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Liebe für jedermann

Habe gestern das erste Mal von den geheimnisvollen 36 Fragen gehört, die ausreichen sollen um sich ineinander zu verlieben. Ich dachte mir prima, diese Fragen lasse ich künftig ganz subtil in jedes Gespräch und jeden Blogbeitrag einfließen, dann kann ich mich vor Liebesbekundungen gar nicht mehr retten. Aber nein, so funktioniert das natürlich nicht. Liebe für jedermann weiterlesen
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Was wollen Frauen?

Ich glaube das ist so eine Frage, die nicht mal Frauen imstande sind zu beantworten. Verständlich, ich könnte auch keine präzise Antwort auf die Frage „Was wollen Männer“ geben. Dafür sind wir Männer einfach zu unterschiedlich. Glaube ich zumindest. Vielleicht gibt es auch diese Gruppe von Merkmalen, die uns immer wichtig sind. Das wäre natürlich fatal wenn diese Eigenschaften bekannt sind, ich aber nichts davon weiß. Andererseits wären diese Hauptattribute dann auch den Frauen bekannt, wodurch ich mir nicht mehr sicher sein könnte ob die Frau meines Interesses wirklich diese Merkmale besitzt oder nur so tut als würde sie sie besitzen.

Was das Verständnis für Frauen angeht, haben die meisten Männer – mich eingeschlossen – doch noch immer einen gewissen Nachholbedarf. Unser eigentliches Problem ist, dass wir versuchen Frauen pauschalisieren. Das ist im Grunde der völlig falsche Ansatz. Ich kann schlecht von einer Frau auf alle anderen schließen und ich bin mir ziemlich sicher, dass das auch bei Männern wenig Sinn macht. Trotzdem machen das sowohl Männer als auch Frauen im gleichen Maße ständig.

Was jedoch alle gemein haben sind Sehnsüchte. Facebook führt mir das täglich vor Augen. Alleine durch unsere „Gefällt mir“-Angaben verraten wir erstaunlich viel über uns. Siehe Beiträge wie: Was man einer Frau geben muss, damit sie einem ihr Herz schenkt. Die ersten Male ignoriert man das, aber nach einer gewissen Häufigkeit wird einem klar, da steckt vermutlich mehr dahinter. Unglücklich in einer Beziehung, Single und unglücklich verliebt, Single und einsam? Das sind vermutlich so kleine Eindrücke die früher nur Stalker zu Gesicht bekamen. Heute reicht es einfach seine eigene Timeline durch zu scrollen und sich die von Facebook vorgeschlagenen Beiträge durchzulesen – immer mit dem Vermerk, welchem meiner Freunde das gefiel. Eigentlich ziemlich schräg.

Meiner Meinung nach läuft es im Endeffekt darauf hinaus, dass wir uns im Prinzip zwei Dinge wünschen: Sicherheit und Stabilität. Mit Sicherheit meine ich keine Kung-Fu-Künste, Datensicherheit oder einen Atomschutzbunker, sondern vielmehr emotionale Sicherheit. Je nach Situation vielleicht auch finanzielle Sicherheit. Stabilität könnte man auch mit Verlässlichkeit, Vertrauen, Ehrlichkeit gleichsetzen. Wie komme ich zu diesem Schluss? Ich glaube dass sich jeder von uns manchmal verloren oder verletzt/verletzlich fühlt. Wir brauchen manchmal einfach einen Rettungsanker, einen sicheren Hafen. Jemanden, mit dem man sich Seite an Seite durchs Leben kämpfen kann. Logisch, es ist auch manchmal extrem hart. Ich finde nicht dass es ein Zeichen von Schwäche ist, auch Superhelden habe ihre Gefährten, insofern ist dieser Wunsch jemanden an unserer Seite haben zu wollen absolut nachvollziehbar.

Die letzten Tage

Die Tage ziehen sich hin. Alles ist anstrengend. Möchte gerne Pause drücken, finde nur keinen Knopf dafür. Leben ist eben keine Fernseh-Soap, auch wenn ich es gerade als genauso empfinde.

Bräuchte einen Sextanten, der mir die richtige Richtung weist. Auch den konnte ich bisher nicht finden.

Empfinde zurzeit alles ein wenig surreal. Aussitzen, warten bis die neue Realität ins Bewusstsein vordringt.

