Archiv der Kategorie: Sport ist Krieg

Diät

Ein tolles Diagramm ist das geworden. Zumindest wenn man mal von der Lücke zwischen dem 5.5. und dem 14.5. absieht. Habe es mit meinem Trainings-/Ernährungstagebuch ziemlich schleifen lassen. Dieser blöde April hat mich da ganz schön zurückgeworfen. Unregelmäßig trainiert und unsauber gegessen. Und die ersten zwei Wochen in Berlin waren nur bedingt besser, zumindest das Training lief wieder nach Plan.

 

Unsauber heißt übrigens, dass mir mein Ernährungsplan sowas von schnuppe ist und ich einfach alles in mich reinstopfe worauf ich gerade Lust habe. Das muss nicht unbedingt ungesund sein, eine Familienpackung Vollkorn-Sandwich-Toast, Quark und ein Glas Nutella zum Abendessen deckt eigentlich eine ganze Palette an gesunder Nahrungsmittel und Nährstoffe ab: Cerealien, Milch, Nüsse, Mehrfach gesättigte Fettsäuren, einfach hungrige Fettsäuren, Eiweiß und und und. Cerealien habe ich übrigens schon lange nicht mehr gelesen und verwende das Wort eigentlich auch nie, aber heute habe ich einen Fertig-Salat im Prospekt gesehen, der wie folgt beschrieben wurde: Zwischenmahlzeit mit leckeren Cerealien im Shaker. Großartig! Kopfsalat, Tomaten, eine handvoll Roggen und ein paar Brösel Dinkel – zack fertig ist der Mittags-Snack.

Es läuft nun also wieder nach Plan, ich musste nur meine Gelüste in den Griff bekommen. Die werden nun hauptsächlich mit Tomaten gestillt. Das sind sozusagen meine neuen Snacks wenn ich noch Hunger habe oder einfach was knabbern will. War also nur wichtig dass mein Kühlschrank die ausreichenden Mengen an Tomaten beinhaltet- außerdem sicherheitshalber etwas mehr Hüttenkäse und Quark.

Habe nur Angst dass ich jetzt schmächtig und dürr werde. Hole nun deshalb beim Wiegen regelmäßig das Maßband aus dem Schrank und messe akribisch meine verschiedenen Körperpartien. Glücklicherweise scheint hauptsächlich der Bauch straffer zu werden. Kraftverlust konnte ich auch noch keinen verzeichnen. Das ist schon mal gut, muss also weiterhin in Fitnessstudio gehen um das zu kontrollieren.

Wieso habe ich eigentlich keinen vernünftigen Spiegel in der Wohnung. Deko-Spiegel… was will ich denn damit, darin sehen kann ich mich nur mit Verrenkungen und nicht mal dann vollständig. Da baue ich mir doch lieber ein Deko-Fenster. Schön vor die Wand ein nettes Fenster, das kann ich dann jeden Tag öffnen und muss dabei nicht mal die Wohnung lüften. Und der Spiegel im Bad ist auch eher minimalistisch ausgefallen. Hat mich eine Stunde meiner wertvollen Lebenszeit gekostet innerhalb der Wohnung einen Platz für mein Smartphone zu finden, auf dem ich bei vernünftigem Licht ein halbnackt Selfie mit Selbstauslöser machen kann. Super unpraktisch.

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Feiertagsstau: Training für das Osterei

Meine Güte, heute war die Bude wieder voll. Augenscheinlich Alibitraining, quasi Fastenzeit vergeigt und jetzt noch schnell die letzten 40 Tage des Fastens und Betens mit dem heutigen Training wieder reinholen. Anders kann ich mir das jedenfalls nicht erklären, denn die meisten der Gesichter habe ich entweder noch nie oder schon länger nicht mehr gesehen – und unser Studio ist wohlgemerkt ziemlich klein, also einfach übersehen ist sozusagen unmöglich.

