Tagen so ruhig, dass ich zeitweilig, wenn ich mich auf einer philosophischen Irrfahrt befand, sogar die Existenz der Menschheit angezweifelt habe – ja, so etwas passiert mir hier gottseidank nicht.

Vor allem die Tram finde ich klasse. Summe dann beim Einsteigen immer „wir fahren mit der Trambahn durch die Nacht“. Wirklich unglaublich wie schnell und einfach man hier von A nach B kommt. Tram rein raus, super-günstig wohlgemerkt mit einer Monatskarte, und fertig. Vorher immer ewig mit dem Auto rum gegondelt und hier bin ich ohne Auto schneller. Wieso habe ich mir früher überhaupt ein Auto gekauft, ich hätte mir gleich ne Tram kaufen sollen. Das haut einen echt vom Hocker, oder diesen komischen Stuhl auf dem ich sitze.

Bezüglich Stuhl, die Wohnung ist schön und hübsch eingerichtet – in der Hinsicht hat sich dieses Zwischenmieterdingens schon voll gelohnt – Frauenwohnung halt. Nur merkt man das hat auch hinsichtlich der Zweckmäßigkeit. Kein Schreibtisch, hallo? Ist schon saueng auf dem kleinen Esstisch mit Monitor, Tastatur und Maus. Der Laptop musste somit auf den Boden ausweichen, ganz zu schweigen von dem Kabelwirrwarr der sich durch diese suboptimale Konstellation langsam bildet. Gravierender ist allerdings die Fehlplatzierung des Fernsehers. Klar, eine Sitzecke im lichtdurchfluteten Bereich ist gemütlich, aber halt auch absolut unpraktisch – echt hart da vernünftig Playstation zu spielen wenn man kaum was sieht. Besonders nicht wenn der Fernseher mit einem feuchten Lappen gereinigt wurde…. ich glaub das ist so ein Frauending, 1000 Reinigungsmittel im Haus aber davon kein einziges für Monitore/TV-Geräte, zum Glück hatte ich eines eingepackt, sowas muss Mann einfach immer im Haus haben. Kurz, ich brauche dringend eine Lösung um diese große Fensterfront bei Bedarf abzudunkel, das wird mich sonst das ganze Jahr über nerven – vor allem weil ich länger als ein Jahr hier wohne.

Jedenfalls sind Berliner schlanker als die Bewohner im Dorf. Ist mir die letzten Tage aufgefallen. Habe zwar keine Studie durchgeführt, aber meine gefühlte Datenerhebung und -auswertung kamen zu diesem Schluss. Liegt sicherlich an dem Mehr an Bewegung. Bei uns fährt man immer mit dem Auto. 10 km, 1km, 500 Meter – egal, ab ins Auto. Somit reine Bequemlichkeit, die sich vermutlich aus der Notwendigkeit ein Auto zu besitzen heraus ergeben hat.

Vor meiner Abreise wurde ich mehrmals gewarnt, Berliner seien unfreundlich und ruppig und rüde und und und. Ja, finde ich bisher eigentlich nicht. Habe zumindest noch keine schlechten Erfahrungen gemacht, ich tendiere sogar zu einer gegenteiligen Behauptung.

Ach ja, das Berliner Kindl ist ja mal wirklich ein dufte Bier. Ich lebe zwar immer noch abstinent, nur eben nicht so konsequent abstinent wie ich keusch lebe – dummerweise wie ich anmerken möchte. Und das mit den Clubs verstehe ich jetzt noch weniger. War zwar noch nicht auf der Piste (sagt man das so?), aber irgendwie erscheint mir das alles vollkommen unlogisch und weltfremd. Man geht extrem spät weg, bekämpft die Müdigkeit mit koffeinhaltigen Szenegetränken die mit etwas Alkohol aufgegossen werden und wenn dann der Tag erwacht und man KO ist geht man in einen Chilloutbereich…. also spätestens hier sollte man doch auf die Idee kommen, nicht im Club zu chillen sondern einfach Heim ins Bett zu gehen. Ne ne, hier werde ich mir bei Gelegenheit mal eine vernünftige Bar/Kneipe suchen – keine Kneipe Kneipe, sondern halt eine normale Anlaufstelle, mit weniger Club, weniger Techno und mehr vom Tag.

