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It’s all about Sex: Beziehung und Lustlosigkeit

Statista ist schon ne prima Plattform. Hier zum Beispiel:
„Was wäre für Sie ein Hinderungsgrund für eine Partnerschaft oder Beziehung? Wenn der- bzw. diejenige…?“.
Da habe doch tatsächlich Männer (66,8%) und Frauen (58,6%) einheitlich „…nicht attraktiv ist“ angegeben. Von wegen die inneren Werte zählen, dachte mir schon immer dass das nur Unsinn ist.
Lachen musste ich bei „…zurzeit arbeitslos ist“, da haben die Frauen doch glatt mit 53,7% und Männer nur mit 22,9% zugestimmt. Stellte sich mir die Frage, wieso scheint das Frauen häufiger abzuschrecken als Männer? Klischeemäßig würde ich jetzt sagen, na, weil Männer doch noch insgeheim irgendwie als Versorger angesehen werden – aber sage ich natürlich nicht.
Etwas traurig machte mich dann „Wie oft haben Sie durchschnittlich im Monat Sex?“, da konnte man als Minimum nur „1- bis 3-mal“ auswählen (0- bis 1-mal gab es nicht), womit ich als Proband nicht infrage gekommen wäre. Witzeln die Männer ja häufig, Sex gibts keinen, bin ja verheiratet. Da steckt natürlich oft ein Fünkchen Wahrheit dahinter. Liegt aber nicht an der Ehe per se, sondern an der Dauer einer Beziehung im Allgemeinen.
Je länger die Beziehung, desto weniger Bedeutung hat der Sex. Sex wird hier als Liebesbeweis angeführt, der in einer stabilen Beziehung nicht mehr erforderlich ist. Kurz, wer weniger Sex hat fühlt sich in seiner Beziehung sicher und geborgen. Häufiger Sex und eine stabile dauerhafte Beziehung schließen sich sogar gegenseitig aus.Ich habe mir schon oft gedacht, dass es eigentlich klasse wäre, wenn man Gefühle und Sexualleben trennen könnte. Sexualität ist nämlich etwas ganz schön primitives, im Ernst. Ja, zur Fortpflanzung brauchen wir das, aber auch wenn wir keine Kinder wollen spielt unsere Libido doch das ein oder andere Mal verrückt. Hat die Natur sicherlich gut mit uns gemeint, macht ja auch Spaß, aber irgendwie wird dadurch vieles oftmals viel komplizierter.

Wie etwa Beziehungen. Es wäre manchmal schön, wenn man hier Gefühle und Sexualität voneinander trennen könnte. Warum? Deswegen:
Ich esse gern Salat. Ich kann jeden Tag Salat essen. Und nach ein paar Monaten will ich natürlich immer noch was essen, aber hätte gern mal was anderes als ein Salat.

Das klingt jetzt ziemlich arschig, gebe ich zu. Trotzdem lebe ich natürlich immer brav eine monogame Beziehung, aber ich finde das eben nach einer Weile auch ganz schön anstrengend. Anders ausgedrückt, die Lust auf Sex lässt nach. Das Problem, auch wenn ich gern Sex mit anderen Frauen hätte, fände ich es nicht so toll wenn meine Partnerin Sex mit anderen Männern hätte. Was total verkorkst ist, muss ich zugeben. Warum möchte ich das nicht? Weil ich gelernt habe, dass es in einer Beziehung üblich ist sich treu zu bleiben und Sex auch ein Ausdruck von Liebe ist. Das wird uns zumindest so vermittelt. Rein objektiv betrachtet ist Sex für mich einfach nur ein Aktivität um seinen niederen Trieben nachzugeben und sich zu vergnügen, sicherlich hat es in einer Beziehung auch was mit Liebe zu tun, aber wenn beim Sex immer Liebe mit im Spiel wäre gäbe es keine Freudenhäuser.

Habe dazu vorhin im Internet einen interessanten Artikel über ein Buch namens „Die versteckte Lust der Frauen“ gefunden, demnach mehrheitlich Frauen ähnliche Probleme haben sollen.

Wir sind da in ein ganz schön merkwürdiges Denkmuster reingeboren worden. Eine Beziehung sollte nicht der Besitzanspruch auf die Libido des Partners sein. Klar, Sex gehört zu einer Beziehung dazu, es wäre aber besser wenn er sich nicht nur darauf beschränken würde.
Das klingt extrem freizügig, was ich allerdings nicht bin. Ein Widerspruch der mir ganz schön zu schaffen macht. Einerseits bin ich gerne in langfristigen Beziehungen, zumindest solange alles passt – was ich mir natürlich immer wünsche. Aber auf der anderen Seite war das auch immer ein beklemmendes Gefühl zu wissen, dass wenn diese Beziehung 50 Jahre hält, ich die nächsten 50 Jahre nur noch Sex mit dieser einen Frau haben werde. Und um diesen Widerspruch zu verstärken, werde natürlich auch ich eifersüchtig wenn meine Partnerin mit anderen Männern liebäugelt.

Manche schaffen es aber aus diesem Denkmuster auszubrechen, siehe Swinger. Vielleicht kommt daher auch der „flotter dreier“ Traum. Habe das nun schon des Öfteren von männlicher Seite vernommen, dass hieran ein Interesse besteht – natürlich mit einer weiteren Frau. Wenn man Umfragen glauben darf, gibt es hier auch Frauen mit ähnlichen Interesse, nur nicht zwingend mit einer weiteren Frau – was für manche Männer wiederum ein Problem darstellen könnte. In Anbetracht der Tatsache, dass die meisten von uns sich nun aber schwer tun Sex und Liebe zu trennen, und daher zur Eifersucht neigen, könnte so ein Dreier dann jedoch das Ende einer Beziehung einläuten.

Klingt alles total kompliziert, dabei könnte alles so einfach sein.

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