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Stadt der Singles

Was für ein Zahlen-Wirrwarr. Berlin ist die Stadt der Singles, denn hier leben über 50% in Einpersonenhaushalten. Bundesweit soll die Anzahl der Singles bei fast 40% liegen. Ich weiß zwar nicht wie das zu einer Statista Umfrage passt laut der fast 50% aller Befragten Single waren, deshalb ignoriere ich das einfach mal. Ist besser so, denn unter 50 Jahren waren dort rund 61% der Männer und 39% der Frauen Single – eine, aus meiner Sicht, wirklich ungünstige und zugleich ungerechte Verteilung. Berlin ist also die Single-Hauptstadt. Überrascht mich das? Ja absolut, denn wer hätte gedacht dass bundesweit lediglich 40% der Bevölkerung Single sind. Ich hätte auf 50, 60 oder 80% getippt. Kommt noch. Warten wir mal bis Generation Z in diese Statistik mit einfließt.

Welche Generation kommt eigentlich nach Z? War keine gute Idee bei X anzufangen und eine noch viel schlechtere bei Y weiter zu machen. Die nächsten Generation müssen dann analog zu Excel-Spalten benannt werden – Generation AA, AB, AC usw. Oder wir erfinden neue Buchstaben. Generation Knuäh – das ist jetzt nur die Lautschrift, weil meine Tastatur noch keine Knuäh-Taste hat. Aber zurück zur Generation Z, nein eins vorher, den Ys. Wir Ys haben Probleme mit verbindlichen Zusagen. Nicht dass wir nicht zusagen können, das machen wir, aber wir haben halt auch kein Problem mit dem Absagen – notfalls auch kurzfristig – wenn sich eine bessere Option zum verabredeten Zeitpunkt auftut. Es ist also eher verwunderlich dass wir überhaupt noch beziehungsfähig sind.

Nehmen wir mal an ich habe ein Date. Ist toll, läuft super, alles prima. Zweites Date, läuft doppelplussupper, alles noch primarer. Vor dem dritten Date sag ich dann, du hör mal, kann heute nicht, sorry, hab jetzt doch ne andere in Aussicht und die ist nicht nur ne 9, sondern sogar eine 9.5, aber hey, ich find dich echt klasse und ggf. komm ich ja mal auf dich zurück wenn das hier doch nicht klappt. Aber halb so wild, da heute jegliche Kommunikation über Whatsapp läuft bleibt einem das Drama erspart. Trotzdem unangenehm. Besser also erstmal das Single-Sein feiern und warten bis der Traumprinz auf einem weißen Ross an einem vorbei galoppiert. Oder man die Traumprinzessin durch einen Kuss aus einem 100-jährigen Schlaf weckt.

Das könnte allerdings zu Missverständnissen führen wenn man jetzt durch die Stadt spaziert und jede schlafende Frau küsst. Allerdings habe ich noch keine schlafenden Frauen in der Stadt entdeckt. Das wäre auch ziemlich unheimlich und ich würde mich fragen weshalb hier alle schlafen. Dann stünde vermutlich eine Alieninvasion bevor, auf die ich weit weniger vorbereitet wäre als auf eine Zombieapokalypse – dazu gibt es nämlich jede Menge Youtube-Videos. Und Prinzen habe ich auch noch nicht durch die Stadt reiten sehen. Haben Prinzen außerdem nicht immer einen Dolch oder Säbel dabei? Glaube das wäre nicht mal erlaubt. Man würde einen Traumprinzen also nur am Pferd erkennen, aber dann wäre jeder Reiter ein Prinz und jeder Mann würde sich ein Pferd kaufen. Wohin dann mit den ganzen Pferden? Das wäre das absolute Chaos. Außerdem hätten wir dann nur noch Traumprinzen und Traumprinzessinnen, was uns wieder zur Ausgangsbasis bringen würde, dass wir eben nicht wüssten wer nun der Traumprinz oder die Traumprinzessin ist.

