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Bargeldverbot – ich freu mich drauf

Bargeldabschaffung, bin ich dafür. Mein Geldbeutel hat das schon längst beschlossen und entsorgt sämtliches Bargeld, oder besser, er verteilt es. Bekomme deshalb seit zwei Jahren – könnten auch drei sein – gesagt, ich solle mir endlich einen neuen Geldbeutel kaufen. Das Thema hat sich somit für mich erledigt, denn ein Geldbeutel ist, wenn es kein Bargeld mehr gibt, nur noch ein Beutel und mit normalen Beuteln gehe ich grundsätzlich nicht aus dem Haus, und wenn dann nur bis zur Mülltonne – Stopp, im Kindergartenalter hatte ich einen Turnbeutel!!1! Außerdem kann ich dann hoffentlich überall mit der Kreditkarte zahlen, gibt noch unzählige Läden die nur EC-Karten nehmen, und ein paar ganz urige sogar nur Bargeld !!11eins!!elf! Mag mir gar nicht ausrechnen wie viel Geld mich das jedes Jahr kostet. Wenn ich es schätzen müsste, dann bestimmt ein paar gefühlte zig-Fantasilliarden an Amazon-Bonuspunkten. Außerdem machen mich Cent-Zähler vor mir an der Kasse viel wütender als Kartenzahler – so true! Außerdem kann ich es kaum erwarten herauszufinden was passiert, wenn mal wieder ein Kartenleser nicht funktioniert. Muss ich dann mein Essen im Restaurant oder die Getränke in einer Bar zurückgeben, auch wenn ich sie bereits konsumiert habe? Muss ich das Benzin aus meinem Autotank wieder abpumpen? Und wie erkläre ich meinem Date, dass mein Konto gedeckt ist und nur die Karte wieder spinnt?

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Unterwegs mit dem Besten

War gestern mit meinem BFF auf Tour – falls jemand BFF im Urban Dictionary nachschlägt, bitte nicht mit der Big Fat Fuck Definition verwechseln. Shoppingtour natürlich, nicht Sauftour. Wobei beides mit meinem Buddy ziemlich traurig sein kann. Jedenfalls wurde mir versichert, es sei nichts ungewöhnliches wenn zwei heterosexuelle Männer gemeinsam zum Kleiderkauf gingen. Mag stimmen, aber es wird auch garantiert nichts sein woran ich mich gewöhnen werde oder will. War schlimm. Ging schon gut los als er mir von seiner neuen Hose erzählte, die ich mir unbedingt ansehen sollte. Eine Jeans, die eigentlich eine Jogginghose ist, deshalb auch total bequem, sähe aber so echt aus, dass man sie wie eine normale Hose tragen könne. Wow, wer möchte nicht mit einer Turnhose in die Arbeit gehen? Naja, ich zum Beispiel.

Betraten dann den Tempel für stylische Herrenmode. Verkäuferin und Bro an meiner Seite, was bitte kann da noch schiefgehen. Ziemlich viel wie gleich sich herausstellte. Ich ging mit einer Jeans in die Umkleide und kam bekleidet mit einer Jeggins heraus. Verkäuferin war entzückt und kommentierte wie toll das aussähe – logisch, musste die Dinger ja irgendwie loswerden. Mein Bester war ebenfalls begeistert – weiß leider nicht was ihn geritten hat, zumindest wurde mir klar warum primär seine Freundin die Auswahl beim Klamottenkauf für ihn übernimmt. Sah auf jeden Fall interessant aus wenn jede, wirklich jede!, Stelle ab der Hüfte abwärts durch eine Hose betont und hervorgehoben wird. Hut ab wer sich mit so etwas vor die Türe traut. Für mein Geschmack war die Hose dann doch den ein oder anderen Tick zu knackig. Erinnerte ein bisschen an eine lange Unterhose, in der Öffentlichkeit hätte ich mit der bestimmt ähnlich viele verstörende Blicke auf mich gezogen. Ich war somit auf mich alleine gestellt und durfte niemandem mehr trauen.

Es ging beunruhigend weiter. Fälschlicherweise lautete seine Annahme, da wir gleichgroß sind hätten wir auch dieselbe Größe. Haben wir nicht. Die Verunsicherung war deshalb deutlich zu spüren, als ich ein Hemd kaufen wollte. Sicher dass ich 42 bräuchte? Ob ich nicht lieber mal nachmessen oder anprobieren wollte, denn ihm passe 38. Ja und nein und nein. Die gleiche Skepsis und die gleiche Fragerunde bei den T-Shirts. An ein Sakko habe ich mich trotz Top-Beratung nicht mehr getraut. Und das, obwohl wir direkt vor dem Discounter standen, der die Sakkos mit dem bestem Schnitt verkauft.