Sagte ihr, dass ich uns noch nicht abgeschrieben habe. Obwohl ich sie nicht bedrängt habe, wirkte sie doch bedrängt. Sagte ihr, dass ich keine Reaktion oder Antwort von ihr erwarte, sie es einfach nur wissen soll. Okay, gefolgt von mehr Distanz.

Heute war sie kurz Zuhause. Alles komisch. Wir reden vertraut, sie umarmt mich und fährt wieder fort.

Gehe jeden Tag Laufen. Fragen kommen auf, wieviel ich noch abnehmen will. Völlig unerheblich. Laufen ist der Höhepunkt meines Alltags, ich freue mich darauf. Nicht stehen bleiben, vorwärts, immer weiter. Müde, schwere Beine, durchhalten, nie aufgeben.

Aufgeben liegt mir nicht, habe ich nie und werde ich nie. Ehrgeiz und Motivation. Wird das reichen?

Vegan und Sport, sie ist skeptisch. Fragt sich warum, für wen. Für mich.

In der Vergangenheit war nicht immer alles leicht. Im Leben gibt es Hürden, die schwer zu bewältigen sind und die uns vor scheinbar unlösbaren Aufgaben stellen. Doch um ehrlich zu sein, so ratlos wie im Moment war ich nie.

Durchhalten und auf einen leuchtenden Stern am Horizont warten, dann die Reise fortsetzen.

It’s all about Sex: Beziehung und Lustlosigkeit

Statista ist schon ne prima Plattform. Hier zum Beispiel:
„Was wäre für Sie ein Hinderungsgrund für eine Partnerschaft oder Beziehung? Wenn der- bzw. diejenige…?“.
Da habe doch tatsächlich Männer (66,8%) und Frauen (58,6%) einheitlich „…nicht attraktiv ist“ angegeben. Von wegen die inneren Werte zählen, dachte mir schon immer dass das nur Unsinn ist.
Lachen musste ich bei „…zurzeit arbeitslos ist“, da haben die Frauen doch glatt mit 53,7% und Männer nur mit 22,9% zugestimmt. Stellte sich mir die Frage, wieso scheint das Frauen häufiger abzuschrecken als Männer? Klischeemäßig würde ich jetzt sagen, na, weil Männer doch noch insgeheim irgendwie als Versorger angesehen werden – aber sage ich natürlich nicht.
Etwas traurig machte mich dann „Wie oft haben Sie durchschnittlich im Monat Sex?“, da konnte man als Minimum nur „1- bis 3-mal“ auswählen (0- bis 1-mal gab es nicht), womit ich als Proband nicht infrage gekommen wäre. Witzeln die Männer ja häufig, Sex gibts keinen, bin ja verheiratet. Da steckt natürlich oft ein Fünkchen Wahrheit dahinter. Liegt aber nicht an der Ehe per se, sondern an der Dauer einer Beziehung im Allgemeinen.
Je länger die Beziehung, desto weniger Bedeutung hat der Sex. Sex wird hier als Liebesbeweis angeführt, der in einer stabilen Beziehung nicht mehr erforderlich ist. Kurz, wer weniger Sex hat fühlt sich in seiner Beziehung sicher und geborgen. Häufiger Sex und eine stabile dauerhafte Beziehung schließen sich sogar gegenseitig aus.Ich habe mir schon oft gedacht, dass es eigentlich klasse wäre, wenn man Gefühle und Sexualleben trennen könnte. Sexualität ist nämlich etwas ganz schön primitives, im Ernst. Ja, zur Fortpflanzung brauchen wir das, aber auch wenn wir keine Kinder wollen spielt unsere Libido doch das ein oder andere Mal verrückt. Hat die Natur sicherlich gut mit uns gemeint, macht ja auch Spaß, aber irgendwie wird dadurch vieles oftmals viel komplizierter.

Wie etwa Beziehungen. Es wäre manchmal schön, wenn man hier Gefühle und Sexualität voneinander trennen könnte. Warum? Deswegen:
Ich esse gern Salat. Ich kann jeden Tag Salat essen. Und nach ein paar Monaten will ich natürlich immer noch was essen, aber hätte gern mal was anderes als ein Salat.

