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Faszination Alltag

Da hab ich ja gestern ganz vergessen was superwitziges mitzuteilen. Letzte Woche, also nicht diese, die mit dem heutigen Sonntag endet, verstanden meine Frau und ich uns echt gut.

Kann sich noch jemand daran erinnern, dass ich im Febraur/März eine Nachricht von einer unbekannten Person über Facebook bekam, dass meine Frau sich von mir scheiden lassen möchte? Letzten Sonntag erhielt ich eine weitere Nachricht. Ein Unbekannter schrieb mir, er würde meine Frau seit mehreren Wochen beschatten und er hätte nun herausgefunden sie hätte einen Neuen. Kann man ignorieren oder? Weiter im Text. Seine Auftraggeberin – sehr mysteriös – bat ihn, mich zu unterrichten, wenn er etwas herausgefunden hätte. Kann man ignorieren oder? Der aktuelle Standort meiner Frau sei…. es folgt die Adresse ihrer Freundin wo sie sich tatsächlich aufhielt…. Kann man nicht mehr ignorieren oder?

Der Facebook-Account wurde wenige Minuten vor dem Absenden der Nachricht erstellt und einen Tag später wieder gelöscht. Meine Frau hatte diese Woche Urlaub, was nun alles andere als entspannt für sie war, denn Nachbarn und Freunde der Freundin berichteten, dass dort seit geraumer Zeit tatsächlich ein Fahrzeug immer wieder vor dem Haus parkte oder langsam vorbeifuhr. Nichts ungewöhnliches, wenn dieses Haus nicht in einem winzigen Nest am A.. der Welt wäre und es nicht immer das gleiche Fahrzeug gewesen wäre.

Jedenfalls sind Freundin und Frau diese Woche mal in der Stadt gewesen. Einkaufsbummel, verschiedene Läden, teilweise nur mit Auto erreichbar. Seltsamerweise fiel ihnen dann mal auf, dass immer ein junger Kerl und eine junge Frau dort waren, egal wo sie hingingen, die zwei tauchten auch auf. Sicherlich Zufall. Tagsdarauf, in einer kleinen Ortschaft am Badeweiher, fällt ihnen etwas abseits wieder dieses Pärchen auf, die dort auf einer Bank etwas verschanzt hinter einer größeren Infomappe dieses Badeweihers saßen.

Und noch mal ein paar Tage später, liegen verstreut auf der täglichen Gassiroute, die Frau und Freundin täglich mit ihren Hunden gehen, über ein dutzend Fleischköder mit einer unbekannten weißen Pulverfüllung.

Sehr schön. Nichts mehr mit gut verstehen. Meine Frau ist sehr beunruhigt, fühlt sich jetzt noch mehr gestresst und hat alle unter Generalverdacht – auch mich.

Welche Gründe dahinter stecken? Ich habe keine Ahnung. Fest steht, jemand sabotiert unsere Beziehung und zwar vorsätzlich. Über die Gründe kann ich nur mutmaßen. Vielleicht möchte jemand freie Bahn haben um sich an sie ranmachen zu können. Vielleicht möchte sie jemand auch einfach nur fertig machen und sie ihn den Wahnsinn treiben.

Ich hatte mich ehrlich gefreut dass zwischen uns alles wieder freundschaftlich und harmonisch ist, aber diese Aktion hat uns zurück an den Anfang oder sogar noch weiter zurück geworfen.

