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Puh, auf und davon?

Auf Regen folgt Regen, folgt Regen, folgt Regen, folgt Regen… folgt Regen, folgt Regen, …. folgt Regen.

Jetzt wäre es schön wenn es mal wieder aufhört zu regnen, etwas Sonne würde mir langsam guttun. Sieht aber ziemlich bewölkt aus.

Hätte ich nicht einfach was Vernünftiges lernen können? Ehemalige Schul-/Klassen-/Ausbildungskameraden haben Jobs, sitzen beruflich und finanziell fest im Sattel… Nein, ich der Vollhorst musste nach der Ausbildung natürlich erstmal Abitur nachholen und fünf Jahre studieren. War ja ne hervorragende Idee. Hätte in der Zeit locker alle IHK Weiterbildungen und Zusatzqualifikationen machen können. Die sind zwar nicht billig, aber mein Studium hat mich auch eine ganze Stange Geld gekostet – unterm Strich eine glatte Fehlentscheidung.

Habe es nun also diese Woche endlich geschafft eine Bewerbungsmappe zu erstellen. War wirklich eine schwere Geburt. Hätte vermutlich noch länger gedauert, wenn ich nicht eine interessante Stellenanzeige gefunden und dort ganz spontan angerufen hätte. Dann schnell die Würfel rollen lassen welche Gehaltsvorstellungen ich habe. Huch!! Na die Würfel werden schon wissen was sie tun. Zwar habe ich keine Ahnung was ich hier tue und von dem was ich dort machen soll habe ich noch viel weniger Ahnung – ja hätte ich hier mal die IHK Weiterbildungen gemacht – aber nur nix anmerken lassen – danke Mentor Stromberg.

Fazit nach dieser Woche:
– Bewerben macht relativ wenig Spaß, da zeitaufwendig und anstrengend
– kleine, regionale Zeitarbeitsfirmen wirken überfordert
– Vergisst man bei Bewerbungen in der Schweiz seine Gehaltsvorstellungen dementsprechend anzupassen ist das äußerst ärgerlich (müsste dann einen Förderkredit beantragen um mir die Stelle überhaupt leisten zu können)
– Jedes größere Unternehmen kocht für online Bewerbungen sein eigenes Süppchen. Yay! Macht auch richtig Laune jedesmal seinen kompletten Lebenslauf und Fähigkeiten manuell einzugeben – quasi die erste Einstiegshürde. Die zweite Hürde ist dann von mentaler Natur, weil man nach der Eingabe aller Daten ohnehin alles wie gewohnt per PDF hochladen muss/kann/darf/soll.

Wohin meine Reise geht? Ich habe keine Ahnung. Im Moment möchte ich nur weg. Langsam merke ich dass mir Zuhause alles etwas viel wird. Etwas unbeschwerter und sorgloser würde ich mir wünschen. Die Stimmung in der Arbeit bei meiner Frau heizt sich mehr und mehr auf. Wie lange das noch gut geht? Eine sehr gute Frage. Der Filialleiter hält sich raus. Diese Woche eskalierte es bereits und meine Frau hat alles hingeschmissen, aber eine Kollegin konnte intervenieren. Ich schätze also es wird nicht mehr sooo lange dauern. Und dann? Tja.

Es ist einfach so viel Ballast und irgendwie komme ich dabei zu kurz. Gesundschrumpfen. Ob das bei mir klappt? Ich habe wirklich keine Lust hier auf dem Land zu versauern. Für Familienplanung perfekt, für Scheidung und Single-Dasein… nicht perfekt.

Die notwendigen Schritte einzuleiten fällt mir extrem schwer. Ich hänge einfach an unseren Hunden. Aber auch hier die Frage, wie soll das alleine klappen?

Alles so … wääh. Einfach Zeit mit meiner Freundin verbringen… wenn ich denn eine hätte.

Energievampire

In einem Monat endet unser Stipendium, ich werde langsam etwas unruhig und lese Bewerbungsratgeber. Darunter leidet bei mir im Moment ein wenig die Motivation, da ich ein wenig ratlos bin und unruhig eher eine Untertreibung ist. In der Tat bin ich etwas besorgt.

Eine Perspektive ist ein weiteres Förderprogramm, aber das Bruttogehalt das wir dort bekämen ist viel zu niedrig und nebenher arbeiten ist lediglich auf 5 Std/Woche möglich. Also eine Perspektive die keine ist.