Geht doch

Musste Dienstag eine Hose kaufen. War aber noch nicht bereit für eine neue Hosenbeziehung. Habe deshalb nur einen Abstecher zu H&M gemacht. Wenn schon widerwillig eine Hose kaufen, dann wenigstens eine Günstige. Erstes Rätsel, was zum Henker sind Skinny Fit und Slim Fit. Eine anprobiert, passt, schnell wieder ausgezogen und zurückgelegt. Geht gar nicht, sehe ich ja aus wie ein Hippster.
Zumindest habe ich dadurch meine Hosengröße herausgefunden. Dumm nur dass die anderen Hosen andere Größenbezeichnungen hatten. Zum Glück hatte ich einen Edge-5 Kbit-Internetempfang mit dem Handy, brauchte somit nur 5 Minuten um die neue Größe herauszufinden. Hat nur ansatzweise geklappt, scheint nun doch eine Nummer zu klein zu sein. Für mich kein Problem, ein oder zwei Wochen Laufen und die passt. Meine Frau ist davon nicht so begeistert und will dass ich die Hose gestern zurückbringe – also, hätte ich gestern machen sollen und will sie vermutlich immer noch dass ich das gestern gemacht habe.
Immerhin habe ich erstaunlich günstige Hemden für 15 Euro gefunden, faszinierend. Über manche Muster und Farben lässt sich streiten, aber ein normales Hemd habe ich mir testweise mitgenommen. Sitzt hervorragend, sieht gut aus, mal abwarten wie langlebig es ist. Etwas irritiert mich nur das „Easy Iron“ Label. „Slim Fit“, „Modern Fit“, etc. kenne ich, aber „Easy Iron“. Verspreche mir dadurch keinen großen Mehrwert. Die größte Überwindung liegt doch darin, das Bügeleisen überhaupt erst einzuschalten.
Die Suche nach einem veganen lederfreien Ledergürtel gestaltete sich als äußerst schwierig oder besser aussichtlos. Bis auf die nette Kopftuch tragende Verkäuferin in meinem bevorzugten Männermode-Geschäft schienen aber die meisten mein Anliegen nicht erstzunehmen. Immerhin zeigte sie mir als Alternative einen Stoffgürtel. Hat mir gefallen, hatte ich als Jugendlicher auch diverse, aber wollte ja keinen nostalgischen Freizeit-Gürtel, sondern einen richtigen Gürtel. Egal, dafür kaufe ich einfach die nächste Hose wieder bei ihr. Außer sie will mir eine neue, zerfledderte, verwaschene Second-Hand Hose für 100 Euro andrehen, dann wird das nix mit uns zwei.
Auf der Suche nach dem Gürtel habe ich dann alles abgeklappert. Bei C&A habe ich erstaunlich günstige Unterhemden, also T-Shirts für’s unterm Hemd tragen, gefunden. Bei NewYorker einen jungen Mann der mich die ganze Zeit fixiert hat – war ihm wohl peinlich dass ich ihn bei seiner Muskelshirt-Auswahl gestört habe, wäre mir nebenbeibemerkt auch peinlich gewesen. Andererseits trug er bereits so ein Ding, insofern könnten wir uns auch gekannt haben, vielleicht wollte er auch einfach nur mit mir flirten, aber so eingebildet bin ich auch wieder nicht und bei den lokalen Spotted-Facebook-Gruppen habe ich diesbezüglich auch keine Beschreibung gefunden die auf mich zugetroffen hätte.
Im Anschluss habe ich die Mittagspause mit meiner Frau verbracht. Kleines Missverständnis, sie wollte eigentlich mit mir Einkaufen gehen. Ne ne, dann hätte ich ja nicht die coole Hose mitnehmen können die mir eine Nummer zu klein ist. Sind dann zu einem kleinen Cafe. Sie hat mir dann den Eiskaffee empfohlen. Habe gefragt ob der vegan sei, sie meinte nein, ob dass denn sein muss und war genervt. Habe gesagt nein nein, mag eh keinen Kaffee, Holunderschorle ist eh besser. War wirklich gut!