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Gäääääääääääääääääääääää

äääääähhhhn. Bin inzwischen ganz schön müde. Seit gestern 4:30 Uhr wach, war aber auch alles so aufregend. Ging am Sonntag schon mal gut los. Kurz bevor der Zugkapitän das Schiff in den Bahnhof einlaufen ließ pushte die Süddeutsche eine Nachricht auf mein Handy „GDL kündigt Streik ab Dienstag an“. Dachte mir das ist aber toll, denn Dienstag habe ich die Rückfahrt gebucht – habe dann fröhlich „Viva Colonia… da simmer dabei“ gesummt. Steige dann aus dem Zug aus und habe nach mehrstündiger Fahrt ein starkes Nikotin-Defizit. Aber natürlich darf man im ganzen Berliner Hbf nicht rauchen, außer vor der Tür. Nichtraucherschutz und so, wenn dann wenigstens ein mal Nichtraucher oder überhaupt ein Mensch in Sichtweite gewesen wäre.
Dann holte mich mein Kollege ab, ein alter Berliner Hase der angeblich ein halbes Jahr im Bummstag Bundestag gearbeitet hat. Ich hatte Hunger, er lotste mich, vorbei an den leckersten und köstlichsten Imbissständen, hin zu einem Kaiser’s Supermarkt. Um meinen Appetit zu stillen hab ich dann eine Flasche Wasser mitgenommen, war lecker.
Weiter ging es dann zur S-Bahn. Ticket brauche ich keins meinte er, ich war da anderer Meinung und habe mir eins gekauft. Er hielt mir dann einen Vortrag darüber, dass man sich nicht jeder Autorität beugen müsse und Blabla … natürlich hatte er selbst ein Ticket.
Wir fuhren dann eine Ewigkeit raus aus der Stadt, dummerweise durfte ja er die Zimmer buchen. Irgendwo kurz vor Polen oder zumindest recht weit außerhalb von Berlin kamen wir dann mal an. Naja fast, wir mussten dann noch eine halbe Stunde zu Fuß gehen. Das Hotel war… okay … die Zimmer auch, auch wenn meine „Couch“ eine auffällige Musterung hatte, von der ich mir sicher bin, dass diese Musterung nicht Teil der ursprünglichen Stoffbespannung war. Aber hey, 33€/Nacht…. Nächstes mal buche jedenfalls ich.
Der Wecker am Montag klingelte sehr früh, war aber trotzdem recht schnell munter, denn ich hatte den Weckdienst vom Hotel gebucht. Glaube ich zumindest, weil sonst würde mir kein logischer Grund einfallen warum mein Zimmer warmwasserfrei war. Ok, vielleicht hätte ich Warmwasser ähnlich wie Frühstück dazu buchen müssen. Zumindest hatte ich dann doch die Qual der Wahl zwischen kalt und saukalt. Habe dann einfach die Augen geschlossen, irgendwas eingestellt – wollte mich einfach mal überraschen lassen.
Es folgte dann wieder eine Irrfahrt durch Berlin. Mal so ganz nebenbei, ist ganz schön groß das Ding! Er hat mir dann irgendwelche Gebäude mit riesigen Glaskuppeln gezeigt, hat mich hat mal gar nicht beeindruckt, kannte ich ja schon aus den Nachrichten, dem Internet und überhaupt hatte ich keine Lust auf Sight-Seeing.

Also dann hier Wettbewerb. Tolles Hotel, super hip. Wir gleich die Ersten beim Vortrag, lief gut. Danach folgten noch 2:30 Stunden weitere Präsentationen, was ultra langweilig war – zumindest für mich. Einerseits waren die Ideen doof, andererseits kam es mir vor als ob deren Schallplatte einen Sprung gehabt hätte, denn sie wiederholten sich ständig. War vermutlich direkt auf meinen Kollegen zugeschnitten, der wiederholt nämlich auch immer alles 100 Mal. Wir reden über ein Thema, er sagt „hab ich verstanden“, ein- oder zwei Wochen später ruft er mich total begeistert an, erzählt er hätte mit diesem und jenem darüber geredet und der hätte ihm dies und das dazu gesagt. Ich bin dann meistens genervt, weil ich ihm dann unmissverständlich mitteile, dass ich ihm das bereits vor zwei Wochen mitgeteilt habe, er erwidert dann immer, dass er es jetzt aber noch einmal bestätigt bekommen hätte und fängt dann an diese Erkenntnis wie ein Mantra immer und immer wieder zu wiederholen.

