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Und ich bin’s doch

Seitdem wir umgezogen sind haben wir mehr Platz. Weniger Platz wäre auch blöd gewesen, zahlen ja jetzt auch mehr Miete. Weniger Miete für mehr Platz wäre auch okay gewesen, war aber gerade nichts verfügbar. Und sowas nennt sich Großstadt, tztztz, gab‘s sogar bei mir am Dorf, da wollten wir aber nicht hinziehen, dann könnte ich ja nicht mehr Berlinern. Außerdem müsste ich ständig dolmetschen, denn mit bayerisch hat sie so ihre Probleme. Ich spreche zum Glück kein bayerisch, nur ein bisschen und wenn dann meistens nur unabsichtlich, z.B. wenn ich jemanden mit einem höflichen „Grüß Gott“ begrüße, die Trittleiter wieder als Staffelei bezeichne, im Sommer an einen Weiher will oder mir mal wieder ’ne Semmel kaufe . Wenn Schwiegervater witzig sein will, dann fragt er ob’s zum Kuchen auch Schlagobers gibt. Eine Anspielung auf meine bayerischen Wurzeln. Weise ihn dann darauf hin, dass das nicht Bayern, sondern ein anderes Bundesland ist, wobei ick och so‘n Schlagobers nehmen würd. Darauf meine Freundin, ich soll endlich aufhören zu Berlinern, weil ich’s nicht kann. Etwas nicht zu können hat mich noch nie davon abgehalten es trotzdem zu tun. Screw it just do it. Findet sie nicht witzig. Ihre Eltern übrigens auch nicht. Zum Glück rettet sie die Situation mit einem „Er denkt immer, dass er witzig ist, ist er aber nicht.“. Ach ja! Ach ja!! Na und? Witzigkeit kennt keine Grenzen, Witzigkeit kennt kein Pardon!

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Alles neu, alles besser

Hätte ich nicht gedacht, aber mich kann man tatsächlich noch optimieren. Ja meine Freundin krempelt mein Leben um. Ich bin zum Beispiel schon wesentlich organisierter. So führe ich nun ein Haushaltstagebuch. Führen ist vielleicht etwas weit gegriffen, zumindest habe ich den Grundstein gelegt und sammle nun Kassenzettel, die ich dann sporadisch in eine ziemlich coole Handy-App eintrage. Ich glaube ohne App und megakrasse Diagramme würde mir das gar keinen Spaß machen. Was hat es eigentlich mit „mega“ auf sich? Werde ich langsam alt? Ich sage nie „mega“, höre es aber ständig im Fernsehen. Ich sollte häufiger „mega“ verwenden. Genau. Und ich rauche nicht mehr. (Mega) Heftig! Nur noch heimlich. Oder wenn ich mit nem Kumpel in eine Kneipe / Bar / Club gehe, dann aber so richtig. Nur fair, hat die Leber ihren Spaß soll die Lunge auch den ihren haben. Sieht meine Freundin übrigens nicht so, meint ich sei manchmal schon etwas unvernünftig. Wie z.B. wenn ich mal eine Packung Trocken-Aprikosen esse. Ich soll zwar abnehmen, weil ich trotz Sport etwas zugelegt habe, aber ich sage mir Obst ist okay, mein Körper ist ohnehin fructoseintolerant. Theoretisch, also nach meiner eigenen Theorie, geht’s oben rein und unten direkt wieder raus. Aber dreht sich hier gar nicht um meine Diät, sondern darum dass ich Obst nicht vertrage. Wieso ich’s denn esse wenn ich doch wüsste ich würd’s nicht vertragen? Meine Antwort: Naja warum esse ich ein Glas Nutella oder ein paar Tafeln Schokolade, obwohl ich die genauso wenig vertrage – weil’s schmeckt. Dann ist sie sauer, dreht sich um und geht. Versteht einer die Frauen, ich tue es jedenfalls nicht.

