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Liebe für jedermann

Habe gestern das erste Mal von den geheimnisvollen 36 Fragen gehört, die ausreichen sollen um sich ineinander zu verlieben. Ich dachte mir prima, diese Fragen lasse ich künftig ganz subtil in jedes Gespräch und jeden Blogbeitrag einfließen, dann kann ich mich vor Liebesbekundungen gar nicht mehr retten. Aber nein, so funktioniert das natürlich nicht. Liebe für jedermann weiterlesen

Dating – erfrischend ehrlich sein!

Meine Frau hat vor ein paar Monaten gesagt, ich sei ein Blender gewesen. Ich hätte vorgegeben jemand zu sein, der ich nicht bin. Habe ich das? Bin ich ein Blender?Ehrlich gesagt, ich habe keine Ahnung. Es hat mich aber verletzt und mir auch zu denken gegeben.

Meine Theorie ist, jeder blendet am Anfang, unbewusst. Denn, wenn sich jeder von uns beim Kennenlernen erst einmal von seiner schlechten Seite präsentiert, und die hat jeder, dann denke ich, wäre der Mensch bald eine Spezies, die vom Aussterben bedroht ist.

Vorbereitung auf ein Date

Das Blenden beginnt ja bereits bei der Vorbereitung auf ein Date. Zuhause trage ich etwas gemütliches, zumindest die meisten die ich kenne, in der Arbeit etwas passendes, beim Weggehen etwas schönes und beim Date etwas besonders schönes. Sowohl Männer, als auch Frauen, geben sich bei  Dates sehr viel Mühe, um ganz besonders gut auszusehen. Da wird geduscht, rasiert, eingecremt, parfümiert, geschminkt, die Haare gemacht, Klamotten durchprobiert und so weiter. Manche dieser Sachen sogar mehrfach hintereinander, wenn man unzufrieden mit dem Ergebnis ist. Und was ist mit kaschieren? – Stichwort Pickel oder Wonderbra.

Wollen wir also beim ersten Date ehrlich sein, treffen wir uns beim ersten Date direkt nach der Arbeit, ohne uns vorher zu Hause frisch zu machen. Also genauso, wie wir uns im Alltag daheim antreffen würden, wenn wir zusammen wohnen.

1. Wo findet das Date statt?

Wir gehen gemeinsam ins Kino

„Welchen Film sehen wir uns an, was hältst du hiervon? – Ja, können wir uns gerne ansehen.“ Break! Wenn wir nicht blenden wollen, kann das ganz schön anstrengend werden einen Film auszuwählen, den wir beide wirklich sehen wollen. Es setzt voraus, das aktuell wirklich ein Film läuft der uns beide interessiert.

Ehrlich wäre zu sagen, „nö, den Schauspieler mag ich nicht“, „nö, Liebesfilme finde ich doof“, „nö, der hat keine guten Bewertungen gekriegt“ oder „nö, der interessiert mich nicht“. Am Schluss stehen wir beide dann etwas ratlos vorm Kino und eine unangenehme Stille tritt ein. Aber vielleicht finden wir ja einen Film, wir gehen rein. Danach ich freudestrahlend, weil es ein richtiger cooler Film war und frag so „Boah, der war ja richtig gut der Film. Wie hat er dir gefallen?“ – „Langweilig, extrem langweilig. Der war einfach richtig schlecht gemacht“.

Wir gehen gemeinsam Essen

Man geht in schönes Restaurant, isst, trinkt, redet und genießt den Abend. Break! Aber wenn wir ehrlich sind, dann sind stellt sich die Frage, wer geht denn bitte oft in einem schönen Restaurant essen? Die meisten gehen sicherlich öfter zu McDonalds oder holen sich einen Döner. Ist doch auch schön wenn sich gegenüber sitzt und sich gegenseitig zusieht, wie man versucht einen Burger möglichst unproblematisch und viel Kleckerei zu essen. Oder einen Döner, dessen Bestandteile unentwegt versuchen nach allen Seiten abzuhauen. Klar kann das Spaß machen, die Frage ist aber, wie viele Menschen fänden das spaßig.