Dann kam das Mittagessen. War toll, super hip. Meine Füße konnte ich zwar nicht vernünftig unter dem Tisch platzieren, aber dafür war der Tisch hip. Die Sitze waren auch irgendwie unbequem, aber dafür hip. Am Tisch standen roter, gelber und weißer Schleimbrei, dazu Fladenbrot. Ging schon mal gut los. Die Angestellten von dem Unternehmen machten so „uh“ und „oh“ und „ah“ und haben dann Oliven aufgespießt und so „uh, mmmh, oh, lecker Oliven“ gesagt… sehr schön, Oliven, fantastisch! Dann wurde der Schleimbrei auf die Teller geladen und das Brot gedippt – kein sehr appetitanregender Anblick. Der Kellner brachte in minütlichen Abständen immer mehr neue kleine Schüsselchen und Tellerchen, auf jedem war Schleimbrei in verschiedenen Farben, mit Soßen und ka. was noch – es wurde einfach nicht besser. Habe dann angefangen zu probieren und mal so unter uns Klosterschwestern, Hummus wird zwar der Trend im Jahr 2015 – aber irgendein Marketinggenie veräppelt uns hier doch ganz schön. Hummus mit Rote Beete … würgh… mit Curry…. doppel bäh…. Hummus mit …. und bei jedem „oh“ und „uh“ und „ah, wie lecker“ hätte ich denen am liebsten eine gepatscht. Dann schnüffeln die am Brot, biegen es, schnüffeln noch mal dran… total gaga. Als hätten die noch nie frisches Fladenbrot in den Händen gehabt – so viel Faszination für so popelige Speisen können auch nur Großstädter aufbringen. Ein schönes saftiges Steak kam leider nicht, dafür ein Hühnchen in Tomaten, Gemüse irgendwas mediterraner Pampe. Schmeckte halt mal nach nichts, außer nach Wasser mit einem Hauch Tomate. Alle wieder „oh“, „ah“, „uh“… Probier doch mal, das ist so zart das Hühnchen – ja ne is klar, ein Hühnchen solange zu braten bzw. dünsten bis es zäh ist muss man ja auch erst mal schaffen, das wäre für mich ne Meisterleistung gewesen.
Ob ich so pingelig sei? – nein, aber das Essen ist mir nicht umami genug. Kochst du denn? – klar, wie soll ich mich denn sonst ernähren. Aha, und gibts dann immer nur Fleisch? – nein, natürlich mit Gemüse oder Salat. Mhm, aber das Fleisch kaufst du beim Bio-Metzger? – Beim Discounter, genau. Du meinst das Bio-Fleisch in den Supermärkten? – nein, das Billige vom Discounter. Mein Kollege interveniert, sagt ich wohne auf dem Land und dort wäre jedes Fleisch beim Metzger Vorort wie Bio. Ich antworte dass das a) Unsinn ist, und b) ich ja mein Fleisch beim Discounter kaufe. Dann kam ein Vortrag über… ich weiß es nicht mehr.
Essen vorbei, wieder 2 Stunden dösen, dann war Schicht im Schacht. Bin dann zum Warten in die hippe Lounge und habe mich hingesetzt, sofern man das sitzen nennen konnte. Kleine Höckerchen, die ca. 25cm Abstand zum Boden hatten – habe mich dann gefragt, ob der Innenarchitekt keine Beine hatte, sonst hätte er die sicherlich irgendwo mal eingeplant oder es war ein pygmäischer Stararchitekt – auch möglich.
Dann kam die Preisverleihung, viele winzig kleine Schälchen mit Essen, komische kleine Getränkeflaschen mit „Mischmasch“ und so Getränken die keiner kennt. Eine vernünftige Flasche „Spezi ist Spitze, trink das Original“ wäre mir zwar lieber gewesen, aber half ja nicht.
Alle mussten dann langsam los zum Flughafen, wir zwei Nasen durften hingegen gemütlich zum Bahnhof und Tickets umtauschen. Nach 45 Minuten Wartezeit waren wir auch schon an der Reihe und durften unser Begehr vortragen. Die Dame war sehr hilfsbreit. Ich sagte, den Streik hätte man ruhig vorher ankündigen dürfen, dann wäre ich nämlich geflogen, sie meinte dann wäre es ja kein richtiger Streik. Dachte mir dann dass es eigentlich schon einer wäre. Habe sie dann gefragt ob sie morgen arbeiten darf/muss. Sie meinte muss, leider.