Es bliebe als wieder nur die „Trial and Error“-Methode, also das bewusste in Kauf nehmen von Fehlschlägen (Scheitern der Beziehung) bis man eine Lösung (funktionierende Beziehung) gefunden hat. Es macht also keinen Sinn eine Option A für eine womöglich noch bessere Option B aufzuschieben, weil wir sonst nie erfahren ob Option B wirklich die bessere ist. Das ist eigentlich eine Art Optimierung die wir da durchführen wollen. Was genau wir optimieren wollen ist mir nicht ganz klar. Lebensglück? Liebe? Der Haken an der Sache, natürlich kann ich versuchen all das zu maximieren, nur kenne ich weder alle Variablen, noch kann ich irgendwelche Nebenbedingungen festlegen. Klar kann ich, aber das wäre völlig sinnfrei, außer man hätte Einblick in alles und jeden. Haben wir aber nicht. Weder weiß ich ob die Party supergeil oder superdoof wird, noch weiß ich ob die nächste Beziehung 70 Jahre oder nur 7 Tage andauert. Wäre natürlich prima wenn man das vorher wüsste, da könnte man sich viel Zeit sparen. Erfahren werde ich es jedoch erst wenn ich auf diese Party gehe oder mich auf diese Beziehung einlasse. Gut falsch. Vermutlich erzählen mir Freunde am nächsten Tag wie geil das auf der Party war oder ich treffe irgendwann die Person mit der ich mich nicht auf eine Beziehung eingelassen habe und ärgere mich dann furchtbar weil ich damals so ein Idiot war.

Kein Flirt für mich

Das kann ja ein heiteres Jahr für mich werden. Sehe mich bereits als Langzeit-Single, sexlos versteht sich. Vermutlich werde ich bald anfangen Beiträge zu schreiben, wie viel schöner das Single-Leben doch ist. Ja, kann auch schön sein, aber mit dem richtigen Partner ist es halt Doppelplusschön (man sollte wirklich überdenken Deutsch durch Neusprech zu vereinfachen). Allerdings bin ich zurzeit abends immer sehr müde. Und wenn ich nicht genug Schlaf kriege, dann bin ich den ganzen nächsten Tag ziemlich eklig und noch viel müder. Meistens hat man aber in der frühen Beziehungsphase eher weniger Schlaf, was wirklich lästig wäre.

Hab ich ein Glück, dass ich es gar nicht erst so weit kommen lasse und automatisch Abwehrmaßnahmen einleite. Hier wird nicht mehr geflirtet. Klar bin ich wie üblich nett und charmant, aber sobald ich auf eine Frau treffe die mir gefällt – alles weg. Also noch kälter und mürrischer geht kaum noch. Da kann man Blickkontakt mit mir aufnehmen und lächeln wie man mag, aber ich bleibe regungslos und verziehe keine Miene. Man könnte den Eindruck gewinnen, ich schau mir eigentlich die Wand dahinter an, denn ebenso gelangweilt gleitet mein Blick dann einfach weiter.

Aber ich kann noch besser. Meine Kommentare, ja um Himmels Willen. Früher konnte ich dummes Zeug einfach ausblenden, ich wollte halt mein gegenüber nicht vor den Kopf stoßen. Heute scheine ich genau das Gegenteil bezwecken zu wollen. Manchmal wird mir selbst Angst und Bang, welche Kälte mich da von einem Moment auf den anderen erfasst.

Habe ein paar Theorien. (1) Ich bin noch nicht bereit für eine neue Beziehung. (2) Habe während meiner Ehe alles verlernt. (3) Ich bin unsicher geworden. (4) Ein Schutzmechanismus, um meine Ehe nicht zu gefährden, ist außer Kontrolle geraten. (5) Meine Frau hat die Messlatte höher gesetzt.

Ich habe tatsächlich etwas Angst – mir ist nur nicht klar weshalb oder warum. Es könnte daran liegen, dass ich das Trauma vom letzten Jahr überwunden habe, wir uns langsam aber kontinuierlich auf die letzte Phase der Trennung zu bewegen und ich nicht noch einmal vor so einem riesigen Scherbenhaufen stehen will.

Beziehungsstatus in sozialen Medien gebe ich zwar nie an, aber wenn würde mein Statusupdate folgendermaßen lauten: Single. Interessiert sich theoretisch für Frauen, praktisch findet er über 99% allerdings nicht so gut. Nicht auf der Suche, kann aber gern gefunden werden.