Erwähnte ich bereits dass wir jedes Gerät nur einmal haben? Mensch das nervt vielleicht, zumindest an Tagen wie diesen. Ich sage nur Supersatz. Da verteile ich extra meine ganzen Klamotten die ich am Leib trage – und zusätzlich mein Handtuch – auf exakt diese zwei Geräte, damit auch ja jeder mitbekommt dass ich in den nächsten 5 bis 6 Minuten hier am Trainieren bin, dann komme ich vom ersten Supersatz zurück zu Gerät Nummer 1 und höre „dein Handtuch habe ich dir dort drüben hingelegt“. Ach Menno, und antworte „Oh danke, das ist aber nett“. Ich kann der älteren Dame einfach nicht böse sein, die macht immer so ein freundliches „Huhu“-Winken wenn ich ins Studio komme und mein „Servus“ in die Runde werfe. Vielleicht ruft sie auch laut „Huhu“, aber da ich bereits meine Beschallung im Ohr habe kriege ich so etwas natürlich nicht mit – registriere aber trotzdem wer nickt, winkt, die Lippen bewegt oder auf andere Weise in Ekstase verfällt.

Jedenfalls war heute nicht nur Würstchenparade – hätte echt gerne mal eine eigene Umkleide, das sind mir einfach zu viele Schniedel auf zu engem Raum; kleines Studio, noch kleinere Umkleide und noch klein… ach ne, das lass ich jetzt mal lieber; aber ist schon unangenehm wenn ich auf dem Weg zu meinem Spind erst mal diverse nackte Körperteile verschwitzter – äußerst behaarter – älterer Männer streifen muss; ja mal ganz ehrlich, müssen die wirklich jedes Mal in die Sauna gehen; glaube ja die kommen nur wegen der Sauna ins Fitnessstudio; für so viel verschwitze nackte Männerhaut bin ich definitiv zu prüde oder zu jung oder sexuell zu unflexibel – jedenfalls war heute auch Nippelschau. Ja, da spitzen die Männer normalerweise ihre Lauscherchen wenn sie so etwas hören. Aber ich sag mal – mööööööp. Es waren natürlich Männertitties und Männernippel. Also erzählen sollte ich das ja niemanden, erst diese neuen anstößigen Sex-Schaukel-Fitness-Ja-Was-Weiß-Ich-Was-Das-Für-Perverse-Geräte-Sind, schwitzige nackte Männerhaut, jetzt Männerbrüste. Ich trau mich da abends bald nicht mehr rein wenn das so weitergeht. Vermutlich bin ich gar kein Mitglied im Fitnessstudio, sondern im örtlichen Swingerclub und das ganze dient nur zur Tarnung. Naja, jedenfalls wanderten die Tank-Tops – da muss ich immer lachen, warum weiß ich leider nicht, aber Tank-Tops, ach du liebes Lieschen – heute immer weiter nach unten, was dann die kleinen Braunen-Dinger zum Vorschein brachte. Wieso man bereitwillig für so einen Stofffetzen 40 Euro bezahlt ist mir nicht ganz klar, bei KiK oder Takko bekomme ich für das gleiche Geld ungefähr 100 T-Shirts oder so.

