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Sie

Sie – wer ist sie? Sie ist ein kleines bisschen älter als ich, ein kleines bisschen größer als ich, ein kleines bisschen attraktiver als ich, beruflich ein kleines bisschen erfolgreicher als ich, verdient vermutlich ein kleines bisschen mehr als ich und ist auch ein kleines bisschen „erwachsener“ als ich. Ja, sie schüchtert mich gewaltig ein – deshalb hat auch sie mich nach der Nummer gefragt, denn ich hätte mich das nicht getraut. Seitdem stehe ich vor dem Rätsel, ich, warum ich? Und nach ein paar Treffen kennt sie sogar meine Ausgangssituation. Noch rätselhafter, denn nun frage ich mich, warum immer noch ich?
Unsere ersten Treffen nenne ich absichtlich „nur“ Treffen, denn es hätten auch Dates sein können. Wir stellten uns allerdings wie zwei unerfahrene Jugendliche an und wirkten auch dementsprechend unbeholfen. Ich hab dann auch irgendwann mal aufgehört mitzuzählen wie oft sie mich hätte ganz gewaltig auflaufen lassen können. Es war also entspannt und unkompliziert mit ihr – und das ist wirklich nur ihr zu verdanken. Dummerweise war es so entspannt und unkompliziert, dass wir am Ende beide nicht mehr wussten, war das nun alles nur freundschaftlich oder besteht mehr Interesse. Nun haben wir aber bald ein richtiges Date und nennen das auch so!

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Einfach mal alles verkomplizieren

Boah bin ich gestresst. Ich sollte Wochenende einfach Zuhause bleiben oder bestenfalls einem Bingo-Abend im Seniorenheim beiwohnen. Wieso gehe ich auch in einen Club. Mensch hier. Ich bin doch eher so der ruhige, höfliche und zuvorkommende Typ. Aber nein, da muss ich ja abends in die Stadt gehen und von introvertiert auf extrovertiert wechseln – was wohlgemerkt ziemlich anstrengend ist. Und das habe ich nun davon. Eine ca. 20-jährige attraktive, lustige und verrückte Studentin aus den USA, die für ein paar Wochen in Deutschland ist, will sich mit mir treffen. Bei mir um die Ecke. Und das war nicht meine Idee.

Ja. Was soll ich sagen. Das Wort „Cool“ wäre womöglich angebracht. Wie lief es wirklich ab. Mein Smartphone vibriert. Sehe kurz einen Auszug der Nachricht, dieser beginnt mit einem Smiley. Aus Angst davor zu lesen was in der restlichen Nachricht steht wollte ich mein Handy dann die Toilette hinunterspülen. Erschien mir jedoch etwas übertrieben und habe erstmal abgewartet. Irgendwann habe ich es dann doch gewagt, bin im Anschluss dann erstmal zur Salzsäure erstarrt, um dann den restlichen Abend – einschließlich bis jetzt – in einer tiefe Ratlosigkeit zu versinken.

Soll ich.. kann ich.. und was wenn… Nicht „hoffentlich läuft da was“, sondern „ohje, was wenn da was läuft“ beschäftigt mich. Vermutlich sollt eich einfach weniger denken sondern mehr handeln. Aber das fällt mir einfach immer noch sehr, sehr schwer. Das wäre dann von meiner Seite das endgültige Aus für unsere Ehe und vielleicht auch mehr – Freundschaft, harmonisches Auskommen. Ist die Ehe aus, ja ich denke schon. Trotzdem gibt es Phasen in denen ich unsere gemeinsame Zeit vermisse, Zeiten in denen wir als Team, als ein Wir, agiert haben. Wieso mich das so quält, ich habe keine Ahnung. Für mich hat das noch immer einen Hauch von Betrug oder Fremdgehen. Es liegt wohl am loslassen. Zu wissen, das der nächste Schritt eine Einbahnstraße ist und es dann auch kein Zurück mehr gibt.

PS:
Für die Jungs in meinem Umfeld überlege ich mir jetzt noch eine coolere Story, sonst ernte ich nur Häme und Spott 😉

Kein Flirt für mich

Das kann ja ein heiteres Jahr für mich werden. Sehe mich bereits als Langzeit-Single, sexlos versteht sich. Vermutlich werde ich bald anfangen Beiträge zu schreiben, wie viel schöner das Single-Leben doch ist. Ja, kann auch schön sein, aber mit dem richtigen Partner ist es halt Doppelplusschön (man sollte wirklich überdenken Deutsch durch Neusprech zu vereinfachen). Allerdings bin ich zurzeit abends immer sehr müde. Und wenn ich nicht genug Schlaf kriege, dann bin ich den ganzen nächsten Tag ziemlich eklig und noch viel müder. Meistens hat man aber in der frühen Beziehungsphase eher weniger Schlaf, was wirklich lästig wäre.

