Ein erektionales Phänomen

Wir Männer kennen es, viele Frauen wissen es, just wird nachts unsere horizontale Schlaflage, um einen vertikalen Standpunkt erweitert. Der naive Betrachter wird annehmen, es handle sich um das freudige Ergebnis, eines höchst angenehmen Traumes oder fühlt sich gar geschmeichelt. Ein lustvolles Problem, welches sich alleine oder zu zweit leicht lösen ließe.
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Pass auf wo du hinsteigst, da vorne steht ein Fettnäpfchen!

Ich sitze im Wintergarten, genieße die ersten Sonnenstrahlen des Tages und trinke eine Tasse frischgebrühten Kaffee. Meine Frau ist im Bad, zumindest war sie da vorhin noch, inzwischen könnte sie die Koffer gepackt haben und über alle Berge sein. Einen kurzen Moment lasse ich diesen absurden Gedanken auf mich wirken, verwerfe ihn aber gleich wieder. Ertappe mich dann aber doch dabei, wie ich auf meinem Smartphone versuche herauszufinden, ob es die Sendung „Bitte melde dich“ noch gibt. Dann stelle ich mir vor, wie ich mit einer handvoll Kinder, die ich mir von Verwandten und Freunden ausgeliehen habe, eine rührselige Geschichte zum Besten gebe. Im Rampenlicht des Medienrummels wird mein eigentliches Potenzial erkannt. Interviews, Talkshows, meine Geschichte als Spielfilm, eine neue Staffel des Bachelors, ich in Hollywood, ich…
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„Nur wer die Sehnsucht kennt“

Das ist ist ein wunderschönes, aber auch trauriges, Gedicht. Gerade die ersten Zeilen sind so einprägend und voller Wahrheit:

„Nur wer die Sehnsucht kennt,
Weiß, was ich leide!“

Eine so simple und doch tiefgründige Erkenntnis, auf die man erst einmal kommen muss. Mein Leben war immer geprägt von der Sehnsucht, geliebt zu werden. Ich denke dann immer an die letzten Zeilen von „Willkommen und Abschied“:

Und doch, welch Glück, geliebt zu werden,
Und lieben, Götter, welch ein Glück!.

Jeder von uns sehnt sich nach Liebe. Und jeder der das Gegenteil behauptet, hat vergessen was Liebe eigentlich bedeutet. Vermutlich ist unser Leben zu leicht geworden und wir zu bequem. Nicht mehr viele machen sich die Mühe, für eine Beziehung zu kämpfen. Daran zu arbeiten, dass die Herzen wieder im Takt schlagen und man gemeinsam durchs Leben schreitet. Es geht doch auch einfacher! Wir belügen uns selbst, indem wir behaupten, dass wir alleine glücklich sein können. Natürlich können wir das, aber noch glücklicher könnten wir in einer intakten Beziehung sein. Wir alle verändern uns mit der Zeit, deshalb ist es wichtig zu lernen, wie man liebt. Verlieben ist einfach, zu lieben hingegen, ist alles andere als einfach. Liebe macht glücklich, Liebe kann aber furchtbar anstrengend sein. Aber sobald es anstrengend wird, machen wir Schluss und sehen nach vorne. YOLO! Ein neues Lebensgefühl beginnt. Single sein ist IN, die Institution der Ehe zu altmodisch:

Drum prüfe, wer sich ewig bindet,
Ob das Herz zum Herzen findet!
Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang.

Sich ewig binden? Ein schauerhafter Gedanke in unserer kurzweiligen Welt.