 

Der Tag beginnt mit einem Spotted

Wenn morgens meine kleinen grauen Zellen noch schlafen, ich aber schon hellwach bin, dann finde ich oft erschreckend einfach geniale Lösungen für scheinbar unlösbare, komplexe Probleme. Wie ich das mache weiß ich nicht. Wie viele und welche Probleme ich schon gelöst habe leider auch nicht. Lösen geht also, aber merken nicht. Manchmal kritzel ich mir Notizen auf ein Zettelchen, das ist dann aber entweder unlesbar oder gibt überhaupt keinen Sinn. Kann auch keinen Sinn ergeben, da die Lösungen so simpel und fantastisch sind, dass ein wacher Verstand nicht in der Lage ist sie zu verarbeiten. Ein Fluch und Segen zugleich.

Von Spotted Gruppen in sozialen Netzwerken habe ich bestimmt schon mal erzählt.

Wer ist die Blondine die am Freitagabend mit einem blauen Opel Corsa an der Shell-Tankstelle stand. Kennzeichen ABC-RM-123 oder ABC-MR-123. Hattest ein rotes Oberteil an und hast mir zugelächelt, meld dich doch mal.

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Kommentar:

Max Mustermann: Petra Pusteblume

Fand ich immer genial. Fast wie ein Fahndungsaufruf, nur ohne Foto. Gelegentlich auch mit Foto, was noch genialer war. Detaillierte Personenbeschreibung, häufig mit Namen und bei Autos fast immer mit Kennzeichen. Da hieß es dann ein neues Auto kaufen, den Namen ändern, in eine andere Stadt ziehen oder zu einem plastischen Chirurg gehen – oder alles auf einmal.

Hat sich jetzt aber ausgespotted. Nun überwiegt die allgemeine anonyme Partnersuche.

Er: „Gibt es eigentlich noch Frauen die an einer ernsthaften Beziehung interessiert sind. Zu meiner Person…. m23, tageslichttauglich, ehrlich, offen und treu. Gehe gerne weg, habe aber auch nichts gegen gemütliche Abende Zuhause. Arbeit, Wohnung, Auto vorhanden und stehe mit beiden Beinen fest im Leben. Wenn du zwischen 18-25 bist und aus dem Landkreis XYZ kommst drücke gefällt mir oder lass einen Kommi da, ich meld mich dann.

So in etwa sehen diese Suchanfragen aus, wichtig ist es auf die Struktur zu achten und die Keywords einzubauen – Keywords habe ich unterstrichen, Text kann gerne als Vorlage verwendet werden.

Ob sich hier auch alle 11 Minuten ein Single verliebt? Wobei zwei Singles prinzipiell besser wären, führt sonst nur zu einer nicht erwiderten Liebe, die in Kummer oder Stalking endet… oder beidem.

Ich hätte da vieles falsch gemacht, allein schon die Annahme, eine Beziehung sei bezugnehmend auf eine Partnerschaft immer ernsthaft, wäre grundlegend verkehrt gewesen.

Vermutlich hätte das bei mir also so ausgesehen:

Gibt es eigentlich noch Frauen, die nicht nur an einem schönen Körper interessiert sind und immer nur Sex wollen. Ich bin mehr als ein Spielzeug, dass man abends mit ins Bett nimmt, um sich stundenlang damit zu vergnügen. Ich möchte auch mal etwas unternehmen, dass nichts mit Begierde, Verlangen und ungezügelter Lust zu tun hat. Wenn es also noch normale Frauen gibt, bitte meldet euch.

Fatal! Ich hätte alles falsch gemacht. Sämtliche Keywords vergessen. Das wäre total in die Hose gegangen.

Eile mit Weile

Neujahrsbläser marschieren durchs Dorf, verbringe also meine Zeit damit mich zu verstecken. Noch dazu ist wieder einer dieser Tage wo ich dazu neige Dummheiten anzustellen, die ich dann am nächsten Tag bereue. Schlafen kann ich allerdings nicht, da ich meine morgendliche Müdigkeit mit ganz viel Kaffee bekämpft habe, jetzt fühle ich ganz hibbelig, was die Wartezeit nur noch verlängert.