Das klingt jetzt ziemlich arschig, gebe ich zu. Trotzdem lebe ich natürlich immer brav eine monogame Beziehung, aber ich finde das eben nach einer Weile auch ganz schön anstrengend. Anders ausgedrückt, die Lust auf Sex lässt nach. Das Problem, auch wenn ich gern Sex mit anderen Frauen hätte, fände ich es nicht so toll wenn meine Partnerin Sex mit anderen Männern hätte. Was total verkorkst ist, muss ich zugeben. Warum möchte ich das nicht? Weil ich gelernt habe, dass es in einer Beziehung üblich ist sich treu zu bleiben und Sex auch ein Ausdruck von Liebe ist. Das wird uns zumindest so vermittelt. Rein objektiv betrachtet ist Sex für mich einfach nur ein Aktivität um seinen niederen Trieben nachzugeben und sich zu vergnügen, sicherlich hat es in einer Beziehung auch was mit Liebe zu tun, aber wenn beim Sex immer Liebe mit im Spiel wäre gäbe es keine Freudenhäuser.

Habe dazu vorhin im Internet einen interessanten Artikel über ein Buch namens „Die versteckte Lust der Frauen“ gefunden, demnach mehrheitlich Frauen ähnliche Probleme haben sollen.

Wir sind da in ein ganz schön merkwürdiges Denkmuster reingeboren worden. Eine Beziehung sollte nicht der Besitzanspruch auf die Libido des Partners sein. Klar, Sex gehört zu einer Beziehung dazu, es wäre aber besser wenn er sich nicht nur darauf beschränken würde.
Das klingt extrem freizügig, was ich allerdings nicht bin. Ein Widerspruch der mir ganz schön zu schaffen macht. Einerseits bin ich gerne in langfristigen Beziehungen, zumindest solange alles passt – was ich mir natürlich immer wünsche. Aber auf der anderen Seite war das auch immer ein beklemmendes Gefühl zu wissen, dass wenn diese Beziehung 50 Jahre hält, ich die nächsten 50 Jahre nur noch Sex mit dieser einen Frau haben werde. Und um diesen Widerspruch zu verstärken, werde natürlich auch ich eifersüchtig wenn meine Partnerin mit anderen Männern liebäugelt.

Manche schaffen es aber aus diesem Denkmuster auszubrechen, siehe Swinger. Vielleicht kommt daher auch der „flotter dreier“ Traum. Habe das nun schon des Öfteren von männlicher Seite vernommen, dass hieran ein Interesse besteht – natürlich mit einer weiteren Frau. Wenn man Umfragen glauben darf, gibt es hier auch Frauen mit ähnlichen Interesse, nur nicht zwingend mit einer weiteren Frau – was für manche Männer wiederum ein Problem darstellen könnte. In Anbetracht der Tatsache, dass die meisten von uns sich nun aber schwer tun Sex und Liebe zu trennen, und daher zur Eifersucht neigen, könnte so ein Dreier dann jedoch das Ende einer Beziehung einläuten.

Klingt alles total kompliziert, dabei könnte alles so einfach sein.

Die Leichtigkeit zu Lieben

Wenn wir an die Liebe denken, dann fangen wir zu träumen. Wir denken zurück an unsere erste Liebe, an unsere derzeitige Liebe oder an die große Liebe, auf die wir so sehnlichst warten. Die Liebe bereichert unser Leben und erfüllt uns mit Glück. Wenn wir lieben, dann können wir einfach loslassen, dann verlieren uns in einem Gefühl, das sich nicht ausdrücken, sondern sich bestenfalls mit Attributen umschreiben lässt. Wir werden schwärmerisch und schweben förmlich auf Wolke sieben.
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Vom Verliebtsein, Lieben und Verletztwerden

Mir war klar, dass es einen Unterschied zwischen Verliebtsein und Lieben gibt. Nur war mir nie so ganz klar worin genau dieser Unterschied besteht. Klar war mir nur, erst verliebt man sich und dann liebt man jemanden. Heute habe ich dazu einen sehr guten Artikel „Liebe und Verliebtsein“ von Prof. Dr. Ulrich Mees an der Uni Oldenburg im Internet gefunden.

Er beschreibt, wie die Wissenschaft versucht hier Klarheit zu schaffen. Denn nur wenn wir die Liebe endlich verstehen, finden wir vielleicht heraus, warum sie so oft scheitert.

In verschiedenen Studien wurden Probanden befragt, welche 30 Merkmale sie mit dem Einen oder mit dem Anderen verbinden. Viele Merkmale trafen auf beide Begriffe zu, jedoch gibt es auch Merkmale, die diese voneinander unterscheiden.