Wir lieben uns, müssen aber nicht alles verstehen

Es ist Wochenende, meine Frau ist zuhause und ich vertreibe mir meine Zeit mit Männersachen. Mit anderen Worten, ich sitze am Computer und bin über einen SSH-Zugang mit meinem Linux-Server verbunden. Oder wie sie es liebevoll anderen Leuten beschreibt: er sitzt vor seinem Monitor und schaut auf ein schwarz/weißes Fenster mit viel Text. Ja, das stimmt. Ich habe nämlich festgestellt, dass mir True Color mit seinen 17 Millionen Farben gar nicht so gut gefällt, deshalb stelle am Wochenende meinen Monitor gerne mal auf Monochrom um.
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Ganz schön haarig

Meine Frau hat schöne lange Haare, aber erst nach dem Zusammenziehen habe ich gemerkt, wie viele sie davon hat. Plötzlich finde ich überall lange Haare. Auf meinen Klamotten, in meinen Klamotten – wie zum Henker kommen die in meine Unterhose? – im Filtersieb des Wäschetrockners, auf den Sitzen im Auto. Irgendwann dachte ich mir, hmmm, sind ja ziemlich viele Haare und habe dann angefangen die Haare einzusammeln und aufzuheben. Sicherlich würde sie die alle bald brauchen wenn das so weitergeht. Kritisch habe ich wochenlang den Haarbestand auf ihrem Kopf beobachtet, konnte aber keine Anzeichen für kahle Stellen entdecken. Habe dann die Webseiten von verschiedenen Perückenmachern wieder aus meinen Favoriten im Browser gelöscht und kehrte beruhigt zum Alltag zurück.
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Hilfe, wir ziehen zusammen!!!

In jeder Beziehung kommt der Moment, an dem Beide den Wunsch entwickeln, endlich zusammenzuziehen. Es klingt romantisch, man freut sich darauf, aber Mann hat keine Ahnung, was da auf ihn zukommt.

Im Internet suche ich eine Wohnung heraus, die ausreichend Platz verspricht und nicht zu teuer ist. Als ich sie ihr zeigen will, erwartet mich bei ihr bereits ein Browserfenster, in dem gefühlt eine Millionen Tabs geöffnet sind. Mir wird klar, das kann länger dauern. Also setze ich mich hin und schaue mir alles an. Fest steht, ich suche eher pragmatisch, sie sucht eher schön. Kein Problem, wir einigen uns, ich kontaktiere die Makler und los geht die Odyssee. Die Türrahmen sind nicht schön, der Fußboden zu dunkel, das Bad zu klein, die Küche zu alt, zu wenig Tageslicht, zu viel Tageslicht, kein Balkon, Balkon zu klein, Garten der mit Nachbarn geteilt wird…. puh, ganz schön anstrengend so eine Wohnungssuche. Natürlich unterstütze ich sie tatkräftig dabei und prüfe vor jeder Wohnungsbesichtigung wie schnell unser Internetanschluss dort wäre. Vorort prüfe ich dann, wo der Internetanschluss ist und ob eine WLAN-Abdeckung für die komplette Wohnung möglich ist. Als absoluter Fachmann prüfe ich dann auch noch, ob wir Kabel- oder SAT-TV hätten. Ist auch wichtig! Wir finden eine Wohnung, die uns beiden gerecht wird und weiter geht die Reise.

Wir kaufen ein paar Möbel, ziehen um und fangen an es uns gemütlich zu machen. Das heißt für mich: Ist der Fernseher ausreichend groß für das neue Wohnzimmer, wo könnte man die Surround-Anlage platzieren und wie kann ich unser WLAN verbessern. Falscher Ansatz.
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It’s all about sex

Ok, offiziell kommt nur der Frühling, aber irgendwie läuft es auf das Gleiche raus. Gerade habe ich gelesen, dass Männer im Frühling und Sommer mehr Testosteron produzieren und wir uns dadurch wohler fühlen würden. Wirklich? .. Ernsthaft? … Muss das sein? Och nö.

Mein Körper fängt an größere Mengen Sexualhormone zu produzieren und ich habe keine Sex. Sind ja super Aussichten für die nächsten Monate. Vielleicht sollte ich einen Urlaub in Erwägung ziehen, mal gucken wo es derzeit richtig schön kalt, trist und deprimierend ist.