Nicht warten auf Godot, sondern warten auf einen Geistesblitz. Echt nervig. Fast als wolle man etwas sagen, was wirklich gutes, nur hat man es kurz vorher vergessen und kommt beim besten Willen nicht mehr darauf was es gewesen ist. Stunden später fällt es einem dann wieder ein, aber es jetzt noch in die Runde zu werfen wirkt dann deplatziert und ist überhaupt nicht mehr lustig. Ärgerlich. Ich warte also darauf dass mir etwas einfällt, was ich dann wieder vergessen kann, damit es mir dann wieder einfällt und ich mich im Anschluss noch mehr ärgern kann.

Ich habe nämlich festgestellt dass es mir gefällt wenn Frauen Humor haben und witzig sind – ja, habe ich meinem Blog zu verdanken! Und tatsächlich habe ich doch jetzt mal im echten Leben eine solche Frau kennengelernt. Mein Alter, meines Wissens Single und Dialoge mit ihr, meistens über soziale Medien, sind unkompliziert und witzig.

Nun kommen die Aber(s): Aber sie wohnt in unmittelbarer Nachbarschaft. Ich kenne sie schon seit meiner Kindheit, aber hatte nie Kontakt zu ihr. Sie weiß dass ich verheiratet bin. Wir wohnen in einem wirklich winzigem Dorf.

Wieder lande ich bei den Themen Informationsasymmetrie und „Signale“. Natürlich weiß ich nicht was sie weiß. Und ich weiß auch nicht was sie von mir hält. Ist sie einfach nur nett oder mag sie mich. Und wenn sie mich mag, welche Chancen bestehen dass wir mal ausgehen. Dass das alles so kompliziert sein muss. Wäre überhaupt nicht witzig einen Korb zu kassieren und ihr dann die nächsten Wochen ständig zu begegnen. Außerdem wohnen wir in einem Nest von Dorf, dann stelle ich mir nur ständig die Frage wer wohl davon erfahren hat und mir jetzt womöglich mitleidige Blicke zu wirft.

Auch ne Pfeife kann flöten

Die Hitzewelle macht sich langsam bemerkbar. Bemerkbar macht sich auch ein funktionaler Zusammenhang zwischen steigender Temperatur und dem Auftreten geistiger Tiefflieger. Tief fliegen sie im Grunde nicht, sondern wohl eher viel zu nah an der Sonne, doch anders als Ikarus wollen sie einfach nicht ins Meer stürzen. Wir brauchen also mehr Meer.
Mittag erhielt ich die frohe Botschaft, dass meine Friseurin ein Router-Problem hat. Habe also zwei meiner Hunde ins Auto verfrachtet und bin zu ihren Eltern gefahren. Ihre Mutter kannte ich bereits vom letzten Problemchen. Eine sehr nette, bodenständige und sympathische Frau. Leider war ihr trotteliger Freund heute auch da.
Zumindest hielt ich ihn immer für etwas trottelig da ich ihn bereits von ein oder zwei gemeinsamen Abendessen kannte. Nun muss ich mich korrigieren, er ist nicht trottelig, sondern eher so eine Mischung aus nicht ernstzunehmender Flachpfeife und Prahlhans.
Faszinierend wie viel Unsinn so ein Würstchen innerhalb von 60 Minuten von sich geben kann. Jetzt muss ich mich aber doch glatt an der eigenen Nasen packen, denn Unsinn rede ich auch viel. Wo jetzt genau der Unterschied zwischen Unsinn und Unsinn ist kann ich leider nicht so genau sagen. Aber wenn ich Unsinn rede geschieht das meist aus unterhaltsamen Dialogen heraus, wohingegen seine Monologe zwar auch unsinnig waren, aber es fehlte so ein bisschen die unterhaltsame Komponente.
Ich weiß nun jedenfalls dass er ein Prachtkerl ist. Das herauszufinden hat mich aber ziemlich müde gemacht. War aber auch anstrengend meine Zunge zu hüten. Bin deshalb jetzt nach Hause gefahren und werde wohl aus Erschöpfung erst mal ein Schläfchen machen.

