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Plötzlich steppt der Bär zu komischen Beats

Gehe ins Fitnessstudio, komme nach zwei Stunden wieder nach Hause und finde plötzlich eine Menschenmasse vor. Dachte erst „oh, hat sich meine Ankunft also herumgesprochen, bin ja ganz schön beliebt“ – logische Schlussfolgerung, denn wer würde nicht gern Zeit mit mir verbringen. Hab dann aber festgestellt, dass hier eine Art Happening stattfindet. Ne, Google sagt das ist kein Happening, dann weiß ich auch nicht wie man das nennt, halt sehr viele Menschen die sich scheinbar spontan nach und nach versammeln und ich habe nicht die geringste Ahnung warum. Vielleicht liegt es an dem dröhnenden Bass, das wäre dann eine wunderbare Verschwörungstheorie. Gehirnimplantate und Mikrochips die durch einen hypnotisch Gewummere aktiviert werden. Ach in der Hinsicht wünschte ich mir Berlin wäre Wien, da gefällt mir nämlich die Musik deutlich besser.

Ob dieses endlose Feiern etwas mit Verdrängung zu tun hat? Das wäre mir gestern Abend auch fast passiert. Lag im Bett und hatte so den Gedanken „eigentlich bin ich ja ganz gern Single“. Ja, so schnell wird aus einem Beziehungstyp ein unverbindlich, unkompliziert und unverfänglich Typ. Dann viel mir aber zum Glück wieder ein wie schön es ist sich zu verlieben und bin nun doch wieder ein Beziehungstyp. Auch wenn ich für Beziehungen ein total unglückliches Händchen habe. Eine Reise in die Vergangenheit hat mir aufgezeigt, dass ich immer bei Frauen lande, die entweder aus komplizierten Familienverhältnissen kommen oder … ne, immer kompliziert und somit auch selbst immer etwas labil. Wenn man das nur früher merken würde. Aber mit solchen Problemen geht natürlich beim ersten Date keine hausieren, auf dieser Ebene befindet man sich erst nach frühestens einem Monat Beziehung. Ich bräuchte so einen Fragebogen, den die Dates dann beim ersten Treffen ausfüllen müssen und daraus könnte ich dann ein psychologisches Profil erstellen. Das beunruhigt mich ein bisschen.

 

Ich wär gern ein Berliner

Hatte eigentlich vor, in der ersten Woche ganz klassisch Kennedy mit seinem „ich bin ein Berliner“ zu zitieren. Daraus wird aber so schnell nix, die Meldeämter sind auf Wochen ausgebucht. Dachte da geht man hin, zieht ein Kärtchen und wartet dann einfach mal eine halbe Stunde – puh, kann bestimmt hingehen und warten, nur eben auf den Sankt Nimmerleinstag.

 

Apropos Nimmerleinstag, heute ist ja Vatertag. Scheinbar nennt man den aber auch Herrentag. Man braucht also nicht mal Kinder um sich heute richtig betrinken zu können. Stand vorhin bereits auf dem Balkon und habe Ausschau nach skurrilen Selbstbauten gehalten, also zu fahrenden Saufoasen umgebaute Fahrräder, getunte Skateboards – nada, nichts und niemand hat auch nur einen Schluck Alkohol zu sich genommen, stattdessen gehen alle joggen oder nippen Kaffee aus Papp-Bechern. Ich bin ehrlich gesagt etwas enttäuscht. 10 Uhr am Vormittag und bis auf die Schnapsleichen von letzter Nacht keine torkelnden Männer.

Ok, das ändert sich gerade. Sehe die ersten Kühltaschen in Richtung Park spazieren. Erscheinen mir aber teilweise etwas jung diese Väter/Herren. Klar, gibt sehr junge Väter, aber ob wirklich alle ihr Freundin in der Schule geschwängert haben… hmm. Werde mir mal die Definition von Herren raussuchen, von mir ausgehend wird man erst mit ab Anfang 30 vom jungen Mann zum Herren, allerdings werde ich immer auf 28 geschätzt, wenn ich also jetzt aussehe wie 28 und vor 2 Jahren das erste Mal ein Herr wurde, ja dann überfordert mich diese Rechnung gerade, da mein Alterungsprozess scheinbar nicht linear verläuft.

Zumindest bin ich heute mal wieder wach wach. Also nicht einfach nur wach, sondern auch so richtig wach – wach wach halt. Ist eine gefühlte Ewigkeit her seit dem ich das letzte Mal 10 Stunden am Stück geschlafen habe – so fühlt sich also frisch und ausgeschlafen an, herrlich, gefällt mir, werde ich öfter in Betracht ziehen.

Weiß aber auch woran diese erschlagende Müdigkeit lag. Erstmal die letzten Wochen extrem viel Stress und dann Berlin. Unser Gehirn schaltet in einer neuen Umgebung immer in einen Überwachungsmodus, also während die eine Gehirnhälfte schläft, lauscht und scannt die andere Gehirnhälfte unsere neue Umgebung. Verdammt gruslig ich mir das so vorstelle.