Einfach mal alles verkomplizieren

Boah bin ich gestresst. Ich sollte Wochenende einfach Zuhause bleiben oder bestenfalls einem Bingo-Abend im Seniorenheim beiwohnen. Wieso gehe ich auch in einen Club. Mensch hier. Ich bin doch eher so der ruhige, höfliche und zuvorkommende Typ. Aber nein, da muss ich ja abends in die Stadt gehen und von introvertiert auf extrovertiert wechseln – was wohlgemerkt ziemlich anstrengend ist. Und das habe ich nun davon. Eine ca. 20-jährige attraktive, lustige und verrückte Studentin aus den USA, die für ein paar Wochen in Deutschland ist, will sich mit mir treffen. Bei mir um die Ecke. Und das war nicht meine Idee.

Ja. Was soll ich sagen. Das Wort „Cool“ wäre womöglich angebracht. Wie lief es wirklich ab. Mein Smartphone vibriert. Sehe kurz einen Auszug der Nachricht, dieser beginnt mit einem Smiley. Aus Angst davor zu lesen was in der restlichen Nachricht steht wollte ich mein Handy dann die Toilette hinunterspülen. Erschien mir jedoch etwas übertrieben und habe erstmal abgewartet. Irgendwann habe ich es dann doch gewagt, bin im Anschluss dann erstmal zur Salzsäure erstarrt, um dann den restlichen Abend – einschließlich bis jetzt – in einer tiefe Ratlosigkeit zu versinken.

Soll ich.. kann ich.. und was wenn… Nicht „hoffentlich läuft da was“, sondern „ohje, was wenn da was läuft“ beschäftigt mich. Vermutlich sollt eich einfach weniger denken sondern mehr handeln. Aber das fällt mir einfach immer noch sehr, sehr schwer. Das wäre dann von meiner Seite das endgültige Aus für unsere Ehe und vielleicht auch mehr – Freundschaft, harmonisches Auskommen. Ist die Ehe aus, ja ich denke schon. Trotzdem gibt es Phasen in denen ich unsere gemeinsame Zeit vermisse, Zeiten in denen wir als Team, als ein Wir, agiert haben. Wieso mich das so quält, ich habe keine Ahnung. Für mich hat das noch immer einen Hauch von Betrug oder Fremdgehen. Es liegt wohl am loslassen. Zu wissen, das der nächste Schritt eine Einbahnstraße ist und es dann auch kein Zurück mehr gibt.

PS:
Für die Jungs in meinem Umfeld überlege ich mir jetzt noch eine coolere Story, sonst ernte ich nur Häme und Spott 😉

Plötzlich steppt der Bär zu komischen Beats

Gehe ins Fitnessstudio, komme nach zwei Stunden wieder nach Hause und finde plötzlich eine Menschenmasse vor. Dachte erst „oh, hat sich meine Ankunft also herumgesprochen, bin ja ganz schön beliebt“ – logische Schlussfolgerung, denn wer würde nicht gern Zeit mit mir verbringen. Hab dann aber festgestellt, dass hier eine Art Happening stattfindet. Ne, Google sagt das ist kein Happening, dann weiß ich auch nicht wie man das nennt, halt sehr viele Menschen die sich scheinbar spontan nach und nach versammeln und ich habe nicht die geringste Ahnung warum. Vielleicht liegt es an dem dröhnenden Bass, das wäre dann eine wunderbare Verschwörungstheorie. Gehirnimplantate und Mikrochips die durch einen hypnotisch Gewummere aktiviert werden. Ach in der Hinsicht wünschte ich mir Berlin wäre Wien, da gefällt mir nämlich die Musik deutlich besser.