Wieder Hotel, schlafen, kalte Dusche, früher Vogel und so. War dann am Nachmittag gegen 3 Uhr daheim, habe mich kurz an den Rechner gesetzt um ein paar Powerpoint-Folien zu überarbeiten. War dann auch schon so gegen 3 Uhr morgens fertig, zumindest fast. Gegen 4 Uhr wollte ich ins Bett, aber dann musste die Gemeinde vorm Haus mal wieder Gemeindezeugs machen. Klingelten dann auch um 4:30 Uhr. Kommt – mit einem schadenfrohen Unterton- die Frage: Wir haben dich doch nicht etwa aufgeweckt? – Mich, um halb 5 morgens?… neeeeeäää, wer schläft denn bitte um die Uhrzeit, da bin ich ja noch nicht mal ins Bett gegangen. Er muss Gemeindezugs weil Wasser und so machen. Wusste nicht wovon er spricht, hab ihn dann einfach mal ins Haus und Gemeindezeugs machen lassen. 4:45 Uhr klingelte er dann wieder, weil Wasser und Gemeindezeugs und so. Immer noch keine Ahnung wovon er spricht.

Habe dann überlegt ob ich schlafen soll. Aber um 8 Uhr kommt der Leck-Doktor und wenn ich 2 Stunden döse bin ich danach nur noch kaputter.

Schreibe jetzt noch einen Brief an Claus Weselsky, frage ihn ob er vorher seine Termine umdisponieren konnte oder auf den Ersatzfahrplan der Bahn angewiesen ist.

Hilfe, die Schwiegerfamilie ist los!

Es ist Samstagnachmittag und ich statte meiner Schwiegermutter einen Besuch ab. Meine Frau bleibt zu Hause, denn ihr liegen Kuchennachmittage nicht so. Mir persönlich eigentlich auch nicht, aber einer muss den familiären Verpflichtungen nachkommen und zumindest ich bringe hierfür die nötige Geduld mit.

Bei Schwiegermutti angekommen erzählt sie mir, dass sie heute auf dem Balkon einer Hummel das Leben gerettet hat. Ich frage sie, wie sie denn das geschafft hätte. Die Hummel trieb hilflos auf offener See in einem, mit Wasser angestauten, Untertopf, beherzt zwickte Schwiegermutter dann ein Blatt von einer Pflanze ab und rette die Hummeln aus ihrer Not. Ich sage das ist prima, aber die Geschichte geht ja noch weiter. Die Hummel weiß nämlich dass meine Schwiegermutti sie gerettet hat und fliegt ihr schon seit heute Vormittag aus Dankbarkeit hinterher. Ich wittere eine Story für Bild und frage wo die Hummel denn nun sei. Draußen im Garten und immer wenn sie in den Garten geht fliegt die Hummel wieder zu ihr hin. Jetzt bin ich skeptisch und frage, wie sie denn die Hummel erkennen würde. Na, weil sie doch im Garten zu ihr hinfliegt – logisch, da hätte ich doch eigentlich selbst drauf kommen können.
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Blickfang

Vor vielen Jahren habe ich zwei Sachen gelernt:

  • a) Hübsche Frauen ziehen mich magnetisch an
  • b) Meine Freundinnen finden das nicht so toll

Zu b) natürlich finden sie es toll, doch nur solange sie diejenigen sind, die mich anziehen. Passiert eine hübsche Frau meinen Weg, wandern meine Augen mit. Das passiert unweigerlich und ohne meine Zutun. Quasi vollautomatisch.
Nun wurde mir beigebracht, das nicht zu tun. Was schwierig ist. Das ist wie ein großer leuchtender Knopf der in einem leeren Raum steht, mit einem riesigen blickenden Schild auf dem steht „Auf keinen Fall drücken!“. Natürlich will ich auf diesen verdammten Knopf dann drücken! Es entsteht sozusagen der Reiz des Verbotenen.