 

 

Berlin: Kurzer Besuch und

Waren ein paar Tage in Berlin. Arbeit und so. Hat Spaß gemacht. Eine Stadt die mir gefallen könnte. Allerdings etwas teuer. Für mich bisher noch nicht ganz nachvollziehbar. Siehe Cola, die schreibt sich dort überwiegend mit „K“ und hat auch nichts mit „Coca“ zu tun. Und trotz des unrealistisch astronomischen Preises, bekommt man in keinem Lokal die günstige amerikanische Variante. Sehr merkwürdig. Ein Handelsembargo gibt es jedenfalls nicht, das habe ich bereits überprüft. Ebenso unverständlich für mich, weshalb total angesagte Restaurants mit mittelmäßigen Essen, mit dafür mehr als überragenden Preisen, so angesagt sind. Bei einer Pizza noch irgendwie nachvollziehbar, Berlin ist ja von Italien doch etwas weiter entfernt als Bayern. Man sieht, bereits der Kurztrip hat einige Fragen zu Sachverhalten aufgeworfen, die für mich völlig unlogisch sind. Dann gibt es eine Bar, deren Türe verschlossen ist, die Fenster verhängt. Man denkt sich „okay, geschlossen“, will weiter gehen und plötzlich öffnet ein adrett gekleideter junger Kellner – ordentlich gescheitelt mit viel Haargel – die Pforten und gewährt Einlass. Schließt jedoch hinter uns gleich wieder ab. Da fragt man sich doch warum und ja wollen die keinen Umsatz machen, denn ist eh tote Hose hier. Wäre mehr los gewesen, wäre mir das bestimmt exklusiv vorgekommen, aber so….. Musste unweigerlich an die Traumnovelle denken, aber glaube darin kam Sex vor und Berlin war – wie alles andere derzeit in meinem Leben – doch eher sexlos. Hätte auch gut zu „From Dusk till Dawn“ gepasst, aber leider wurden wir auch nicht von sexy halbnackten Vampir-Ladies angegriffen. Dafür spazierte eine psychedelische Katze durch die Bar. Äußerst merkwürdig. Vermutlich sollte die Katze einen Zweck erfüllen, aber außer rumliegen und sich obszön zu lecken tat sie eigentlich nicht sonderlich viel. Glaube dass man den Sinn der Katze nur im Rausch erkennt. Unter übermäßigen Alkoholeinfluss erkennt man ja häufig so einiges und je eingeschränkter die Wahrnehmung, desto tiefer die Erkenntnis.

Meine derzeitige Erkenntnis nach den letzten Tagen, Berlin könnte interessant werden. Es gibt für mich aktuell zwei Szenarien: 1) Berlin gefällt mir so gut, dass ich nie wieder weg will 2) Berlin ist so doof, dass ich kein Jahr dort verbringen will. Beurteilen kann ich das noch nicht, aber eine Bekannte meinte, ich sei so der Typ „offener Mensch“ und es würde mir dort bestimmt gefallen. Das hätte mich sicherlich beruhigt, wenn das ganze nicht im Kontext ihrer Beschreibung von Berlin gefallen wäre – und diese Beschreibung erinnerte mich irgendwie an Sodom und Gomorra. Wusste nicht so genau ob das nun gut oder schlecht ist, aber fand es beunruhigend dass sie mich dort gut aufgehoben sieht. Ich muss echt dringend herausfinden welchen Eindruck ich so nach außen vermittle.