Das sind die Unterscheidungsmerkmale bei verliebten Personen:

  • körperliche Empfindungen
  • starke Sehnsucht

Und das sie die der Liebenden:

  • Vertrauen zueinander
  • Verantwortung füreinander übernehmen

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Dating – erfrischend ehrlich sein!

Meine Frau hat vor ein paar Monaten gesagt, ich sei ein Blender gewesen. Ich hätte vorgegeben jemand zu sein, der ich nicht bin. Habe ich das? Bin ich ein Blender?Ehrlich gesagt, ich habe keine Ahnung. Es hat mich aber verletzt und mir auch zu denken gegeben.

Meine Theorie ist, jeder blendet am Anfang, unbewusst. Denn, wenn sich jeder von uns beim Kennenlernen erst einmal von seiner schlechten Seite präsentiert, und die hat jeder, dann denke ich, wäre der Mensch bald eine Spezies, die vom Aussterben bedroht ist.

Vorbereitung auf ein Date

Das Blenden beginnt ja bereits bei der Vorbereitung auf ein Date. Zuhause trage ich etwas gemütliches, zumindest die meisten die ich kenne, in der Arbeit etwas passendes, beim Weggehen etwas schönes und beim Date etwas besonders schönes. Sowohl Männer, als auch Frauen, geben sich bei  Dates sehr viel Mühe, um ganz besonders gut auszusehen. Da wird geduscht, rasiert, eingecremt, parfümiert, geschminkt, die Haare gemacht, Klamotten durchprobiert und so weiter. Manche dieser Sachen sogar mehrfach hintereinander, wenn man unzufrieden mit dem Ergebnis ist. Und was ist mit kaschieren? – Stichwort Pickel oder Wonderbra.

Wollen wir also beim ersten Date ehrlich sein, treffen wir uns beim ersten Date direkt nach der Arbeit, ohne uns vorher zu Hause frisch zu machen. Also genauso, wie wir uns im Alltag daheim antreffen würden, wenn wir zusammen wohnen.

1. Wo findet das Date statt?

Wir gehen gemeinsam ins Kino

„Welchen Film sehen wir uns an, was hältst du hiervon? – Ja, können wir uns gerne ansehen.“ Break! Wenn wir nicht blenden wollen, kann das ganz schön anstrengend werden einen Film auszuwählen, den wir beide wirklich sehen wollen. Es setzt voraus, das aktuell wirklich ein Film läuft der uns beide interessiert.

Ehrlich wäre zu sagen, „nö, den Schauspieler mag ich nicht“, „nö, Liebesfilme finde ich doof“, „nö, der hat keine guten Bewertungen gekriegt“ oder „nö, der interessiert mich nicht“. Am Schluss stehen wir beide dann etwas ratlos vorm Kino und eine unangenehme Stille tritt ein. Aber vielleicht finden wir ja einen Film, wir gehen rein. Danach ich freudestrahlend, weil es ein richtiger cooler Film war und frag so „Boah, der war ja richtig gut der Film. Wie hat er dir gefallen?“ – „Langweilig, extrem langweilig. Der war einfach richtig schlecht gemacht“.

Wir gehen gemeinsam Essen

Man geht in schönes Restaurant, isst, trinkt, redet und genießt den Abend. Break! Aber wenn wir ehrlich sind, dann sind stellt sich die Frage, wer geht denn bitte oft in einem schönen Restaurant essen? Die meisten gehen sicherlich öfter zu McDonalds oder holen sich einen Döner. Ist doch auch schön wenn sich gegenüber sitzt und sich gegenseitig zusieht, wie man versucht einen Burger möglichst unproblematisch und viel Kleckerei zu essen. Oder einen Döner, dessen Bestandteile unentwegt versuchen nach allen Seiten abzuhauen. Klar kann das Spaß machen, die Frage ist aber, wie viele Menschen fänden das spaßig.

Wir gehen gemeinsam was trinken

Eine Cocktailbar, ein Café oder ein Weinlokal. Ein lauschiges Plätzchen an dem man sich unterhalten kann. Aber Moment! Einer von uns geht ja viel lieber in eine Kneipe, wo viel los ist, die Musik laut ist – also ehrlich sein und in die Kneipe gehen. Dann können wir uns immer vorlehnen und uns gegenseitig ins Ohr schreien.