Ich habe also versucht diesen Knopf nicht zu drücken, bzw. meinen Blick zu kontrollieren. Dabei gab es aber ein paar Probleme:
1. Manche Frauen werden paranoid wenn man es einmal gemacht hat, d.h. sobald mein Blick auch nur zufällig auf eine hübsche Frau trifft kann das Ärger geben
2. Um Problem 1 aus dem Weg zugehen, muss ich erstmal wissen wo ich nicht hinsehen darf, was wiederum erfordert, dass ich meine Umgebung im Blick behalte
3. Wenn ich nun weiß dass Gefahr im Verzug ist, muss ich das Zielobjekt permanent orten, um zu wissen wo ich nicht hinsehen darf
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Die Leichtigkeit zu Lieben

Wenn wir an die Liebe denken, dann fangen wir zu träumen. Wir denken zurück an unsere erste Liebe, an unsere derzeitige Liebe oder an die große Liebe, auf die wir so sehnlichst warten. Die Liebe bereichert unser Leben und erfüllt uns mit Glück. Wenn wir lieben, dann können wir einfach loslassen, dann verlieren uns in einem Gefühl, das sich nicht ausdrücken, sondern sich bestenfalls mit Attributen umschreiben lässt. Wir werden schwärmerisch und schweben förmlich auf Wolke sieben.
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Der frühe Vogel fängt mal gar nix, der ist einfach nur müde!

Es gibt so Tage, da kommt man, egal wie oft der Wecker klingelt, einfach nicht aus den Federn. Diese Tage heißen bei mir, Werktage. Sonntage dagegen sehen ganz anders, da mutiere ich zu einem richtigen Frühaufsteher, damit ich dann abends mal nicht so spät einschlafe. Ist doch logisch, danach folgt wieder ein Werktag, da muss ich ausgeruht sein. Zumindest soweit ausgeruht, dass ich realisiere, dass mein Wecker klingelt. Es ist nämlich sehr ärgerlich, wenn man träumt, dass ein sehr penetranter Radiosender im Hintergrund läuft und man sich wünscht, jemand würde dieses verfluchte Ding zum Schweigen bringen. Durch ein jahrelanges und intensives Training habe ich es geschafft, dass mein Körper reflexartig und routiniert den Wecker zum Schweigen bringt, ohne mich dabei aufzuwecken. Darauf bin ich sehr stolz.

Denn ich brauche dieses Schläfchen nach dem Weckerklingeln. Zum Einen, um sicher zu sein, dass ich ausreichend Schönheitsschlaf hatte und somit mein jugendliches, attraktives und zugleich, sehr männliches, Aussehen für meine Frau bewahre. Zum Anderen aber auch, da ich prompt nach dem Einschlafen, in einen komatösen Tiefschlaf falle und nie etwas träume, so müde bin ich. Um nun also regelmäßig meiner Traumwelt einen Besuch abzustatten, bleibe ich einfach noch etwas liegen.

Ich vermute meine Frau hat herausgefunden, wie es in meiner Traumwelt so aussieht – darauf gehe ich nicht näher ein – und hat sich deshalb freiwillig zum täglichen Weckdienst gemeldet. Dieser Gedanke hat mich beunruhigt. Ich habe dann im Internet versucht herauszufinden, ob es vielleicht einen geheimen „Freundinnen und Ehefrauen“-Spionage-Marktplatz gibt. Nein gibt es nicht.

In den ersten Monaten sah der Weckdienst wie folgt aus: Es gab ein Küsschen zum Abschied wenn sie in die Arbeit ging. Ein halbes Jahr später sah der Weckdienst dann so aus: Sie richtete ihre Klamotten nicht am Abend zuvor her, sondern macht morgens das Licht an und begann jetzt erst ihre Kleidung auszuwählen. Wieder ein paar Monate später folgte: Sie macht das Licht an, sucht ihre Kleidung und geht ins Bad. Sie kommt zurück, macht das Licht an und holt wieder etwas. Inzwischen läuft es so: Sie macht das Licht an, holt sich ein Kleidungsstück und geht ins Bad. Da ein Kleidungsstück selten ausreicht, wiederholt sich der Vorgang solange, bis sie angezogen ist. Obwohl ich ihr glaubhaft versichert habe, dass es für jeden Mann ein erfreulicher Anblick wäre, wenn sie mal nicht vollständig bekleidet zur Arbeit ginge, konnte ich sie nicht davon abbringen, dieses Prozedere beizubehalten.

