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„Eine Freude vertreibt hundert Sorgen“

Diesen Spruch lese ich zurzeit jeden Abend, wenn ich im Bett liege. Er hängt direkt gegenüber an der Wand, keine Ahnung wie er da hinkam, vermutlich war er da schon immer.
Gestern habe ich das mal auf mich wirken lassen. Kann eine Freude hundert Sorgen vertreiben? Ja, bedingt, kommt darauf an.
Besteht ein direkter Zusammenhang zwischen der Freude und meinen Sorgen?
1. Ja, es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen der Freude und meinen Sorgen.
Wenn ich Geldsorgen habe und gewinne im Lotto, dann vertreibt das natürlich meine Sorgen. Bin ich unglücklich verliebt, und auf einmal beruht diese Liebe auf Gegenseitigkeit, dann wird das diese Sorge, sofern man unglücklich verliebt sein als Sorge betrachtet, auch vertreiben.
2. Es besteht kein direkter Zusammenhang zwischen der Freude und den Sorgen.
In diesem Fall muss ich fragen, wie lang kann ich an dieser Freude festhalten?
2.1 kurz
Das kann ein schöner Moment im Alltag sein, wenn mir beim Einkaufen eine Frau, die attraktiv finde, ihr hübsches Lächeln zeigt. Oder wenn ich mit Freunden einen schönen Abend verbringe. Wenn ich was gelesen haben, was inspiriert. Es kann irgendwas sein, was einen Glücksmoment auslöst und mir Freude bereitet.
Das vertreibt die Sorgen aber nur solange, bis diese Freude, bzw. dieser Glücksmoment abklingt. Das kann ein Abend oder ein Tag sein. Aber dann stehen diese Sorgen wieder vor meiner Tür und bitten um Einlass.
2.2 lange
Das wäre für mich, wenn sich meine Lebenssituation dahin ändert, dass ich jeden Tag von dieser Freude überwältigt werde. Eine neue Beziehung, eine alte Beziehung, wo ein neues Feuer aufflammt. Freundschaften, Menschen, Beruf, es muss irgendwas sein, was mich täglich im Alltag aufheitert, worauf ich mich freue.
Die Konsequenz für mich lautet: Herauszufinden, was mich im Alltag glücklich macht. Meine Erkenntnis dieser Woche war, dass ich mein Leben nicht immer um Beziehungen oder anderen Menschen herum aufbauen darf. Wenn ich also etwas finden will, was mich im Alltag glücklich stimmt und meine Sorgen vertreibt, sollte das idealerweise irgendetwas sein, was unabhängig von meinen Mitmenschen ist.
Ich weiß noch nicht was es sein wird, wo es sein wird, aber ich werde so lange suchen, bis ich etwas finde.
Egal ob meine Ehe vor dem Scheitern steht oder eine Kehrtwende kommt. Ich muss mich neu orientieren, auch wenn mir das schwerfallen wird. Wenn ich so weiter mache wie jetzt, kommt vielleicht wieder der Moment, an dem ich mich vor einem Abgrund stehen sehe.
Und wenn ich ehrlich zu mir bin und in mich gehe, muss ich mir tatsächlich die Frage stellen, ob ich erst jetzt vor dem Abgrund stehe oder schon ganze Weile und nur aus Angst die Augen verschlossen habe.
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