Berlin: Der Berg ruft

Ja bin ich froh dass der Prenzlauer Berg kein richtiger Berg ist. Dieser Ortsteil wurde mir nämlich empfohlen. War erst skeptisch, sah mich schon in der Neuverfilmung von Heidi in der Rolle Geissenpeter und habe passend dazu – um mich mental vorzubereiten und einzustimmen – die letzten Tage „K2 – Der Berg ruft“ in Dauerschleife gehört. Aber siehe da, der höchste Punkt im Prenzlauer Berg hat lediglich 91 Höhenmeter. Das ist ja nix. Mir fallen im Moment auch keine Berge ein, die das Wort „Berg“ mit im Namen haben. Ich bin also wieder beruhigt. Berge sind aber auch unnatürlich hoch. Auf einen Berg zu steigen hat was vom Fliegen, nur eben am Boden. Deshalb besteige ich keine Berge, oder irgendwas anderes, was allerdings wieder ein anderes Thema ist – aber ist ja auch Fastenzeit.

Soll jedenfalls ziemlich angesagt sein, deshalb Prenzlauer Berg, dit is amtlich. Ich lerne übrigens schon fleißig Berlinerisch. Wobei für mich „find ich knorke“, Klaue (unleserliche Handchrift), „kannste knicken“ und Klamotte jetzt eher zum Grundwortschatz zählen –  bin übrigens gerade bei „K“ gelandet. An der sprachlichen Barriere wird meine Integration also mal nicht scheitern. Jetzt muss ich nur noch am Klang meiner Stimme arbeiten, wir Bayern klingen dunkler und tiefer. Und das, obwohl ich kaum Dialekt rede. Habe gelesen es liegt an der Betonung, muss ich wohl mal zu einem Logopäden gehen. Wobei ich mir oft unschlüssig bin, ob das nun Umgangssprache oder Bayerisch ist. Siehe „des“ statt „das“. Die Internetforen sind sich hier unschlüssig, zumindest ist es bereits bis nach Hannover vorgedrungen. Oder Schmarrn/Schmarren – dachte immer das sei Bayerisch, aber Duden behauptet das Gegenteil. Somit wäre „des is aber a Schmarrn“, bis auf das „a“ statt „ein“ ja fast normales Deutsch. Man verwirrt mich das. Ich rede aber auch so einen Kuddelmuddel. Wenn ich meine Hunde rufe, dann sag ich meistens „kummts nei“ – was ziemlich fränkisch klingt. Dann kommt mal wieder etwas Österreichisch dazu, wenn ich etwas „pipifein“ finde oder ein Adjektiv mit „ur“ vorangestellt besonders betone – „das war ur geil“. Und wenn ich mich ärgere oder fluche, dann klassisch der Bayer.

Stellt sich außerdem die Frage der Kleidung. Wenn da lauter Hipster sind muss ich mich ja komplett neu einkleiden. Auf der anderen Seite, wenn dort lauter Hipster sind, dann ist Hipster zum Mainstream geworden und ich wäre durch meine zur Schaustellung der Gleichgültigkeit dem Mainstream gegenüber der neue Hipster. Der Hipsterhipster sozusagen. Boah das klingt anstrengend. Ich will kein Hipster sein. Wenn also dort lauter Hipster sind, dann werde ich auch Hipster, um eben kein Hipster zu sein. Das nimmt ja sonst kein Ende.

Berlin: Hiermit bewerbe ich mich…

Jetzt muss ich doch tatsächlich schon wieder Bewerbungen schreiben. Das nervt vielleicht. Außerdem schreibt Nina gerade dass ich dringend gesucht werde. Whaaat? Dieser Spam-Ordner, irgendwann lösche ich den einfach und dann gibt es kein Spam mehr, sondern nur noch E-Mails. Zwar sehr viel mehr E-Mails, das ist mir aber egal, denn dafür bin ich dann ein spamfreier Mensch. Wobei ich mich schon frage ob es dieses Sexlovoo wirklich gibt. Stopp, das heißt anders, mal wieder falsch gelesen. Lese auch oft Anus statt Asus. Einfach mal im Mediamarkt nach dem neuesten Anus fragen. Warum auch nicht. Es gibt keine blöden Fragen. Hat ihr Anus auch Bluetooth? – Natürlich, jeder Anus hat heute Bluetooth. – Menno, alle außer meiner.