Das finde ich aber gar nicht so schlimm. Denn ich hatte ja, durch die stufenweise Steigerung genug Zeit, mich an das neue morgendliche Stresspensum zu gewöhnen. Und da Frauen ohnehin immer sehr lange im Bad sind, manchmal sogar so lange, dass man sich fragt, ob sie vielleicht, von einer in der Kanalisation lebenden Spezies, durch die Abwasserkanäle entführt wurden, freue ich mich sogar über diese regelmäßigen Lebenszeichen von ihr. Wenn sie jetzt noch aufhören würde, manchmal einen vollen Wäschekorb über mich auszukippen, weil sie etwas in der frisch gewaschenen Wäsche sucht, dann wäre ich sogar ganz zufrieden. Aber was soll ich sagen, Mann gewöhnt sich schließlich an alles.

Der Rasierklingenmörder

Ein herrlicher Morgen, er schreit förmlich nach einer Dusche, obwohl es eigentlich schon Mittag ist. Aber als Student nimmt man das nicht so genau. Ich schwinge mich ins Bad, ziehe mein T-Shirt aus und bewundere meinen Astralleib am Waschbecken im Spiegel. Mein erster Blick fällt auf mein Six-Pack, beziehungsweise, an die Stelle wo eines entstehen soll. Läuft! War eine clevere Idee die Fernbedienung einfach bei meinen Füßen zu platzieren wenn ich auf der Couch liege. Ein Sklave der Unterhaltungsindustrie? Nicht mit mir. Das Recht zu wählen war mir schon immer wichtig. Nächste Aufgabe, Beinmuskulatur trainieren. Angefangen habe ich damit schon, mein Schreibtischstuhl sinkt bereits weiter in Richtung Bodennähe. Man spürt förmlich wie sich die Oberschenkelmuskulatur beim Aufstehen anspannt. Schaffe ich es jetzt noch mein Hantelset in unsere Wohnung hochzutragen, dann hätte ich wirklich die perfekte Ausgangssituation. Im Moment liegen die Dinger im Treppenhaus im ersten Stock. Ich denke bis Ende dieser Woche schaffen sie es noch in den Zweiten. Die sind aber auch sau schwer, glaubt man gar nicht.
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Wir lieben uns, müssen aber nicht alles verstehen

Es ist Wochenende, meine Frau ist zuhause und ich vertreibe mir meine Zeit mit Männersachen. Mit anderen Worten, ich sitze am Computer und bin über einen SSH-Zugang mit meinem Linux-Server verbunden. Oder wie sie es liebevoll anderen Leuten beschreibt: er sitzt vor seinem Monitor und schaut auf ein schwarz/weißes Fenster mit viel Text. Ja, das stimmt. Ich habe nämlich festgestellt, dass mir True Color mit seinen 17 Millionen Farben gar nicht so gut gefällt, deshalb stelle am Wochenende meinen Monitor gerne mal auf Monochrom um.
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Ganz schön haarig

Meine Frau hat schöne lange Haare, aber erst nach dem Zusammenziehen habe ich gemerkt, wie viele sie davon hat. Plötzlich finde ich überall lange Haare. Auf meinen Klamotten, in meinen Klamotten – wie zum Henker kommen die in meine Unterhose? – im Filtersieb des Wäschetrockners, auf den Sitzen im Auto. Irgendwann dachte ich mir, hmmm, sind ja ziemlich viele Haare und habe dann angefangen die Haare einzusammeln und aufzuheben. Sicherlich würde sie die alle bald brauchen wenn das so weitergeht. Kritisch habe ich wochenlang den Haarbestand auf ihrem Kopf beobachtet, konnte aber keine Anzeichen für kahle Stellen entdecken. Habe dann die Webseiten von verschiedenen Perückenmachern wieder aus meinen Favoriten im Browser gelöscht und kehrte beruhigt zum Alltag zurück.
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