Da ich gestern auf Facebook einen weiteren Prachtkerl kennengelernt habe – seine Frau hat ihn mir als Freund vorgeschlagen weil er sich mit mir über etwas unterhalten wollte an dem wir gerade arbeiten (war natürlich alles falsch was wir machen) – frage ich mich nun ob ich auch ein Prachtkerl werden muss.
Mit dem Prahlen habe ich es eigentlich nicht so, aber Frauen scheint das entweder nicht zu stören oder finden es attraktiv. Da bin ich mir noch nicht so ganz sicher. Eine weitere Möglichkeit wäre, dass deren Frauen vielleicht selbst nicht die – puh wie sag ich das jetzt ohne dass es böse klingt – „hellsten“ sind und ihnen der wohlformulierte Stuss schlicht als glaubwürdig vorkommt.
Wie dem auch sei. Muss ich ein Prachtkerl werden und prahlen, dann werde ich in logischer Konsequenz wohl auswandern müssen. Gibt ja noch 16 weitere Bundesländer in Deutschland (Österreich ist für mich auch ein Bundesland, deshalb sind es für mich insgesamt 17) und in einem werden ja die Leute hoffentlich noch normal sein.
Liegt die Akzeptanz des Prahlhans hingegen an der Einfälltigkeit der Damen, dann… ja… puh… auch dann werde ich wohl aus Bayern auswandern müssen, hält man ja sonst nicht aus hier. Wobei es auch an der sehr sehr sehr ländlichen Beschaffenheit der Bevölkerung liegen könnte, also könnte ich auch eine inländische Umsiedlung in Betracht ziehen, in der Hoffnung auf den urbanen Teil der Bevölkerung zu stoßen.
Ein äußerst prekäres Thema.

Morgen teils bewölkt

Es gibt gute Tage, es gibt schlechte Tage. Die Schlechten häufen sich, die Guten halten sich fern.Samstag hoch, Sonntag tief, Montag tief.Mal gibt sie mir ein gutes Gefühl, dann begegnet sie mir abweisend, ist launisch und gereizt.

Stünde unsere Ehe, unsere Beziehung, unter anderen Umständen, unter einem besseren Stern? Vielleicht in einem anderen Land, in einer anderen Kultur, in einem anderem Leben?

Der Alltag, die Arbeit, ist ihr Problem. Ausbildung die Zweite, bald abgeschlossen. Perspektive? Der Druck staut sich, das Arbeitsklima ist eine Katastrophe. Frauen, die sich gegenseitig zerfleischen. Jeder Arbeitstag ein Horror für sie.

Sie arbeitet gerne. Sie hat kein Studium, aber ihr traue ihr mehr zu, als vielen meiner früheren Studienkollegen. Sie ist ehrgeizig, diszipliniert und sie lernt schnell dazu. Man kann sich auf sie verlassen, denn sie übernimmt Verantwortung, denkt mit und gibt immer 100%.

Aber ohne höheren Schulabschluss oder Studium, ist das alles nicht so einfach. Bei Bewerbungsmarathons kommen in der Regel nur Absagen oder gar keine Antworten. Zusagen für Vorstellungsgespräche bieten dann Zeitarbeitsfirmen an, die mal eine Woche hier und mal eine Woche da hin schicken.

Das ein oder andere Mal, bieten diese Firmen ihr dann eine Übernahme an, aber zu Stundenlöhnen wie 6,50 € brutto.

Ich würde ihr gern ein Leben ermöglichen, das sorgenfrei ist. Sie hätte es verdient. Ihre Kindheit und Jugend war nicht leicht. Eltern getrennt, Mutter eher auf den Sohn fixiert. Sie wollte auf die Realschule, aber die Mutter sagte zu teuer und außerdem bräuchte sie das nicht. Mit 14 oder 15 zog meine Frau aus, arbeitete und verdiente sich ihr Geld selbst um sich in einer WG einzumieten.

Sie ist zäh und sie ist selbstständig, das habe ich immer an ihr bewundert. Sie boxt sich immer durch, egal wie ungerecht das Leben zu war oder ist.