Wenn wir also ehrlich wären, könnte sich schon die Wahl der Lokalität zu ernsthaftem Problem entwickeln. Warum also sind wir bereit, Kompromisse einzugehen und gehen vielleicht in eine Lokalität, die wir nicht so toll finden? Ganz einfach, es geht ja primär nicht darum wo man sich trifft, sondern mit wem. Und solange dieses WO nicht in eine Extreme ausartet, dann denke ich, dass das WO keine Rolle spielt und wir alle Kompromisse eingehen. Das heißt aber nicht, dass ich dieses WO deshalb von nun an regelmäßig aufsuchen will, nein, eine Beziehung heißt auch kompromissbereit zu sein und das beruht natürlich auch darauf, das beide Partner diese Kompromissbereitschaft aufbringen.

2. Unser Date läuft!

Man sitzt sich gegenüber, redet miteinander und will sich kennenlernen. Und wenn man ein paar Stunden miteinander redet, kommt sicherlich mal der Punkt, an dem jemand was blödes sagt oder was peinliches oder was langweiliges. Und was machen wir? Das Blöde ignorieren wir, das Peinliche überhören wir und das Langweilige überspielen wir. Break!

Bei dem Blöden fange ich sofort zu diskutieren an und sage, dass so nicht richtig ist. Bei dem Peinlichen mache ich ihr klar, wie peinlich das gerade ist, was von sich gibt. Bei dem Langweiligen sage ich „du, tut mir leid, aber können wir das Thema wechseln, das langweilt mich gerade total“.

Machen wir das? Nein. Wenn es wirklich unerträglich wird, dann sagen wir höflich, dass unser Date zwar sehr nett ist, aber wir uns nicht vorstellen können das was wird. Wenn es gut läuft, und wir unser Date sympathisch finden, dann sehen wir darüber hinweg. Warum machen wir das? Weil wir das bei allen Menschen so machen. Solange es in der Summe passt ist alles gut.

3. Hoppla, falsch verbunden

„Ich lese gerne und interessiere mich für Literatur.“ – „Lesen ist toll, da kann ich mich super entspannen.“. Er meint eher anspruchsvolle Literatur, sie meint Liebes-Groschen-Romane. „Ich bin ein totaler Fan von Woody Allen“ – „Den kenne ich, finde ich auch toll“ …. bis dann der erste Fernsehabend kommt. „Ich finde es wichtig, dass man sich bei den Nachrichten auf dem Laufenden hält“ – „Ja, Nachrichten schaue ich auch jeden Tag.“…. auf RTL2. Hier könnte man jetzt endlos weiter Beispiele aufzählen. Worauf ich hinaus will ist, dass wir zwar unser Interesse bekunden, aber vielleicht von unterschiedlichen Dingen sprechen. Oder unser Interesse bekunden, aber was anderes meinen.

Wir sind alle Blender. Ich weil…., keine Ahnung was ich gesagt oder getan haben mag. Aber meine Frau genauso. Rückblickend muss ich sogar sagen, dass jede Frau, die ich kennengelernt habe und mit der ich eine Beziehung eingegangen bin, mich anfangs geblendet hat.

Natürlich zeigen wir uns von unserer besten Seite. Das ist beim Dating so, das ist bei einem Vorstellungsgespräch so, das ist immer so. Wir haben uns eingeprägt, dass der erste Eindruck zählt. Und tatsächlich ist das so, wir haben das alle verinnerlicht und richten uns bewusst oder unbewusst danach. Wenn dem nicht so wäre, würde das Internet nicht mit Selfies geflutet, wo jeder versucht möglichst hübsch auszusehen und sein bestes Duck-Face in die Kamera-Linse hält.

Aber solange es in der Summe trotzdem stimmt, habe ich damit kein Problem und akzeptiere es so wie es ist.