Ob dieses endlose Feiern etwas mit Verdrängung zu tun hat? Das wäre mir gestern Abend auch fast passiert. Lag im Bett und hatte so den Gedanken „eigentlich bin ich ja ganz gern Single“. Ja, so schnell wird aus einem Beziehungstyp ein unverbindlich, unkompliziert und unverfänglich Typ. Dann viel mir aber zum Glück wieder ein wie schön es ist sich zu verlieben und bin nun doch wieder ein Beziehungstyp. Auch wenn ich für Beziehungen ein total unglückliches Händchen habe. Eine Reise in die Vergangenheit hat mir aufgezeigt, dass ich immer bei Frauen lande, die entweder aus komplizierten Familienverhältnissen kommen oder … ne, immer kompliziert und somit auch selbst immer etwas labil. Wenn man das nur früher merken würde. Aber mit solchen Problemen geht natürlich beim ersten Date keine hausieren, auf dieser Ebene befindet man sich erst nach frühestens einem Monat Beziehung. Ich bräuchte so einen Fragebogen, den die Dates dann beim ersten Treffen ausfüllen müssen und daraus könnte ich dann ein psychologisches Profil erstellen. Das beunruhigt mich ein bisschen.

 

Zwischenstand Teil 1

WordPress hat mich vor kurzem daran erinnert, dass der Anfang von allem bereits über ein Jahr zurück liegt. Echt, ist es wirklich erst ein Jahr her? Mir kommt das alles viel länger vor. Es hat sich so viel verändert, dass es mir schwer fällt zu glauben, dass alles innerhalb von 365 Tagen stattgefunden haben soll.

Ich wollte meine Gedanken sortieren, meine Beziehung, meine Ehe und die daraus resultierende Trennung verarbeiten. Vielleicht fällt das nur mir auf, aber ich glaube das habe ich ganz gut hinbekommen, denn schon seit einer geraumen Weile ist jeder meiner Beiträge eine absolute Themaverfehlung.

Die größte Furcht war die Angst vor dem Alleinsein, die Einsamkeit. Heute empfinde ich oftmals genau das als wahre Wohltat und genieße es. Zeit für sich selbst haben, Zeit mit sich selbst verbringen. Ich stelle fest, dass mir das sehr wichtig geworden ist. Nachdenken, reflektieren oder einfach nur abschalten. Alltag ist Ablenkung und ich habe festgestellt, keinerlei Ablenkung ist anfangs gewöhnungsbedürftig, dann aber doch auch sehr erholsam und nicht selten reich an Erkenntnissen. Ich bin und war mit mir selbst noch nie so sehr im reinen wie derzeit. Das ist ein ausgesprochen angenehmes Gefühl. Nur der Sex fehlt mir dann und wann, das gebe ich ganz offen zu.

Auf meine Beziehung oder Ehe oder Trennung gehe ich kaum noch ein. Natürlich ist dieses Thema immer noch sehr aktuell, aber es gibt kaum etwas neues zu berichten. Meine Frau ist labil, manchmal wird ihr alles zu viel. An manchen Tagen kann ich sie auffangen, an manchen Tagen verkacke ich das erst mal, weil ich selbst gestresst bin und erst mal runterkommen muss. Besinne mich dann aber, mache mir klar dass es ihr nicht gut geht und bin dann für sie da – zwar nur für eine kurze Umarmung oder 10 Minuten in der ich ihr zuhöre und Verständnis zeige, aber mehr braucht sie nicht. Sie braucht einfach jemanden der für sie da ist, der ihr zeigt, dass sie nicht alleine mit allem fertig werden muss. Und genau davor hat sie Angst. Angst, dass Berlin bedeutet, dass ich vollständig aus ihrem Leben verschwinde. Das wird hoffentlich nicht passieren, denn sie war für lange Zeit der wichtigste Teil meines Lebens und das wäre auch für mich ein großer Verlust, da sie für mich in gewisser Weise noch immer eine Konstante in meinem Leben darstellt und auch Bezugsperson ist.

Was wollen Frauen?

Ich glaube das ist so eine Frage, die nicht mal Frauen imstande sind zu beantworten. Verständlich, ich könnte auch keine präzise Antwort auf die Frage „Was wollen Männer“ geben. Dafür sind wir Männer einfach zu unterschiedlich. Glaube ich zumindest. Vielleicht gibt es auch diese Gruppe von Merkmalen, die uns immer wichtig sind. Das wäre natürlich fatal wenn diese Eigenschaften bekannt sind, ich aber nichts davon weiß. Andererseits wären diese Hauptattribute dann auch den Frauen bekannt, wodurch ich mir nicht mehr sicher sein könnte ob die Frau meines Interesses wirklich diese Merkmale besitzt oder nur so tut als würde sie sie besitzen.