Hab ich ein Glück, dass ich es gar nicht erst so weit kommen lasse und automatisch Abwehrmaßnahmen einleite. Hier wird nicht mehr geflirtet. Klar bin ich wie üblich nett und charmant, aber sobald ich auf eine Frau treffe die mir gefällt – alles weg. Also noch kälter und mürrischer geht kaum noch. Da kann man Blickkontakt mit mir aufnehmen und lächeln wie man mag, aber ich bleibe regungslos und verziehe keine Miene. Man könnte den Eindruck gewinnen, ich schau mir eigentlich die Wand dahinter an, denn ebenso gelangweilt gleitet mein Blick dann einfach weiter.

Aber ich kann noch besser. Meine Kommentare, ja um Himmels Willen. Früher konnte ich dummes Zeug einfach ausblenden, ich wollte halt mein gegenüber nicht vor den Kopf stoßen. Heute scheine ich genau das Gegenteil bezwecken zu wollen. Manchmal wird mir selbst Angst und Bang, welche Kälte mich da von einem Moment auf den anderen erfasst.

Habe ein paar Theorien. (1) Ich bin noch nicht bereit für eine neue Beziehung. (2) Habe während meiner Ehe alles verlernt. (3) Ich bin unsicher geworden. (4) Ein Schutzmechanismus, um meine Ehe nicht zu gefährden, ist außer Kontrolle geraten. (5) Meine Frau hat die Messlatte höher gesetzt.

Ich habe tatsächlich etwas Angst – mir ist nur nicht klar weshalb oder warum. Es könnte daran liegen, dass ich das Trauma vom letzten Jahr überwunden habe, wir uns langsam aber kontinuierlich auf die letzte Phase der Trennung zu bewegen und ich nicht noch einmal vor so einem riesigen Scherbenhaufen stehen will.

Beziehungsstatus in sozialen Medien gebe ich zwar nie an, aber wenn würde mein Statusupdate folgendermaßen lauten: Single. Interessiert sich theoretisch für Frauen, praktisch findet er über 99% allerdings nicht so gut. Nicht auf der Suche, kann aber gern gefunden werden.

 

Liebe für jedermann

Habe gestern das erste Mal von den geheimnisvollen 36 Fragen gehört, die ausreichen sollen um sich ineinander zu verlieben. Ich dachte mir prima, diese Fragen lasse ich künftig ganz subtil in jedes Gespräch und jeden Blogbeitrag einfließen, dann kann ich mich vor Liebesbekundungen gar nicht mehr retten. Aber nein, so funktioniert das natürlich nicht. Liebe für jedermann weiterlesen

1.6 Mio neue Singles auf dem Markt und ein bisschen ballaballa ist das schon alles

Die Sexbörse „Adult Friend Finder“ wurde gehackt! Als hier Anfang April die ersten Gerüchte im Internet kursierten haben bestimmt etliche User ganz schön Muffensausen bekommen. Wenn, wie bei Tinder, 42% aller Nutzer bereits liiert sind und man diese Zahl mal überträgt, da kommt bei 3.9 Millionen registrierter Nutzer ganz schön was zusammen. 1.6 Millionen Erwachsene in Alarmbereitschaft versetzt, panisch nach ihrem Namen im Web suchend, begeben sich in die entlegensten und düsternsten Abgründe des Internets, um herauszufinden ob und wo eine solche Liste offengelegt wurde.
In weiser Voraussicht werden Blumenläden gestürmt, Pralinenschachteln gehortet und die preisgünstigsten Juwelen ausgewählt, ein zusätzlicher Valentinstag, die Geliebte ganz spontan und einfach so überrascht.

Interessant wäre es schon mal zu wissen, was sich da für Leute anmelden und wie das Verhältnis zwischen Männern und Frauen ist. Aber dazu kommen sicherlich mal ein paar Studien raus, dann bin ich schlauer und meine Neugierde wird gestillt.

Scheint ja ein richtiger Trend zu werden, online Smartphone Dating Finder Schlagmichtot Apps. Habe nun erstmals von „Bumble“ gehört. Verhält sich wie Tinder, allerdings können hier nur Frauen die Kontaktaufnahme starten. Soll auch viel besser funktionieren, da wesentlich mehr Profildaten abgefragt und verglichen werden.

Ist doch super. Profilfoto, doof, kein Studium, doof, zu wenig Gehalt, doof, blöde Interessen, doof. Hey, das spart Zeit. Quasi wie lineare Optimierung, maximiere die „Attraktivität“ deines Partner. Wenn man jetzt die Guten nicht selbst in Töpfen werfen müsste wäre das natürlich perfekt.
So kommt man dann wenigstens nicht in Verlegenheit jemanden kennenzulernen, den man dann gern näher kennenlernen möchte, der aber mal so gar nicht ins Raster passt. Aus einer peinlichen Nummer schon mal rausgekommen, bevor man überhaupt reingeraten ist.

Freue mich schon auf weitere Innovationen. Wie wäre eine Dating App, die einen 3D-Scan von mir macht, mein Gehirn ausliest und unter Abgleich meines online Kalenders und meiner gesundheitlichen Verfassung, mir basierend darauf eine virtuelle Nachricht schickt, wann ich mich wo mit wem treffen werde.

Hab zwar mal was von „sich riechen können“ gehört, aber da auch an der Digitalisierung von Gerüchen geforscht wird, sollte auch das bald kein Problem mehr darstellen.