Auf die „Oh ist das schwer“-Dame, laut Autokennzeichen ist sie Ende 20 – habe ich erwähnt wie klein unser Studio ist? Der Parkplatz ist auch nicht viel größer – habe ich vor ein paar Tagen auch reagiert. Wieder kam ein „oh ist das schwer“ und noch irgendwas, aber ich habe ehrlich gesagt nicht richtig aufgepasst. Wollte nicht wieder unhöflich sein, habe deshalb etwas ausführlicher geantwortet „mhm, ja, hmm, kommt mit der Zeit“. Hatte Angst dass das kein Ende nimmt und ich mich irgendwann in der Fortsetzung von „Und täglich grüßt das Murmeltier“ wiederfinde. Gut, um ehrlich zu sein bin ich für den Bruchteil einer Sekunde – vielleicht auch etwas länger als einen Bruchteil – in einem Tagtraum versunken und habe mich gefragt, ob ich dieser Unterhaltung etwas aufgeschlossener gegenüber stünde, wenn sie ihre Freundin – die trainierte direkt hinter ihr; hab ich erwähnt wie klein unser Studio ist? – mit ins Boot holen würde….. Wo war ich stehen geblieben, bin kurz in Gedanken abgedriftet. Ach ja, nein, änderte nichts daran. Warum eigentlich nicht. Ach ja, beide nicht mein Typ. Wobei Minus Mal Minus zu Plus wird, vielleicht wäre also nicht mein Typ und nicht mein Typ zu voll mein Typ geworden? Aber erst mal so weit kommen und dann wäre nicht mein Typ und nicht mein Typ am Ende zweimal nicht mein Typ geworden, ja da hätte ich mir dann aber ganz schön was eingebrockt, aus so einer Nummer muss man dann auch erst mal wieder rauskommen, deshalb will ich da gar nicht erst reinkommen.

Bin beim Training, bitte nicht stören. Buchungsanfragen unter der Nummer…

Typisch Frau. Redet mit mir und ich verstehe wie üblich nur Bahnhof. Wüsste schon gerne was sie von mir will, aber ich höre nur „feel the power of a warrior! fight fight fight fight“. Seufze also, lege die Hanteln ab, nehme die Stöpsel aus dem Ohr – Volbeat höre ich übrigens inzwischen echt gern, „Call of the Warrior“ passt einfach zum Training – und gebe höflich mit einem „hä?“ zu verstehen, dass ich jetzt ansprechbar bin, was implizit signalisieren soll, sie möge nun mit mir sprechen oder für die nächsten 60 Minuten schweigen. Letzteres wäre mir ehrlich gesagt lieber, aber so viel Glück habe ich wohl nicht. „Das ist aber schwer.“…. wie jetzt, das war alles, ernsthaft? Alter!!! Und nur um mir zu sagen, dass ihr das vom Vorgänger verwendete Gewicht zu schwer ist … ach, hör doch auf. Gebe ihr mit einem „mhm“ recht, auch wenn ich keine Ahnung habe wie schwer denn nun schwer ist, warte kurz ob da noch mehr kommt, glaube dass auch sie wartet ob da noch mehr kommt – nope, muss Sauerstoff für den nächsten Satz (Training, nicht Wörter) sparen – sie wirkt etwas verunsichert, dreht sich zu ihrer Freundin, ich schiebe mir derweil die Stöpsel wieder ins Ohr. War doch eine angenehm lockere Unterhaltung, Smalltalk kann ich eben. Außer ich habe keine Lust… oder Nerven dafür, beispielsweise wenn ich mit leicht roter Gesichtsfarbe, voller Körperanspannung, konzentrierter Atmung, Stöpsel im Ohr und Hanteln über dem Kopf gerade die letzten Kraftreserveren mobilisiere!!1!ölf!!!

Leute gibt’s, ne ne ne. Da war mir der ältere Herr – wirklich uralt, schätzungsweise so alt wie Gott – in der Umkleide, der wissen wollte ob es dieses „MP3-Player“-Gerät auch mit anderen CDs gibt, ja tausendmal lieber – gut, so alt wie Gott war er nicht, aber 1000 könnte er tatsächlich schon gewesen sein. Liegt vermutlich am Frühling. Also das mit den Frauen. Oder an meinem wirklich extrem knackigen Hintern. Ich mach mir da natürlich nichts vor, es liegt definitiv an meinem Hintern. Selbst ich kann da manchmal nicht die Hände von lassen und fasse ihr nur an, weil ich es darf und wohlgemerkt kann. Achte deshalb nun auch stets auf eine betonte Körperhaltung. Ich denke die Form meines Allerwertestens verdanke ich einer gesunden Mischung aus Sport und Müsli. Müsli gibt’s meistens abends nach dem Training und besteht aus zwei Packungen Cookies und einem Liter Milch. Ein richtiger Vitamin-Schock ist das. Es ist also nicht weiter verwunderlich, dass die Frauen in meinem Fitnessstudio langsam alle „rollig“ werden. Glaube ich zumindest. Bin mir wie üblich nicht sicher. Könnte also sein dass ich angebaggert wurde und werde, oder eben auch nicht. Das weiß man ja nie so genau und findet es in der Regel erst heraus, wenn man dann in einer Beziehung ist oder es total verkackt hat. Wäre natürlich prima wenn doch, dann könnte ich mich ja mal bei einem Escort-Service bewerben – für gutbetuchte Damen versteht sich, weil ich schon ziemlich teuer wäre. Hochschulabschluss, Allgemeinbildung, Charme, Humor, athletischer Körper – also wäre ich eine Frau, ich würde mich ja sofort buchen.