Was das Verständnis für Frauen angeht, haben die meisten Männer – mich eingeschlossen – doch noch immer einen gewissen Nachholbedarf. Unser eigentliches Problem ist, dass wir versuchen Frauen pauschalisieren. Das ist im Grunde der völlig falsche Ansatz. Ich kann schlecht von einer Frau auf alle anderen schließen und ich bin mir ziemlich sicher, dass das auch bei Männern wenig Sinn macht. Trotzdem machen das sowohl Männer als auch Frauen im gleichen Maße ständig.

Was jedoch alle gemein haben sind Sehnsüchte. Facebook führt mir das täglich vor Augen. Alleine durch unsere „Gefällt mir“-Angaben verraten wir erstaunlich viel über uns. Siehe Beiträge wie: Was man einer Frau geben muss, damit sie einem ihr Herz schenkt. Die ersten Male ignoriert man das, aber nach einer gewissen Häufigkeit wird einem klar, da steckt vermutlich mehr dahinter. Unglücklich in einer Beziehung, Single und unglücklich verliebt, Single und einsam? Das sind vermutlich so kleine Eindrücke die früher nur Stalker zu Gesicht bekamen. Heute reicht es einfach seine eigene Timeline durch zu scrollen und sich die von Facebook vorgeschlagenen Beiträge durchzulesen – immer mit dem Vermerk, welchem meiner Freunde das gefiel. Eigentlich ziemlich schräg.

Meiner Meinung nach läuft es im Endeffekt darauf hinaus, dass wir uns im Prinzip zwei Dinge wünschen: Sicherheit und Stabilität. Mit Sicherheit meine ich keine Kung-Fu-Künste, Datensicherheit oder einen Atomschutzbunker, sondern vielmehr emotionale Sicherheit. Je nach Situation vielleicht auch finanzielle Sicherheit. Stabilität könnte man auch mit Verlässlichkeit, Vertrauen, Ehrlichkeit gleichsetzen. Wie komme ich zu diesem Schluss? Ich glaube dass sich jeder von uns manchmal verloren oder verletzt/verletzlich fühlt. Wir brauchen manchmal einfach einen Rettungsanker, einen sicheren Hafen. Jemanden, mit dem man sich Seite an Seite durchs Leben kämpfen kann. Logisch, es ist auch manchmal extrem hart. Ich finde nicht dass es ein Zeichen von Schwäche ist, auch Superhelden habe ihre Gefährten, insofern ist dieser Wunsch jemanden an unserer Seite haben zu wollen absolut nachvollziehbar.

Der kleine Seitensprung

Ich habe mir gerade ausgerechnet, dass ich bereits von zwei Partnerinnen betrogen wurde. In Anbetracht der Tatsache, dass ich mit Partnerin Nr. 5 verheiratet und seit sieben Jahren liiert bin, ne ganze Menge.

Bei Partnerin Nr. 6 muss ich mir keine Sorgen machen, die Beziehung kann ich also ganz entspannt angehen. Bei Nr. 7 und Nr. 8 ist allerdings wieder Vorsicht geboten, da werde ich dann vermutlich zum dritten Mal Opfer eines Seitensprungs.

Wenn ich also vorhabe irgendwann erneut zu heiraten, dann muss ich das entweder mit Nr. 6 machen oder sicherheitshalber auf Nr. 9 warten. Beziehung Nr. 7 und Nr. 8 erfolgen somit im Schnelldurchlauf.

Wer sich selbst etwas verrückt machen will, die Seitensprungquote der Frauen liegt bei 38,9 Prozent und die der Männer bei 37,1 Prozent.

Time marches on

Während die Zeit für mich gefühlt stillsteht, schreitet sie in Wirklichkeit doch erstaunlich schnell voran.

Zum Bloggen konnte ich mich nicht aufraffen. Auf Trauerkloßbeiträge hatte ich keine Lust. Und wenn ich schon keine Lust zum Schreiben hatte, wer soll sich dann schon zum Lesen motivieren können.