Kleine Randbemerkung, ich finde Hotpants sind im tristen Alltag ja eine willkommene Abwechslung, aber… es sollte ein Mindestalter für diese Dinger geben. Mag ja sein dass die ein oder andere Dame bereits 18 Jahre war, aber die sahen teilweise so jung aus, weder ist anziehend noch ästhetisch.
Zweite Randbemerkung. In der Tiefgarage sind die Treppengeländer aus Metall, also Stäbe zwischen denen man durchsehen kann. Sollte man vielleicht Warnschilder anbringen, wenn der Kassenautomat schon so postiert wird, dass man zwangsweise mit dem Rücken zur Treppe stehen muss.

Wieder daheim habe ich dann aus den, ebenfalls beim Shopping, erworbenen Hefeflocken Hefeschmelz zubereitet. Also nicht nur Hefeschmelz, natürlich auch passierte Tomaten, Karotten etc. und Nudeln, was man halt für Pasta so braucht. War wirklich extrem gut.
Leider habe ich beim Kochen meine Hose bekleckert. Muss mir wirklich angewöhnen entweder eine Schürze anzuziehen (müsste aber erst mal irgendwo so ein Ding kaufen), mich umzuziehen oder zumindest mal Hose und Hemd auszuziehen.
Abends kam dann Frau heim. Hat dann noch schnell Bewerbungsfotos von mir gemacht. Hemd, Krawatte, Sakko – sieht man ja nicht dass ich keine Hose anhabe, hatte aber auch wirklich keine Lust jetzt noch eine passende Hose zu suchen und zu bügeln.

Vegane Odysse

Habe heute im Supermarkt nach Hefe-Flocken gesucht und natürlich nicht gefunden. An der Kasse frage ich dann die junge Verkäuferin, ob sie solche Flocken im Sortiment haben. Ja, Hafer-Flocken haben sie. Nein, Hefe-Flocken. Sicher dass sie nicht Hafer-Flocken meine? Ja. Gut sie fragt mal die Kollegin. Das ist aber nett denke ich mir, im nächsten Moment brüllt sie schon los „Du Annelies… AAAnnnelies. Hamma mia Hefeflocken? Koa Haferflocken, Hefeflocken…. Na oda?“ – Kollegin, „wart amoi, i frog schnei d’Roswitha“ und brüllt weiter in die andere Richtung „Rooooswwwitha… Duhu, Roswitha. Hamma mia Hefelocken? Na, koa Haferflocken, Hefeflocken…“, schaut wieder in unsere Richtung „Na, wenna wirklich koa Haferflocken moant hommas ned do.“. Die junge Verkäuferin wieder mir zugewandt, erstattet mir nun Bericht, dass es solche Hefeflocken nicht gibt. Hätte sie nicht wiederholen müssen, sollte nun der ganze Supermarkt wissen dass ich mir diese Dinger nur einbilde. Beim Kassieren nochmal die Vergewisserung, ob ich wirklich keine Haferflocken meine und mir ganz sicher bin. Puh, langsam gerate ich ins Wanken, scheinen hier ja vorzügliche Haferflocken zu haben.

Einkaufsbummel – Der ganz normale Wahnsinn!

Endlich Wochenende. Es gibt viel zu tun, denn die bestellte neue Staffel von 24 ist angekommen und die sieht sich schließlich nicht von allein an. Meine Frau sieht das anders, sie will bummeln. Bummeln bedeutet bei mir, an den Geschäften vorbei schlendern und die Schaufenster bewundern. Auch das sieht meine Frau etwas anders. Wir schlendern zwar, bleiben aber überall stehen und probieren alles an. Ein richtiger Spaß, dieses Bummeln. Ich schlage also vor, dass wir abstimmen. Wir stimmen ab, sie erhält aber mehr Stimmen als ich. Ich frage mich, wie kann das sein? Komme aber zu keiner schlüssigen Erklärung.
Also erst einmal frühstücken. Frühstück ist bekanntlich die wichtigste Mahlzeit des Tages. Das finde ich auch. Also Kaffee aufbrühen und eine rauchen. Meine Frau macht sich ein Obstschälchen. Na toll, geht ja schon mal gut los, das dauert natürlich wieder ewig. Während ich also frühstücke, rechne ich mir aus, ob ich meine Pläne für dieses Wochenende noch umsetzen kann. Könnte klappen. Ich bin fertig mit frühstücken, meine Frau schnippelt noch munter Obst. Jetzt wird das Obst mit einem gesunden und Abwehrkräfte unterstützenden Joghurt angereichert. Sieht ja lecker aus, also mache ich mir auch noch ein zweites Frühstück zurecht.
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