Ich frage mich nur, ob vielleicht alles anders wäre, wenn sie einfach sorglos sein könnte. Halbtags oder gar nicht arbeiten. Irgendwie auch meine Schuld, diese dumme Idee mit Startup. Habe ich damit meine Ehe ruiniert? Auf der anderen Seite, ich werde nicht jünger und entweder klappt das oder nicht. Aber mit 45 Jahren werde ich sicherlich keine Lust mehr haben, mich nebenberuflich auf solche waghalsigen Abenteuer einzulassen. Irgendwann muss auch mal gut sein.

Schwierig.

Einfach mal so – Zonk

"Männer sind vom Mars, Frauen sind von der Venus"
Hier bitte mal das Zonk-Geräusch abspielen. Mars und Venus sind ja beides Planeten in unserem Sonnensystem. Im Grunde sollte es sich um Paralleluniversen handeln. Quasi außerirdischer als Außerirdische.

Diese Woche ein „interessantes“ Video gefunden:

  • 1:25 „Natürlich kann der Papa ein Kleid und Lippenstift tragen“…. öhm….
  • 1:45 „Aber, wie kann ich dann sicher sein dass ich wirklich ein Junge bin“….
  • 1:50 „weiß ein Junge nicht mehr ob er wirklich ein Junge ist“….
  • 2:00 „ein Mädchen weiß nicht mehr ob es ein Mädchen ist“….

Ich will jetzt niemanden vor den Kopf stoßen, aber so ein Unsinn hab ich ja selten gehört. Wie kann sich der Junge sicher sein dass er ein Junge ist… na, soll er sich halt nackt vor den Spiegel stellen, zusammen mit einem Aufklärungsbüchlein sollte das Rätsel schnell gelüftet sein.
Und wieso man sich hartnäckig gegen die Gleichstellung der Homo-Ehe sträubt ist mir ohnehin ein Rätsel.

Das Geheimnis einer guten Ehe…

lässt sich in einem kurzen prägnanten Satz zusammenfassen:
Happy wife, happy life!

Und für diese Erkenntnis mussten Forscher  394 Paare in einer Studie durchleuchten? Da hätten die auch einfach mal mich fragen können, hätten viel Zeit gespart.

Zumindest haben die damit herausgefunden, dass sich Unzufriedenheit eher von Frau zu Mann, als von Mann zu Frau überträgt. Das liegt scheinbar daran, dass Männer nicht gerne reden, auch nicht wenn es ihnen mal schlecht geht – na da hätten die mit mir aber eine ganz schönen Ausreißer in ihrer Punktwolke gehabt.

Wer prüfen möchte, ob er sich ewig binden sollte, der findet bei der SZ noch ein paar interessante Grafiken.

It’s all about Sex: Beziehung und Lustlosigkeit

Statista ist schon ne prima Plattform. Hier zum Beispiel:
„Was wäre für Sie ein Hinderungsgrund für eine Partnerschaft oder Beziehung? Wenn der- bzw. diejenige…?“.
Da habe doch tatsächlich Männer (66,8%) und Frauen (58,6%) einheitlich „…nicht attraktiv ist“ angegeben. Von wegen die inneren Werte zählen, dachte mir schon immer dass das nur Unsinn ist.
Lachen musste ich bei „…zurzeit arbeitslos ist“, da haben die Frauen doch glatt mit 53,7% und Männer nur mit 22,9% zugestimmt. Stellte sich mir die Frage, wieso scheint das Frauen häufiger abzuschrecken als Männer? Klischeemäßig würde ich jetzt sagen, na, weil Männer doch noch insgeheim irgendwie als Versorger angesehen werden – aber sage ich natürlich nicht.
Etwas traurig machte mich dann „Wie oft haben Sie durchschnittlich im Monat Sex?“, da konnte man als Minimum nur „1- bis 3-mal“ auswählen (0- bis 1-mal gab es nicht), womit ich als Proband nicht infrage gekommen wäre. Witzeln die Männer ja häufig, Sex gibts keinen, bin ja verheiratet. Da steckt natürlich oft ein Fünkchen Wahrheit dahinter. Liegt aber nicht an der Ehe per se, sondern an der Dauer einer Beziehung im Allgemeinen.
Je länger die Beziehung, desto weniger Bedeutung hat der Sex. Sex wird hier als Liebesbeweis angeführt, der in einer stabilen Beziehung nicht mehr erforderlich ist. Kurz, wer weniger Sex hat fühlt sich in seiner Beziehung sicher und geborgen. Häufiger Sex und eine stabile dauerhafte Beziehung schließen sich sogar gegenseitig aus.Ich habe mir schon oft gedacht, dass es eigentlich klasse wäre, wenn man Gefühle und Sexualleben trennen könnte. Sexualität ist nämlich etwas ganz schön primitives, im Ernst. Ja, zur Fortpflanzung brauchen wir das, aber auch wenn wir keine Kinder wollen spielt unsere Libido doch das ein oder andere Mal verrückt. Hat die Natur sicherlich gut mit uns gemeint, macht ja auch Spaß, aber irgendwie wird dadurch vieles oftmals viel komplizierter.