Heute bin ich in der Stimmung, naja, auch nicht unbedingt. Aber in irgendeiner Stimmung bin ich, da ich jedoch nicht weiß in welcher schreibe ich einfach einen kurzen Beitrag.

Was gibt’s:

  1. Bin mal krank, mal gesund. Es nervt.
  2. Bin deshalb krank, da meine Nase rechts nicht richtig belüftet, deshalb entzünden sich der Hals, die Nebenhöhlen, die Ohren blablabla. Kurz, bevor die Nebenhöhlen chronisch schmerzen muss ich unters Messer. Yay! Freue mich schon darauf. Aber etwas Zeit habe ich noch.
  3. Damit mir bis dahin nicht langweilig wird, lasse ich mir jetzt aber erst mal meine Leiste richten, die habe ich mir wohl gebrochen. Yay!
  4. Habe bereits recherchiert wie es mit der Internetversorgung in den jeweiligen Krankenhäusern aussieht. Etwas beunruhigt bin ich aber deswegen schon, Netflix wird vermutlich nicht gehen.
  5. Toll, die letzten 14 Jahre nie im Krankenhaus gewesen und jetzt darf ich gleich zweimal ran. Ich werde alt 😛
  6. Apropos alt, hatte in der Zwischenzeit Geburtstag. Yay!
  7. Wie jedes Jahr an meinem Geburtstag war vorher unser Jahrestag. Doppel Yay! Wir haben beide nichts gesagt, keiner hat ihn angesprochen.
  8. Meine Frau und ich verstehen uns gut. Sie hat mir gestern eine E-Mail geschrieben, also während sie zu Hause war. Sie meinte, sie wollte es mir schon so oft sagen, aber müsste immer weinen und würde es nicht schaffen. Ihr tut alles so leid, aber für sie ist es nicht genug. Sie hat Schuldgefühle, ein schlechtes Gewissen, weil sie mir nicht die Liebe geben kann die ich verdient habe. Als ich das gelesen habe kamen mir die Tränen.
  9. Sie hat jetzt einen Job, hier in der Nähe. Unter der Woche schläft sie hier, am Wochenende fährt sie zu ihrer Freundin. Wir werden dass so noch eine Weile beibehalten, um finanziell zumindest etwas mehr Spielraum zu haben – d.h. bestehende negative Saldos auf Giro und Kreditkarte abbauen.
  10. Ob wir das aushalten? Ich weiß es nicht. Müssen wir aber, denn die letzten Monate war es mit nur einem oder keinem Gehalt schon etwas mehr als knapp. Zwar wäre das mit einem Schlag beim Hausverkauf aus der Welt geschafft, aber auch eine neue Wohnung kostet Kaution, ggf. Provision etc. kurz, etwas finanzieller Spielraum wäre schon vorteilhaft für uns beide.

 

Fazit: Dieses Jahr war hart und auf absehbare Zeit wird es auch nicht besser. Würde gerne die Vogelstraußtaktik anwenden und einfach meinen Kopf in den Sand stecken. Klappt leider nicht, meine Umwelt unterbricht mich ständig und verlangt meine Anwesenheit in der Realität. Realität nervt. Mir wird gerade klar, dass ich wohl doch nicht in der Schreibstimmung bin.

Gute Aber, Schlechte Aber

Ich liebe dich

Hurra!

, aber…

Oh je! Nix aber. Nach dem ersten Teil dieses Satzes kann ein „aber“ zu nichts Gutem mehr führen. Sätze die supertoll anfangen und dann um ein „aber“ ergänzt werden nehmen nie ein gutes Ende.

„Sie haben wirklich großartige Arbeit geleistet, aber es gibt da noch…“ – nö. Gibt da nichts mehr.

Hier also ihr „aber“:

ich bin nicht die Richtige für dich.

Tja, was antwortet man darauf? Indem man erst mal herausfindet wieso sie das denkt. Ich bräuchte mehr Zuwendung, eine die mehr Zeit mit mir verbringt.