Ein Bekannter hat damit wohl weniger Probleme, er ist der Meinung, ich zitiere: „Wer denkt Sex sei besser als Masturbation, der hat noch nie in seinem Leben richtig masturbiert.“. Puh, ja, hmmm, was soll man dazu noch groß sagen, außer vielleicht: einer von uns macht da was verkehrt. Ich möchte mir nicht anmaßen zu beurteilen, wer von uns beiden hier was oder warum verkehrt macht. Ich habe einen Verdacht, den ich aber nicht äußern möchte ohne ihn mit Belegen zu untermauern. Und darauf bin ich jetzt nicht sonderlich scharf.

Google sagt, Lakritze senkt den Testosteron-Haushalt. Lakritze ist für mich wie Red Bull Cola. Es schmeckt komisch, man weiß nicht so recht ob man es mag, deshalb probiert man es immer wieder – eine Art Hassliebe. Zweiter Vorschlag, Alkohol. Very nice! Aber von Alkohol lasse ich die Finger, denn er bringt meine dunkle Seite hervor. Alkohol offenbart mein wahres Gesicht, eins, für das ich mich schäme. Denn wenn ich Alkohol trinke, dann werde ich furchtbar lustig und will immer Party machen. Das ist ganz schlimm mit mir. Das fand auch meine Frau, deshalb trinke ich nur sehr selten und auch dann nur unter Laborbedingungen – also zu Hause.

Jetzt wird mir aber klar, warum es immer heißt, dass Männer ständig an Sex denken würden. Ist ja klar, wenn die Natur, was auch immer sie sich dabei gedacht haben mag, mich für ein halbes Jahr mit Sexualhormonen förmlich vollstopft – an was soll ich denn dann sonst denken. Hier steht, Männer denken durchschnittlich 34 Mal pro Tag an Sex. Leider steht nicht dabei, ob diese Studie in den traurigen Wintermonaten oder den brünstigen Sommermonaten stattfand. Kann man eigentlich nur hoffen, dass es im Winter war. Ich mag mir nicht vorstellen welche exponentielle Steigerung bei einem übersteuertem Hormonhaushalt stattfinden würde. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass die Teilnehmer dieser Studie Single waren. Ich wäre ja lebensmüde, wenn ich mit einem „Ich-denke-gerade-an-Sex“-Zähler herumlaufen würde, den ich immer drücken muss, wenn ich an Sex denke und zuhause meine Frau auf mich wartet. Ich gehe morgens mit „1“ aus dem Haus und komme abends mit „25“ zurück – dieser Person wünsche ich viel Spaß dabei, diesen Sachverhalt plausibel zu erklären.

Dating – erfrischend ehrlich sein!

Meine Frau hat vor ein paar Monaten gesagt, ich sei ein Blender gewesen. Ich hätte vorgegeben jemand zu sein, der ich nicht bin. Habe ich das? Bin ich ein Blender?Ehrlich gesagt, ich habe keine Ahnung. Es hat mich aber verletzt und mir auch zu denken gegeben.

Meine Theorie ist, jeder blendet am Anfang, unbewusst. Denn, wenn sich jeder von uns beim Kennenlernen erst einmal von seiner schlechten Seite präsentiert, und die hat jeder, dann denke ich, wäre der Mensch bald eine Spezies, die vom Aussterben bedroht ist.

Vorbereitung auf ein Date

Das Blenden beginnt ja bereits bei der Vorbereitung auf ein Date. Zuhause trage ich etwas gemütliches, zumindest die meisten die ich kenne, in der Arbeit etwas passendes, beim Weggehen etwas schönes und beim Date etwas besonders schönes. Sowohl Männer, als auch Frauen, geben sich bei  Dates sehr viel Mühe, um ganz besonders gut auszusehen. Da wird geduscht, rasiert, eingecremt, parfümiert, geschminkt, die Haare gemacht, Klamotten durchprobiert und so weiter. Manche dieser Sachen sogar mehrfach hintereinander, wenn man unzufrieden mit dem Ergebnis ist. Und was ist mit kaschieren? – Stichwort Pickel oder Wonderbra.