Wie etwa Beziehungen. Es wäre manchmal schön, wenn man hier Gefühle und Sexualität voneinander trennen könnte. Warum? Deswegen:
Ich esse gern Salat. Ich kann jeden Tag Salat essen. Und nach ein paar Monaten will ich natürlich immer noch was essen, aber hätte gern mal was anderes als ein Salat.

Das klingt jetzt ziemlich arschig, gebe ich zu. Trotzdem lebe ich natürlich immer brav eine monogame Beziehung, aber ich finde das eben nach einer Weile auch ganz schön anstrengend. Anders ausgedrückt, die Lust auf Sex lässt nach. Das Problem, auch wenn ich gern Sex mit anderen Frauen hätte, fände ich es nicht so toll wenn meine Partnerin Sex mit anderen Männern hätte. Was total verkorkst ist, muss ich zugeben. Warum möchte ich das nicht? Weil ich gelernt habe, dass es in einer Beziehung üblich ist sich treu zu bleiben und Sex auch ein Ausdruck von Liebe ist. Das wird uns zumindest so vermittelt. Rein objektiv betrachtet ist Sex für mich einfach nur ein Aktivität um seinen niederen Trieben nachzugeben und sich zu vergnügen, sicherlich hat es in einer Beziehung auch was mit Liebe zu tun, aber wenn beim Sex immer Liebe mit im Spiel wäre gäbe es keine Freudenhäuser.

Habe dazu vorhin im Internet einen interessanten Artikel über ein Buch namens „Die versteckte Lust der Frauen“ gefunden, demnach mehrheitlich Frauen ähnliche Probleme haben sollen.

Wir sind da in ein ganz schön merkwürdiges Denkmuster reingeboren worden. Eine Beziehung sollte nicht der Besitzanspruch auf die Libido des Partners sein. Klar, Sex gehört zu einer Beziehung dazu, es wäre aber besser wenn er sich nicht nur darauf beschränken würde.
Das klingt extrem freizügig, was ich allerdings nicht bin. Ein Widerspruch der mir ganz schön zu schaffen macht. Einerseits bin ich gerne in langfristigen Beziehungen, zumindest solange alles passt – was ich mir natürlich immer wünsche. Aber auf der anderen Seite war das auch immer ein beklemmendes Gefühl zu wissen, dass wenn diese Beziehung 50 Jahre hält, ich die nächsten 50 Jahre nur noch Sex mit dieser einen Frau haben werde. Und um diesen Widerspruch zu verstärken, werde natürlich auch ich eifersüchtig wenn meine Partnerin mit anderen Männern liebäugelt.

Manche schaffen es aber aus diesem Denkmuster auszubrechen, siehe Swinger. Vielleicht kommt daher auch der „flotter dreier“ Traum. Habe das nun schon des Öfteren von männlicher Seite vernommen, dass hieran ein Interesse besteht – natürlich mit einer weiteren Frau. Wenn man Umfragen glauben darf, gibt es hier auch Frauen mit ähnlichen Interesse, nur nicht zwingend mit einer weiteren Frau – was für manche Männer wiederum ein Problem darstellen könnte. In Anbetracht der Tatsache, dass die meisten von uns sich nun aber schwer tun Sex und Liebe zu trennen, und daher zur Eifersucht neigen, könnte so ein Dreier dann jedoch das Ende einer Beziehung einläuten.

Klingt alles total kompliziert, dabei könnte alles so einfach sein.