Und jetzt, was antwortet man darauf? Nichts. Ich bin sehr gerne mit meiner Frau zusammen und genau das ist das Problem. Ich bin gerne mit ihr zusammen. Sie ist gerne für sich alleine. Das macht die Sache meistens kompliziert.

Ich habe also nichts darauf geantwortet.

Wir sind nett zueinander, wir verbringen etwas Zeit miteinander. Wo das Ganze hinführt weiß im Moment vermutlich keiner von uns beiden. Wenn ich Zeit mit ihr verbringe, dann holt mich oft die Vergangenheit ein. Ich ertappe mich häufig dabei, dass ich wieder ins „wir“ verfalle“. Sie ertappt mich auch dabei und weist mich regelmäßig darauf hin, dass… ja, gute Frage worauf was sie mich eigentlich genau hinweist. Es sind immer nur Andeutungen, aber es geht wohl in die Richtung dass es aktuell kein „wir“ gibt. Ok, klar gibt es ein wir. Aber kein Beziehungs-Wir. Und auch das stimmt so nicht ganz. Denn auch wenn es kein Beziehungs-Wir gibt, so haben wir beide doch noch Gefühle und … ach, super kompliziert und ich habe keine Ahnung wie ich es erklären soll.

Im Grunde haben wir die Summe aller Einschränkungen eines Single-Lebens und einer Ehe. Wir sind kein Wir, wir sind aber auch kein „ich und du“.

Dabei gäbe es auch so tolle „abers“:

Eigentlich bist du nicht mein Typ, aber ich finde dich trotzdem supersexy.
Ich bin zwar lesbisch, aber mit dir würde ich ……

Oder was mir noch viel lieber wäre:
Ich liebe dich, aber liebst du mich denn noch? Ja. -> Passt, Happyend, Abspann, schönes Lied… aber so leicht ist es dann eben doch nicht.

Außerdem stelle ich mir die Frage, hat sie recht? Und wie soll das alles funktionieren? Kann das überhaupt noch funktionieren?

Tage wie diese

Anstrengend, mehr kann man dazu nicht sagen. Habe mit Krafttraining angefangen, war laufen, war einkaufen und habe vorzügliche „Rote Linse – Falafel“ gemacht. Toller Tag, bis der Abend kam.

Muss es immer gleich ablaufen? Feierabend, Frau kommt heim. Arbeit war furchtbar, wie immer. Kann ich nachvollziehen anhand ihrer Geschichten. Aber wieso muss ich immer darunter leiden? Das ist mir nicht ganz klar.

Das Gespräch beim Abendessen war nicht sonderlich erbaulich. Meine Startup-Geschichte geht ihr total auf die Nerven. Wäre mir ganz recht wenn sie dann mal aufhören würde danach zu frage, sie würde es nicht nerven und meine Nerven blieben verschont. Wieso ich nicht weiß ob dies oder das und jenes klappen wird, na, weil ich das im Moment nicht sagen kann. Sie sagt, ich brauche einen Job, mich über unser Unternehmen einzustellen hat sie ziemlich aufgebracht, da mein Gehalt erstmal nicht sonderlich hoch wäre.
Gut, ich such mir einen Job, werde aber dann vermutlich einen Zweitwohnsitz brauchen. Kurzer Wutanfall ihrerseits. Ich soll mir einen Job suchen wo ich keinen Zweitwohnsitz brauche oder pendeln. Als ich meinte, dass die Jobs, die mir gefallen doch eher weiter weg sind folgte dann der letzte und zugleich heftigste Wutanfall. Das Leben ist kein Wunschkonzert, ich soll einfach nehmen was ich kriege. Das ist doch mal eine Ansage. Wenn sie nen doofen Job hat der ihr nicht gefällt, dann kann ich mir doch auch so einen suchen.

Man merkt, ich bin eben noch verheiratet. Das sind so die Momente, in denen ich mich wieder über ihre Abreise freue und hoffe, dass das mit der Wohnung bald klappt. Hält ja kein Mann aus.