Wollen wir also beim ersten Date ehrlich sein, treffen wir uns beim ersten Date direkt nach der Arbeit, ohne uns vorher zu Hause frisch zu machen. Also genauso, wie wir uns im Alltag daheim antreffen würden, wenn wir zusammen wohnen.

1. Wo findet das Date statt?

Wir gehen gemeinsam ins Kino

„Welchen Film sehen wir uns an, was hältst du hiervon? – Ja, können wir uns gerne ansehen.“ Break! Wenn wir nicht blenden wollen, kann das ganz schön anstrengend werden einen Film auszuwählen, den wir beide wirklich sehen wollen. Es setzt voraus, das aktuell wirklich ein Film läuft der uns beide interessiert.

Ehrlich wäre zu sagen, „nö, den Schauspieler mag ich nicht“, „nö, Liebesfilme finde ich doof“, „nö, der hat keine guten Bewertungen gekriegt“ oder „nö, der interessiert mich nicht“. Am Schluss stehen wir beide dann etwas ratlos vorm Kino und eine unangenehme Stille tritt ein. Aber vielleicht finden wir ja einen Film, wir gehen rein. Danach ich freudestrahlend, weil es ein richtiger cooler Film war und frag so „Boah, der war ja richtig gut der Film. Wie hat er dir gefallen?“ – „Langweilig, extrem langweilig. Der war einfach richtig schlecht gemacht“.

Wir gehen gemeinsam Essen

Man geht in schönes Restaurant, isst, trinkt, redet und genießt den Abend. Break! Aber wenn wir ehrlich sind, dann sind stellt sich die Frage, wer geht denn bitte oft in einem schönen Restaurant essen? Die meisten gehen sicherlich öfter zu McDonalds oder holen sich einen Döner. Ist doch auch schön wenn sich gegenüber sitzt und sich gegenseitig zusieht, wie man versucht einen Burger möglichst unproblematisch und viel Kleckerei zu essen. Oder einen Döner, dessen Bestandteile unentwegt versuchen nach allen Seiten abzuhauen. Klar kann das Spaß machen, die Frage ist aber, wie viele Menschen fänden das spaßig.

Wir gehen gemeinsam was trinken

Eine Cocktailbar, ein Café oder ein Weinlokal. Ein lauschiges Plätzchen an dem man sich unterhalten kann. Aber Moment! Einer von uns geht ja viel lieber in eine Kneipe, wo viel los ist, die Musik laut ist – also ehrlich sein und in die Kneipe gehen. Dann können wir uns immer vorlehnen und uns gegenseitig ins Ohr schreien.

Wenn wir also ehrlich wären, könnte sich schon die Wahl der Lokalität zu ernsthaftem Problem entwickeln. Warum also sind wir bereit, Kompromisse einzugehen und gehen vielleicht in eine Lokalität, die wir nicht so toll finden? Ganz einfach, es geht ja primär nicht darum wo man sich trifft, sondern mit wem. Und solange dieses WO nicht in eine Extreme ausartet, dann denke ich, dass das WO keine Rolle spielt und wir alle Kompromisse eingehen. Das heißt aber nicht, dass ich dieses WO deshalb von nun an regelmäßig aufsuchen will, nein, eine Beziehung heißt auch kompromissbereit zu sein und das beruht natürlich auch darauf, das beide Partner diese Kompromissbereitschaft aufbringen.

2. Unser Date läuft!

Man sitzt sich gegenüber, redet miteinander und will sich kennenlernen. Und wenn man ein paar Stunden miteinander redet, kommt sicherlich mal der Punkt, an dem jemand was blödes sagt oder was peinliches oder was langweiliges. Und was machen wir? Das Blöde ignorieren wir, das Peinliche überhören wir und das Langweilige überspielen wir. Break!

Bei dem Blöden fange ich sofort zu diskutieren an und sage, dass so nicht richtig ist. Bei dem Peinlichen mache ich ihr klar, wie peinlich das gerade ist, was von sich gibt. Bei dem Langweiligen sage ich „du, tut mir leid, aber können wir das Thema wechseln, das langweilt mich gerade total“.