Hallo Frühling

War schön warm heute. Ist eigentlich noch Winter? Computer sagt ja. Bin ich froh dass es die Klimaerwärmung gibt. Hatte schon meine Zweifel, weil es zwischenzeitlich so kalt war. Zum Glück lasse ich mich von Verschwörungstheorien nicht manipulieren, hab genügend eigene auf Lager. Glaube zum Beispiel dass Recycling nicht der Umwelt dient, sondern uns nur beschäftigen soll. Und auch nicht dass es 1,37 Milliarden Chinesen gibt. Höchstens ein paar Hundert, maximal ein paar Tausend. Betrifft übrigens alle asiatischen Staaten. Schon mal einen japanischen oder indischen Film gesehen?`Da spielen vielleicht fünf Schauspieler mit. Ständige Verwechslungsgefahr, bin dann immer ganz verwirrt wer nun wer ist oder wer war. Leider ist es mir bisher nicht gelungen einen dramatischen Facebook-Post zu schreiben, der dann 50.000 Mal geteilt wird. Hätte ich soviel Talent, würde ich auch gleich das Gerücht streuen, mein Haus als Flüchtlingsunterkunft anbieten zu wollen. Was eigentlich gar nicht mal so abwegig ist, nur habe ich überhaupt keine Ahnung wie das funktioniert – ist aber bestimmt saumäßig kompliziert. Das würde jedenfalls meine Verhandlungsposition beim Verkauf des Hauses enorm stärken.

Schade übrigens dass der Fasching bald zu Ende geht. Hab erst vor einer Woche realisiert dass er bereits begonnen hat. Fände es besser Fasching wäre im Sommer, dann könnte ich als Superman gehen. Bräuchte nur ein sexy rotes Höschen, rotes Cape und rote Stiefel – das restliche Kostüm würde ich dann auf meine nackte Haut malen. Six-Pack und Muskeln hab ich ja bis dahin hoffentlich. Wobei ich es nicht mag wenn man bei so engen Hosen die Konturen meiner Genitalien sieht. Eigentlich zeichnen sich die bei fast all meinen Hosen ab. Vielleicht stimmt was nicht mit mir, werde besser mal zum Arzt gehen und mich untersuchen lassen – kann ja nicht sein dass man fast immer so eine Rundung sieht. Bräuchte irgendwie so eine Klemmhose, also eine die das verbirgt.

So sieht also der Plan aus, ich werde Adonis 2.0. Ein bisschen Größenwahn ist bekanntlich gesund, Selbstverliebtheit übrigens auch – das lässt einen so schön über allen anderen stehen. Probiere ich jetzt gelegentlich aus, erziele damit bisher gute Ergebnisse. Wenn meine Freundlichkeit bei einer Person nicht fruchtet, bin ich beim nächsten Mal einfach arrogant, arschig und von oben herab – beherrsche ich erstaunlicherweise ziemlich gut, bin einfach ein menschliches Chamäleon und super anpassungsfähig. Und siehe da, jetzt sind die auf einmal nett zu mir und nehmen mich wahr. Je desinteressierter ich bin, desto interessierter werden die dann auf einmal – also ganz ehrlich, die sind ja sowas von verkorkst.