„Eine Freude vertreibt hundert Sorgen“

Diesen Spruch lese ich zurzeit jeden Abend, wenn ich im Bett liege. Er hängt direkt gegenüber an der Wand, keine Ahnung wie er da hinkam, vermutlich war er da schon immer.
Gestern habe ich das mal auf mich wirken lassen. Kann eine Freude hundert Sorgen vertreiben? Ja, bedingt, kommt darauf an.
Besteht ein direkter Zusammenhang zwischen der Freude und meinen Sorgen?
1. Ja, es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen der Freude und meinen Sorgen.
Wenn ich Geldsorgen habe und gewinne im Lotto, dann vertreibt das natürlich meine Sorgen. Bin ich unglücklich verliebt, und auf einmal beruht diese Liebe auf Gegenseitigkeit, dann wird das diese Sorge, sofern man unglücklich verliebt sein als Sorge betrachtet, auch vertreiben.
2. Es besteht kein direkter Zusammenhang zwischen der Freude und den Sorgen.
In diesem Fall muss ich fragen, wie lang kann ich an dieser Freude festhalten?
2.1 kurz
Das kann ein schöner Moment im Alltag sein, wenn mir beim Einkaufen eine Frau, die attraktiv finde, ihr hübsches Lächeln zeigt. Oder wenn ich mit Freunden einen schönen Abend verbringe. Wenn ich was gelesen haben, was inspiriert. Es kann irgendwas sein, was einen Glücksmoment auslöst und mir Freude bereitet.
Das vertreibt die Sorgen aber nur solange, bis diese Freude, bzw. dieser Glücksmoment abklingt. Das kann ein Abend oder ein Tag sein. Aber dann stehen diese Sorgen wieder vor meiner Tür und bitten um Einlass.
2.2 lange
Das wäre für mich, wenn sich meine Lebenssituation dahin ändert, dass ich jeden Tag von dieser Freude überwältigt werde. Eine neue Beziehung, eine alte Beziehung, wo ein neues Feuer aufflammt. Freundschaften, Menschen, Beruf, es muss irgendwas sein, was mich täglich im Alltag aufheitert, worauf ich mich freue.
Die Konsequenz für mich lautet: Herauszufinden, was mich im Alltag glücklich macht. Meine Erkenntnis dieser Woche war, dass ich mein Leben nicht immer um Beziehungen oder anderen Menschen herum aufbauen darf. Wenn ich also etwas finden will, was mich im Alltag glücklich stimmt und meine Sorgen vertreibt, sollte das idealerweise irgendetwas sein, was unabhängig von meinen Mitmenschen ist.
Ich weiß noch nicht was es sein wird, wo es sein wird, aber ich werde so lange suchen, bis ich etwas finde.
Egal ob meine Ehe vor dem Scheitern steht oder eine Kehrtwende kommt. Ich muss mich neu orientieren, auch wenn mir das schwerfallen wird. Wenn ich so weiter mache wie jetzt, kommt vielleicht wieder der Moment, an dem ich mich vor einem Abgrund stehen sehe.
Und wenn ich ehrlich zu mir bin und in mich gehe, muss ich mir tatsächlich die Frage stellen, ob ich erst jetzt vor dem Abgrund stehe oder schon ganze Weile und nur aus Angst die Augen verschlossen habe.

Erkenntnisse dieser Woche

1. Im Selbstmitleid baden hat keinen Sinn

Wenn ich jetzt daran zerbreche, wie es ohne sie weitergehen soll, dann bringt mich das nicht weiter.

2. Ehrlich zu mir sein

Ich sage „ich liebe dich“, weil ich das immer gesagt habe. Seit 13 Tagen haben wir wenig Kontakt, schlafen getrennt, ich sage es nicht mehr und langsam weiß ich selbst nicht mehr was ich noch fühle. Die letzten Jahre habe ich immer versucht ihr alles recht zu machen, mehr auf sie als auf mich zu achten. Das war anstrengend. Und konnte ich es ihr recht machen? – nein.

3. Was will ich

a) Kinder haben
Sie will keine Kinder, wusste ich, habe ich akzeptiert. Hoffentlich werde ich das nicht irgendwann bereuen.

b) Zeit mit meiner Frau verbringen
Tja, ist sie nicht so der Fan von. Abends nach der Arbeit entspannen – gönne ich ihr. Und Wochenende haben wir uns so arrangiert, dass zumindest der Sonntagnachmittag mit ihr mir gehörte. Ganz glücklich stimmt mich das aber nicht.

4. Ich muss umdenken

Nicht die Beziehung darf die wichtigste Säule in meinem Leben sein, ich selbst muss für mich die wichtigste Säule in meinem Leben sein. Ich darf nicht immer alles abhängig von meiner Frau oder anderen Menschen machen. Auf diese Säulen habe ich keinen Einfluss und trotzdem sollen sie mein Leben aufrechterhalten? Lieber nicht.