Machen wir das? Nein. Wenn es wirklich unerträglich wird, dann sagen wir höflich, dass unser Date zwar sehr nett ist, aber wir uns nicht vorstellen können das was wird. Wenn es gut läuft, und wir unser Date sympathisch finden, dann sehen wir darüber hinweg. Warum machen wir das? Weil wir das bei allen Menschen so machen. Solange es in der Summe passt ist alles gut.

3. Hoppla, falsch verbunden

„Ich lese gerne und interessiere mich für Literatur.“ – „Lesen ist toll, da kann ich mich super entspannen.“. Er meint eher anspruchsvolle Literatur, sie meint Liebes-Groschen-Romane. „Ich bin ein totaler Fan von Woody Allen“ – „Den kenne ich, finde ich auch toll“ …. bis dann der erste Fernsehabend kommt. „Ich finde es wichtig, dass man sich bei den Nachrichten auf dem Laufenden hält“ – „Ja, Nachrichten schaue ich auch jeden Tag.“…. auf RTL2. Hier könnte man jetzt endlos weiter Beispiele aufzählen. Worauf ich hinaus will ist, dass wir zwar unser Interesse bekunden, aber vielleicht von unterschiedlichen Dingen sprechen. Oder unser Interesse bekunden, aber was anderes meinen.

Wir sind alle Blender. Ich weil…., keine Ahnung was ich gesagt oder getan haben mag. Aber meine Frau genauso. Rückblickend muss ich sogar sagen, dass jede Frau, die ich kennengelernt habe und mit der ich eine Beziehung eingegangen bin, mich anfangs geblendet hat.

Natürlich zeigen wir uns von unserer besten Seite. Das ist beim Dating so, das ist bei einem Vorstellungsgespräch so, das ist immer so. Wir haben uns eingeprägt, dass der erste Eindruck zählt. Und tatsächlich ist das so, wir haben das alle verinnerlicht und richten uns bewusst oder unbewusst danach. Wenn dem nicht so wäre, würde das Internet nicht mit Selfies geflutet, wo jeder versucht möglichst hübsch auszusehen und sein bestes Duck-Face in die Kamera-Linse hält.

Aber solange es in der Summe trotzdem stimmt, habe ich damit kein Problem und akzeptiere es so wie es ist.

„Eine Freude vertreibt hundert Sorgen“

Diesen Spruch lese ich zurzeit jeden Abend, wenn ich im Bett liege. Er hängt direkt gegenüber an der Wand, keine Ahnung wie er da hinkam, vermutlich war er da schon immer.
Gestern habe ich das mal auf mich wirken lassen. Kann eine Freude hundert Sorgen vertreiben? Ja, bedingt, kommt darauf an.
Besteht ein direkter Zusammenhang zwischen der Freude und meinen Sorgen?
1. Ja, es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen der Freude und meinen Sorgen.
Wenn ich Geldsorgen habe und gewinne im Lotto, dann vertreibt das natürlich meine Sorgen. Bin ich unglücklich verliebt, und auf einmal beruht diese Liebe auf Gegenseitigkeit, dann wird das diese Sorge, sofern man unglücklich verliebt sein als Sorge betrachtet, auch vertreiben.
2. Es besteht kein direkter Zusammenhang zwischen der Freude und den Sorgen.
In diesem Fall muss ich fragen, wie lang kann ich an dieser Freude festhalten?
2.1 kurz
Das kann ein schöner Moment im Alltag sein, wenn mir beim Einkaufen eine Frau, die attraktiv finde, ihr hübsches Lächeln zeigt. Oder wenn ich mit Freunden einen schönen Abend verbringe. Wenn ich was gelesen haben, was inspiriert. Es kann irgendwas sein, was einen Glücksmoment auslöst und mir Freude bereitet.
Das vertreibt die Sorgen aber nur solange, bis diese Freude, bzw. dieser Glücksmoment abklingt. Das kann ein Abend oder ein Tag sein. Aber dann stehen diese Sorgen wieder vor meiner Tür und bitten um Einlass.
2.2 lange
Das wäre für mich, wenn sich meine Lebenssituation dahin ändert, dass ich jeden Tag von dieser Freude überwältigt werde. Eine neue Beziehung, eine alte Beziehung, wo ein neues Feuer aufflammt. Freundschaften, Menschen, Beruf, es muss irgendwas sein, was mich täglich im Alltag aufheitert, worauf ich mich freue.
Die Konsequenz für mich lautet: Herauszufinden, was mich im Alltag glücklich macht. Meine Erkenntnis dieser Woche war, dass ich mein Leben nicht immer um Beziehungen oder anderen Menschen herum aufbauen darf. Wenn ich also etwas finden will, was mich im Alltag glücklich stimmt und meine Sorgen vertreibt, sollte das idealerweise irgendetwas sein, was unabhängig von meinen Mitmenschen ist.
Ich weiß noch nicht was es sein wird, wo es sein wird, aber ich werde so lange suchen, bis ich etwas finde.
Egal ob meine Ehe vor dem Scheitern steht oder eine Kehrtwende kommt. Ich muss mich neu orientieren, auch wenn mir das schwerfallen wird. Wenn ich so weiter mache wie jetzt, kommt vielleicht wieder der Moment, an dem ich mich vor einem Abgrund stehen sehe.
Und wenn ich ehrlich zu mir bin und in mich gehe, muss ich mir tatsächlich die Frage stellen, ob ich erst jetzt vor dem Abgrund stehe oder schon ganze Weile und nur aus Angst die Augen verschlossen habe.