Um mein Ziel zu erreichen preppe ich jetzt. Bin ich froh dass ich so viel fernsehe, sonst wüsste ich gar nicht was Prepper sind. Ein Freund von mir sieht nicht so viel fern, kannte keine Prepper und wird vermutlich irgendwann dumm sterben – hat er davon. Im Grunde koche ich eigentlich nur eine Woche im voraus, aber preppen klingt viel besser. Befülle sonntags nun also immer zehn Frischhalteboxen mit Mittag- und Abendessen für Montag bis Freitag, und die landen dann in der Gefriertruhe. Schmeckt warm erstaunlicherweise echt gut. Habe es die ersten zwei Tage mittags kalt probiert, war nicht so toll – der Reis schmeckte extrem fad und das Fleisch war mittig noch gefroren. Packe nun mal meine Boxen und nehme mit…

Zu jeder Stunde jemand anders

Das Einzigste (Neudeutsch) was mich am neuen Job ärgert, meine Trainingszeiten haben sich auf 19 bis 21 Uhr verschoben. Treffe nun also die angefreundeten Mitglieder nur noch am Wochenende – btw. der Kauf von „Wie man Freunde gewinnt“ von Dale Carnegie hat sich nach Jahren also endlich bezahlt gemacht und das, obwohl ich es nicht mal gelesen habe.
Gestern also erneut der/die Pussy getroffen. Weiß zwar nicht wie ein Hippster genau auszusehen hat, aber so stelle ich ihn mir zumindest vor. Möglicherweise bin auch ich der Hippster, damit gleichzeitig auch die Pussy, und definiere Hippster grundlegend falsch; wobei Hippster nicht automatisch Pussy ist oder umgekehrt. Vielleicht schließt sich beides auch gegenseitig aus, oder noch schlimmer, es hebt sich gegenseitig auf, somit gibt es weder Hippster noch Pussys. Lügenkresse!!1!!elf.
Der 2 Meter Hüne schlägt immer kurz nach mir im Fitnessstudio auf. Chucks!!, kurze Sporthosen und beiger grobmaschiger Wide Neck Strickpullover !!!11eins!. Sieht schon schnieke aus, bisschen schwul – sorry, Klischee – aber wenn er meint. Dann werden theatralisch die Fitnesshandschuhe angezogen, quasi „jetzt geht’s gleich richtig dicke los“. Hab sowas leider nicht, werde mir aber heute Nachmittag die Wollfäustlinge mitnehmen, die ich letzte Woche in einer Winterklamotten-Schublade gefunden habe – wusste gar nicht dass ich so eine Schublade habe, die Handschuhe waren somit wie ein unerwartetes Geschenk und einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul, was absolut logisch ist, bin ja kein Zahnarzt.

Stolzierte dann jedenfalls immer wie ein Pfau auf und ab – sind Pfaue eigentlich aggressiv? Und wenn ja, schlägt er mir dann ein Pfauenauge? Geschlagen wurde jedenfalls nichts, auch kein Rad. Dafür wurde gestöhnt. Er, nicht ich. Wer stöhnt eigentlich beim Sex? Jeder, mehr die Männer, mehr die Frauen? Und wieso weiß ich nicht wie man einen Orgasmus vortäuscht, später mal ein YouTube-Tutorial suchen, dann kann ich beim nächsten Mal kräftig mitstöhnen. Könnte allerdings missverstanden werden. Unser Trainingsraum ist abgeschottet, bzw. man sieht halt nur rein wenn man reingeht, außer das Licht ist aus oder man hat die Augen zu oder ist blind – dann sieht man auch beim Reingehen nix. Ein gemeinsames Stöhnen könnte sich also im ersten Moment von außen verstörend anhören. Zumindest wenn man homophob ist, die ein oder andere Frau fände das vielleicht sogar sexy. Eine Ex fand das spannend, aber da musste ich leider passen. Vielleicht war das Stöhnen auch ein Grunzen, nehme es am Besten beim nächsten Mal auf, darf es dann aber nicht ins Internet stellen, hernach stolpert so ein Bio-Antro-Irgendwas-loge-Forscher darüber und hält diesen Urlaut für eine unbekannte Spezies.