Wir gehen gemeinsam was trinken

Eine Cocktailbar, ein Café oder ein Weinlokal. Ein lauschiges Plätzchen an dem man sich unterhalten kann. Aber Moment! Einer von uns geht ja viel lieber in eine Kneipe, wo viel los ist, die Musik laut ist – also ehrlich sein und in die Kneipe gehen. Dann können wir uns immer vorlehnen und uns gegenseitig ins Ohr schreien.

Wenn wir also ehrlich wären, könnte sich schon die Wahl der Lokalität zu ernsthaftem Problem entwickeln. Warum also sind wir bereit, Kompromisse einzugehen und gehen vielleicht in eine Lokalität, die wir nicht so toll finden? Ganz einfach, es geht ja primär nicht darum wo man sich trifft, sondern mit wem. Und solange dieses WO nicht in eine Extreme ausartet, dann denke ich, dass das WO keine Rolle spielt und wir alle Kompromisse eingehen. Das heißt aber nicht, dass ich dieses WO deshalb von nun an regelmäßig aufsuchen will, nein, eine Beziehung heißt auch kompromissbereit zu sein und das beruht natürlich auch darauf, das beide Partner diese Kompromissbereitschaft aufbringen.

2. Unser Date läuft!

Man sitzt sich gegenüber, redet miteinander und will sich kennenlernen. Und wenn man ein paar Stunden miteinander redet, kommt sicherlich mal der Punkt, an dem jemand was blödes sagt oder was peinliches oder was langweiliges. Und was machen wir? Das Blöde ignorieren wir, das Peinliche überhören wir und das Langweilige überspielen wir. Break!

Bei dem Blöden fange ich sofort zu diskutieren an und sage, dass so nicht richtig ist. Bei dem Peinlichen mache ich ihr klar, wie peinlich das gerade ist, was von sich gibt. Bei dem Langweiligen sage ich „du, tut mir leid, aber können wir das Thema wechseln, das langweilt mich gerade total“.

Machen wir das? Nein. Wenn es wirklich unerträglich wird, dann sagen wir höflich, dass unser Date zwar sehr nett ist, aber wir uns nicht vorstellen können das was wird. Wenn es gut läuft, und wir unser Date sympathisch finden, dann sehen wir darüber hinweg. Warum machen wir das? Weil wir das bei allen Menschen so machen. Solange es in der Summe passt ist alles gut.

3. Hoppla, falsch verbunden

„Ich lese gerne und interessiere mich für Literatur.“ – „Lesen ist toll, da kann ich mich super entspannen.“. Er meint eher anspruchsvolle Literatur, sie meint Liebes-Groschen-Romane. „Ich bin ein totaler Fan von Woody Allen“ – „Den kenne ich, finde ich auch toll“ …. bis dann der erste Fernsehabend kommt. „Ich finde es wichtig, dass man sich bei den Nachrichten auf dem Laufenden hält“ – „Ja, Nachrichten schaue ich auch jeden Tag.“…. auf RTL2. Hier könnte man jetzt endlos weiter Beispiele aufzählen. Worauf ich hinaus will ist, dass wir zwar unser Interesse bekunden, aber vielleicht von unterschiedlichen Dingen sprechen. Oder unser Interesse bekunden, aber was anderes meinen.

Wir sind alle Blender. Ich weil…., keine Ahnung was ich gesagt oder getan haben mag. Aber meine Frau genauso. Rückblickend muss ich sogar sagen, dass jede Frau, die ich kennengelernt habe und mit der ich eine Beziehung eingegangen bin, mich anfangs geblendet hat.

Natürlich zeigen wir uns von unserer besten Seite. Das ist beim Dating so, das ist bei einem Vorstellungsgespräch so, das ist immer so. Wir haben uns eingeprägt, dass der erste Eindruck zählt. Und tatsächlich ist das so, wir haben das alle verinnerlicht und richten uns bewusst oder unbewusst danach. Wenn dem nicht so wäre, würde das Internet nicht mit Selfies geflutet, wo jeder versucht möglichst hübsch auszusehen und sein bestes Duck-Face in die Kamera-Linse hält.

Aber solange es in der Summe trotzdem stimmt, habe ich damit kein Problem und akzeptiere es so wie es ist.