Erkenntnisse dieser Woche

1. Im Selbstmitleid baden hat keinen Sinn

Wenn ich jetzt daran zerbreche, wie es ohne sie weitergehen soll, dann bringt mich das nicht weiter.

2. Ehrlich zu mir sein

Ich sage „ich liebe dich“, weil ich das immer gesagt habe. Seit 13 Tagen haben wir wenig Kontakt, schlafen getrennt, ich sage es nicht mehr und langsam weiß ich selbst nicht mehr was ich noch fühle. Die letzten Jahre habe ich immer versucht ihr alles recht zu machen, mehr auf sie als auf mich zu achten. Das war anstrengend. Und konnte ich es ihr recht machen? – nein.

3. Was will ich

a) Kinder haben
Sie will keine Kinder, wusste ich, habe ich akzeptiert. Hoffentlich werde ich das nicht irgendwann bereuen.

b) Zeit mit meiner Frau verbringen
Tja, ist sie nicht so der Fan von. Abends nach der Arbeit entspannen – gönne ich ihr. Und Wochenende haben wir uns so arrangiert, dass zumindest der Sonntagnachmittag mit ihr mir gehörte. Ganz glücklich stimmt mich das aber nicht.

4. Ich muss umdenken

Nicht die Beziehung darf die wichtigste Säule in meinem Leben sein, ich selbst muss für mich die wichtigste Säule in meinem Leben sein. Ich darf nicht immer alles abhängig von meiner Frau oder anderen Menschen machen. Auf diese Säulen habe ich keinen Einfluss und trotzdem sollen sie mein Leben aufrechterhalten? Lieber nicht.

Nach mir kommt meine Karriere, mein Beruf. Warum? Weil sich leider Geld als Währungsmittel bewährt und durchgesetzt hat. Könnte ich im Supermarkt mit bunten Kieselsteinen oder einem schönen Lehmklumpen zahlen wäre das nicht nötig, ist aber halt leider nicht so. Alleine zu sein ist doof, aber alleine und pleite stell ich mir noch doofer vor. Natürlich darf meine Ehe oder Beziehung nicht darunter leiden, aber genauso wenig darf umgekehrt der Fall eintreten. Ich kann nicht alles hinschmeißen, nur weil es privat scheiße läuft.

5. Ich wünsche mir Kinder

Hatten wir schon.

6. Wie zum Henker hat es der Typ heute im Supermarkt zu so einer Frau und einem Kind geschafft? – Rohypnol?

Mann tappt im Dunkeln

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