Fit mit Fitnessbruder durch die Woche

Ich befolge brav die Anweisungen meines Bruders. Ernährungs- und Trainingsplan werden konsequent eingehalten. Funktioniert extrem gut, deutliche Leistungssteigerung und die Form wird auch besser. Ich soll nur keine Wissenschaft daraus machen. Das ist für mich allerdings unlogisch und anstrengend. Ich mag mittags keine gefühlte 50 Gramm Reis essen, wenn mein Plan exakt 50 Gramm vorsieht. Bisschen umständlich ist das schon, geb ich ganz ehrlich zu, denn ich koch immer 150 Gramm (Mittag und Abend), wiege dann den gesamten gekochten Reis und nehme davon ein Drittel. Da muss man echt fix sein, dampfender Reis verliert ja unglaublich schnell an Gewicht – 490 Gramm, 483 Gramm, 475 Gramm – eine Herausforderung. Oder wenn es heißt vor dem Training einen Eiweißshake. Ist eine Stunde oder 30 Minuten vorher? Ist egal, trink einfach. Ich finde das ja ein wenig ungenau. Außerdem hat Sport sehr viel mit Wissenschaft zu tun.

Gefühlt würde ich sagen, dass wir manchmal beide nicht so genau wissen was ich jetzt eigentlich so mache. Deshalb wurde ich nun gefragt, was ich eigentlich so mache. Diät oder Masse? Na das wenn ich wüsste. Er wüsste es auch nicht, da ich mich beharrlich weigern würde mich im Fitnessstudio obenrum zu entblößen. Das wird auch nie passieren. Schicke deshalb ein halbnackt Selfie an. Ernte dadurch Spot und Häme meines zweiten Bruders, wieso erzähle ich sowas auch. Antwort von Fitnessbruder: Oha. Stark *Bizeps-Arm Emojii*. Bin etwas unschlüssig ob das nun ironisch gemeint ist. Nein ist es nicht, gute Vorschritte und besser als bei den meisten Anderen im selben Zeitraum. Yes, Strike! Machen nun also Masse. Nutze auch gleich die Gelegenheit um ihm zu beichten, dass ich am Samstag eine 10er Packung Knoppers verputzt habe. Passt. Und 400 Gramm Schokolade. Auch ok. Und 2 Döner. Ok, aber jetzt wieder ein Weilchen nach Plan. Läuft!

Dies und das

1. Glitschphones

Mein Smartphone ist total schick. Beidseitig glänzend schwarz. Deshalb fällt es mir auch oft schwer die Vorderseite ausfindig zu machen. Morgens besonders schlimm. Da dreh und wende ich das Ding, finde aber diese verflixte Taste für die Tastensperre nicht. Die Kompatibilität meines Smartphones mit der Hosentasche meiner Jogginghose lässt ebenfalls zu wünschen übrig. Entweder ist die Hosentasche zu klein oder das Smartphone zu groß, ich weiß es nicht, jedes verfl***te Mal wenn ich mich hinsetze fliegt das Smartphone auf den Boden. Vielleicht fehlt auch einfach nur der Grip, denn mein Smartphone fällt immer zu Boden. Es gleitet – es gleitet aus den Händen, vom Nachttisch, vom Bett – egal wo, vermutlich könnte ich es auf den Boden legen und es würde nur zum Trotz kurz aufspringen, um sich im Anschluss noch mal richtig schön fallen zu lassen. Ich vermisse mein Nokia 3310.

2. Leichtes Übergewicht

Man sollte den BMI löschen. Ganz, vollständig. Einfach vergessen und nie wieder darauf zurückkommen. Seit dem Erwachsenenalter bin ich immer an der Grenze zu „leichtes Übergewicht“. Nun habe ich diese Grenze überschritten und habe „leichtes Übergewicht“….. not. Kann tatsächlich nur die Spiegelmethode empfehlen. Gibt sehr viele gute Referenzbilder – natürlich unterschiedliche für Männlein und Weiblein – die eine wesentlich bessere Auskunft über den Körperfettanteil geben.