Für eine Wohnung bewerben, und dann muss ich sogar noch monatlich Geld dafür zahlen. Eine verkehrte Welt ist das. Hoffentlich gucken sich das die Unternehmen nicht ab, da ließen sich die Gewinne ja verzigfachen. Einfach Geld von den Angestellten verlangen dass sie arbeiten dürfen. Quasi wie eine Freizeitaktivität, nur eben als Arbeit. Arbeiten wird dann was für Reiche, so ein richtiges Luxusgut. Keine Jacht, kein Privatjet oder eigene Villa. Nene, die Superreichen arbeiten dann an der Tankstelle oder tragen Zeitungen aus. Zum Arbeiten sind wir Normalos dann natürlich zu arm. Uns bleibt deshalb eigentlich nur der Konsum, der kostenlos ist. Die Unternehmen brauche ja eine hohe Nachfrage um Arbeitsplätze für die Reichen zu schaffen. Vollkommen logisch.

Die Wohnungssuche läuft jedenfalls. Naja, schleppt, kriecht oder krabbelt – aber immerhin tut sich schon was. Zumindest fast. Ich weiß zumindest dass ich eine Wohnung mit Küche will, bei jeder anderen Wohnung laufe ich Gefahr das nächste Jahr ohne Küche zu verbringen. Habe bereits angefangen durchzurechnen ob sich die Anschaffung einer Küche überhaupt lohnen würde. Dummerweise ja, je nach Küche könnte mich ein Lieferdienst bereits nach einem halben Jahr mehr kosten als die Anschaffung einer neuen Küche – bei einer hochwertigen Küche könnte ich natürlich länger liefern lassen. Hmm, gucke mir wohl noch mal ein paar Küchen im Internet an, die ich dann theoretisch nicht kaufen könnte falls ich eine brauche.

Schnief

Ich werde krank. Normalerweise würde ich sagen, schau mal wie krank ich schon bin, aber sieht mich ja niemand. Wenn ich krank bin werde ich immer ganz quenglig und muss mir anhören nicht so wehleidig zu sein. Die haben leicht reden, sind ja meistens nicht mal krank und wenn dann höchstens bisschen krank – jedenfalls nie so schwer wie ich, mich erwischt’s immer noch mehr. Schonte mich deshalb und arbeitete vom Homeoffice aus. Mache ich aber nicht mehr wenn ich krank bin, hört mich ja keiner wie ich leide und werde auch nicht bemitleidet. Nach 300 Gramm Schokolade – hab es gleich geschafft, 400 Gramm sind mein Ziel – fühle ich mich nun jedenfalls schon viel gesünder. Bin auch nur wegen Schokolade zum Supermarkt gefahren. Sieht man mal wie leidensfähig ich bin. Musste nämlich erst Eis kratzen. Mir unverständlich weshalb sich innen an der Scheibe ständig ein neuer Eisfilm bildet – da wischt und kratz man, und es wird trotzdem mehr und mehr. Hat mich dann an meine Bubble erinnert, meine Blase / Wohlfühlzone. Schön milchig undurchsichtig, abgeschottet von der Außenwelt. War nur leider viel zu kalt, um tiefenentspannt die Milchigkeit zu genießen. Meistens wird man dabei auch gestört, dann rubbelt jemand die schöne Trübheit der Scheibe einfach weg. Dumm wenn es eine blöde Person ist, aber doppelplusgut wenn überhaupt nicht blöd. Fühle mich jetzt nach 375 Gramm nun doch wieder sehr viel kränker, gefühlt sogar kränker als vor der Schokolade.