Meine Frau hat sich inzwischen mehrere Wohnungen angesehen, aber auf Absage folgt eine Absage. Das Problem ist der Hund. Ein Großer geht gar nicht, aber ein Kleiner wäre ok. Bräuchten also den Schrumpfstrahl aus „Liebling ich habe die Kinder geschrumpft“. Oder wir gehen einfach an eine Tauschbörse…. Wenn die wüssten das kleine Hunde viel mehr anknabbern und annagen. Und wieso spielen die alle wegen den Hunden verrückt? Weil er alles kaputt beißen könnte. Genau für solche Fälle zahle ich eine riesigen Batzen an meine Tierhalterhaftpflicht-Versicherung.

Zum Glück gibt es meine Familie, die mir in der Not beisteht. Das Haus soll ich verkaufen. Geht nicht wegen den Hunden – Doch geht, die musst du dann natürlich hergeben. Logisch, ist ja nur ein Tier, davon kann man sich ja mal trennen 😛

Und das mit der Finanzierung ist auch Unsinn, denn die läuft ja wieder nur 18 Monate und dann muss ich wieder von vorne anfangen. Außerdem ist das Geld viel zu wenig. Und außerdem werde ich ja auch immer älter und soll mir langsam mal lieber einen richtigen Job suchen, damit ich mal richtig arbeite….?….. Ich soll das nicht falsch verstehen, aber halt mal in einer Firma arbeiten mit einem Chef und lernen wie das ist wenn man mal vom Boss angeschrieben wird oder der einen als Vollidioten bezeichnet. Ich erwiderte, dass das in einer größeren und fortschrittlicheren Firma hoffentlich nicht so häufig der Fall ist. Was ich eigentlich denke, ihre (früher unsere) Firma war lange Marktführer und deutschlandweit die größte in der Branche. Na also wenn ihr eure Mitarbeiter so behandelt habt dann könnt ihr einem ja wirklich nur leid tun…. ….. das Gespräch endete an dieser Stelle, denn ein weiterer Satz hätte zur Eskalation und zum Streit geführt. (btw. Tränen, Wut, Enttäuschung, Frustration ist unter den Mitarbeiter des guten alten Familienbetriebs ganz normal und wird von meiner verwandtschaftlichen Geschäftsführung als selbstverständlich betrachtet). Aber wirklich, was bilden sich die Mitarbeiter überhaupt ein, die Wissen ja gar nicht wie viel Stress so ein Chef hat und wie dankbar sie sein sollten überhaupt arbeiten zu dürfen.

Vermutlich träume ich im Moment nur, so verkorkst kann doch unsere Welt gar nicht sein. Mein Nachbar z.B. hat sich letzte Woche eine Hundehütte gebaut. Hab sie bewundert und wir kamen ins Gespräch (passiert mir relativ häufig dass ich mich in Small-Talk verwickeln lasse). Dann hat er mir sein Hunde-Areal im Garten gezeigt. Ca. 4 x 3 Meter eingezäunt mit einem 60-70 cm hohen Zaun. Der Boden gepflastert. Ein richtig lauschiges Plätzchen hinterm Haus wo nie die Sonne hin scheint. Aber tagsüber darf der Hund in der restlichen Garten und auch mal ins Haus. Nur nachts soll er dann draußen schlafen.

Obwohl ich heute einen super Start in den Tag hatte, 45 Minuten Laufband, danach Müsli, jetzt dann Smoothie – Vegan gefällt mir inzwischen – reichen schon wenige Minuten mit den richtigen Leuten aus um mich wirklich total zu demotivieren. Die sind so negativ, so wäääähhhh…
Denen fehlt einfach die Empathie. Ich verbringe sehr viel Zeit mit unseren Hunden und ich weiß, dass sie im Grunde wie kleine Kinder sind. Sie sind keine Menschen, aber sie kommunizieren mit mir (nicht verbal, bin ja nicht total bescheuert) und sind einfach clever. Mal sind sie verspielt, mal verschmust, mal wollen sie was, mal sind sie ängstlich, mal genervt, mal gelangweilt…. jeder hat seinen Macken, aber das lernt man mit der Zeit. Wie kann man so eine starke Bindung einfach so emotionslos abstempeln. Das werde ich vermutlich nie nachvollziehen können.
Eigentlich ist das Leben an sich doch absolut faszinierend. Wenn es leicht zu begreifen wäre, könnten wir uns einen Kinderbrutkasten im Internet bestellen. Kann man aber nicht – noch nicht – also muss es irgendwas besonderes sein.