Nach mir kommt meine Karriere, mein Beruf. Warum? Weil sich leider Geld als Währungsmittel bewährt und durchgesetzt hat. Könnte ich im Supermarkt mit bunten Kieselsteinen oder einem schönen Lehmklumpen zahlen wäre das nicht nötig, ist aber halt leider nicht so. Alleine zu sein ist doof, aber alleine und pleite stell ich mir noch doofer vor. Natürlich darf meine Ehe oder Beziehung nicht darunter leiden, aber genauso wenig darf umgekehrt der Fall eintreten. Ich kann nicht alles hinschmeißen, nur weil es privat scheiße läuft.

5. Ich wünsche mir Kinder

Hatten wir schon.

6. Wie zum Henker hat es der Typ heute im Supermarkt zu so einer Frau und einem Kind geschafft? – Rohypnol?

Alles wird schwerer

Die zwei Tage bis zu unserem Gespräch kamen mir ewig vor. Mir war bewusst, dass es kein schönes Gespräch wird, aber insgeheim hegte ich die Hoffnung, dass alles von einem Moment zum Anderen wieder wie früher wird. Ein irrationaler Gedanke, den ich versucht habe zu unterdrücken, zu verdrängen. Sonntag war es dann soweit, wir haben geredet.

Sie ist unglücklich, verzweifelt, ihre Gedanken überschlagen sich und sie weiß nicht warum. Sie kann mir nicht sagen, ob es an mir oder etwas anderem liegt, sie weiß nur, dass sie nicht mehr kann, dass ihr alles zu viel wird. Sie sagt, es ist nicht meine Schuld, sie weiß, dass ich alles für sie getan habe und tun werde, aber das macht die Sache nur schwerer für sie. Sie gibt sich für fast alles die Schuld und macht sich Vorwürfe. Was mit unserer Immobilie, den Krediten und meinem Eigenkapital passiert – sie will nicht, dass ich wegen ihr viel Geld verliere.

Auf so ein Gespräch ich nicht vorbereitet. So emotional und doch so rational, dass sie trotz der ihrer vielen Probleme, noch so viel Rücksicht auf mich nimmt – ich finde das bewundernswert. Ja, wenn wir alles überstürzen, dann enden wir nicht nur emotional, sondern auch finanziell in einem ziemlichen Chaos. Wir haben uns also emotional, aber sachlich, unterhalten, wie es weitergehen kann. Vorläufig wohnt sie weiter hier, eine zusätzliche Wohnung können wir uns nicht leisten. Sie wird viel auswärts bei Freundinnen schlafen, ich beziehe Quartier im Arbeitszimmer und nutze das Gästebad. In ein paar Monaten sollte sich unser Nettoeinkommen erhöhen, dann wird sie sich eine Wohnung suchen und ausziehen. Erst einmal für ein oder zwei Monate. In der Zeit wird es keinen Kontakt zwischen uns geben, damit sie herausfinden kann, ob sie überhaupt noch mit mir zusammen sein will. Und wenn dem so ist, nähern wir uns wieder, ganz langsam, in kleinen Schritten.

Ich fühlte mich elend, versuchte stark zu sein, ihr Mut zu machen. Habe ihr gesagt, dass wir das alles gemeinsam durchstehen, unabhängig davon wie es endet. Auch habe ich ihr gesagt, dass sie keine Schuldgefühle haben muss oder sich für irgendwas die Schuld geben muss. Ich will nicht dass sie so leidet, denn egal ob es auf das Ende unserer Beziehung zugeht, sie ist immer noch ein Teil von meinem Leben und wird auch hoffentlich immer einer bleiben – wenn vielleicht auch nicht der Wichtigste.

Im Moment versuche ich alles auszublenden, beziehungsweise, nicht ständig darüber nachzudenken. Besonders schlimm ist es abends, wenn ich ins Bett gehe, ein leeres Bett. Da überschwemmen mich die Gedanken. Und wenn ich morgens aufwache, im leeren Bett, folgt kurze Phase der Realisierung und Besinnung. Ich denke ich habe schlecht geträumt, bis mir dann bewusst wird, dass sich alles ändern wird. Das ist so schwer, ich frage mich wie lange es dauern wird, bis ich mich an diese neue Situation „gewöhne“. Gestern war sie zuhause, ich gehe am Wohnzimmer vorbei und ertappe mich für kurzen Moment dabei, wie ich abbiegen, sie kurz umarmen und küssen möchte – was ich normal getan hätte. Unerträglich dieses Gefühl.