Ich hab die Haare schön

Bräuchte mal einen Leibarzt. Sehen viele anders, die meinen ich sollte mal zu einem Hirnarzt. Bringt mir aber nichts, das Hirn schmerzt ja nicht, sondern mein Leib. Habe bereits ein paar Diagnosen auf Netdoktor ermittelt, jetzt arbeite ich an den Therapieplänen. Wäre total cool wenn ich noch eine ruhige Hand hätte, dann könnte ich mich sogar unters eigene Küchen-Messer legen. Ich kann ja schließlich nicht wegen jedem Weh-Wehchen zum Arzt rennen. Klar könnte ich, aber nehmen wir mal an, ich würde mehrmals wegen Leistenschmerzen hingehen, er findet allerdings nie was – na, der denkt doch dann auch ich käme nur, weil mir seine Untersuchung im Intimbereich so gut gefällt.
Wenigstens hat er keinen Bart, das würde mich in einer Beziehung total stören – sowohl bei Männern, als auch bei Frauen. Besonders wenn es so ein Flickenteppich-Bartwuchs ist, also untere Gesichtshälfte bedeckt von kleineren Bartinseln, die manchmal miteinander verbunden sind und manchmal nicht. Bartkontinente, die früher mal ein Wir waren, es dann aber nicht mehr miteinander aushielten und getrennte Wege gingen. Aber da ich mich trotz prachtvollem Bartwuchs rasiere, kann ich da auch nicht mitreden.
Ich bin nicht mal bereit eine neue Frisur auszuprobieren. Das Thema kam vor ca. drei Wochen auf, meine Noch-Frau fragte, ob ich mir die Haare nicht mal anders schneiden lassen möchte. Weiß ehrlich gesagt nicht wie man sich kurze Haare anders schneiden lassen soll, außer vielleicht mal lang. Aber lang schneiden ist bestimmt nicht so einfach, obwohl es da sicherlich bald 3D-Drucker-Scheren gibt. Wird eh klasse wenn man alles drucken kann, dann lade ich mir Samstagabend immer eine Pizza aus dem Internet herunter. Natürlich vom Besten Italiener der Welt. Das wird vielleicht abgefahren, aber sowas von!

Boah Titel, keine Ahnung

Werde langsam alt. Gestern klingelte der Smartphone-Wecker, dachte mir „Verf*** Sch***, muss ich jetzt echt in die Arbeit, ist doch Samstag.“. Smartphone sagt aber dass es Freitag 17:59 Uhr ist. Das hat mich erst recht verwirrt, klingelt das Teil nicht eigentlich um 6:15 Uhr. Hat ein Weilchen gedauert bis ich realisiert habe, dass ich am Nachmittag ein Mittagsschläfchen eingeschoben habe – wieso muss es um 18 Uhr auch genauso dunkel sein wie um 6 Uhr morgens, kennt sich doch keine Sau mehr aus.
Passiert mir auch hier im Blog. Frage mich dann, was habe ich geschrieben, was wollte ich schreiben, was habe ich angefangen aber dann aufgegeben (47 Entwürfe) und was habe ich nur in Gedanken formuliert. Echt knifflig. Wie im richtigen Leben, deshalb passiert es auch, dass ich mich gelegentlich, aber wenn dann sehr häufig, wiederhole. Besonders ausgeprägt, wenn ich mich in einem Tunnel befinde, also sehr intensiv mit etwas in Gedanken beschäftigt bin – entweder Zombie oder Papagei.
Hat der Zombie eigentlich erwähnt, dass Pärchen, die 3-4 Mal pro Woche Sex haben, angeblich glücklicher sind als Pärchen, deren Häufigkeit nur bei 1-2 Mal pro Woche liegt? Hat mich gewundert, denn die andere Studie zeigte, dass Sex in einer glücklichen Beziehung mit der Zeit an Bedeutung verliert. Wie lange diese Pärchen bereits zusammen waren wurde natürlich nicht erwähnt. Und auch nicht, ob die sexuelle Interaktion nur mit dem Partner stattfand oder aber, ob sich die 3 – 4 Mal auf verschiedene Liebschaften verteilten.