3. Schnee

Kalt, ich friere, mein Rücken schmerzt. Ich mag kein Winter. Ich hasse Schnee. Sollte mal eine ergonomische Schneeschaufel kaufen… mein Rücken. Viele finden das Schneeräumen toll, sportliche Betätigung und so. Es ist nicht toll, es ist ungesund. Genau wie Gartenarbeit. Im Fitnessstudio achte ich fünf Tage pro Woche darauf, eine gesunde Körperhaltung einzunehmen, um mich nicht zu verletzen. Dann muss ich irgendwas im Haus oder Garten machen, und zackdibumms… Aber wenn das alle so toll finden, sollte ich vielleicht so eine Art Sportcamp eröffnen. Löcher Buddeln, Löcher zuschütten, Äste schneiden, Schnee räumen und und und.

4. Zwillingsbruder

Wurde nun erneut gefragt ob wir Zwillinge sind. Also ich und mein jüngerer Bruder. Nein. Wer sei denn der Ältere. Sagte einfach mal raten. Waren sich unschlüssig. Bin entweder junggeblieben oder er extrem schnell gealtert. Die 6 Jahre Unterschied fallen zumindest nicht weiter auf.

Im Januar tut sich was

Ärgerlich. Vor ein paar Tagen etwas bei Facebook gesehen und finde es nicht mehr. Wieder in den unendlichen Weiten meiner Timeline verschwunden und nicht mehr auffindbar. Es ging um sportliche Vorsätze für das neue Jahr und die durchschnittliche Anzahl der Besuche im Fitnessstudio. „Gefühlte Wahrheiten“ aus dem SZ-Magazin? Eine echte Info-Grafik? Ich weiß es einfach nicht mehr. Im Januar gehen die Leute im Schnitt 16 Mal, im Februar…8 Mal??, im März noch …4 Mal??… irgendwie so.

Unser Fitnessstudio wird momentan überrannt. Könnte auch an den vielen Probetraining-Wochen liegen, die in Unmengen als Gutscheine mit der Post versendet wurden. Genau lässt sich das allerdings nicht sagen, denn ich arbeite ja nicht dort. Und selbst wenn wäre es eher eine gefühlte Auswertung, denn Verträge und so Kram werden nur analog gespeichert.

Wo bleiben nun eigentlich die ganzen Statusmeldungen:

  • Max Mustermann ist hier Gym Nasty Fit
  • No pain, no gain
  • Yo can have results or excuses not both

Ist das nun OUT weil Fitness IN ist? Und wann starten wieder diese unzähligen Fitness-Events:

  • 1000 Tage Bauch weg Challenge
  • 500.000 Klimmzüge Challenge
  • 3 Milliarde Liegestütze Challenge

Giggidigaggidi uh, oh, ah, machst du das auch, guggidi, hab das auch gemacht, schnickedischnack. Na das war ja peinlich. Plötzlich hat jeder an diesen Social Media Sport Events teilgenommen, aber ich kenne niemanden der dadurch seine Liebe zum Sport entdeckt hat. Vollkommen klar, diese Events laufen 100 Tage und danach ist es vorbei. Wenn also der Ansporn darin bestand, der Welt jeden Tag aufs neue zu verkünden dass man noch fleißig dabei ist, und plötzlich endet die Challenge – da muss man ja in ein Loch fallen. Hier sollte man mehr Aufklärung betreiben und Warnhinweise zur Pflicht machen: Teilnahme an dieser Challenge kann zu Depressionen führen.

Ich fand die „Bier auf ex“ oder „Ice Bucket“ Challenges jedenfalls besser. Waren zwar keine angekündigten Events, sondern Lauffeuer – dafür aber um ein vielfaches unterhaltsamer.