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Superkräfte: Ich – Einfach unbeschreiblich der WAHNSINN!

„Misfits“ ist schon ein Knaller. Jugendliche Straftäter, Gemeindearbeit, ein Gewitter, ein Blitz und bääääämm jetzt haben die alle Superkräfte! Hätte ich auch gerne, habe mich aber bisher nicht getraut bei einem Unwetter auf dem nächstgelegenen Hügel Blitzableiter zu spielen.

Ich will aber keine superlangweiligen Kräfte wie fliegen, ultraschnell laufen, Laseraugen, Spinnenseide ausscheiden, Autos durch die Luft werfen und was es sonst noch sinnloses gibt – ja, ist total sinnlos, dann muss ich die ganze Zeit gegen Superschurken kämpfen, da habe ich ja nix davon, außer weniger Freizeit und jeder Menge Stress.

Was hat Misfits also im Angebot:

Eher doofe Superkräfte:

– Zeitreisen:
Sehr schön, Ursache und Wirkung, die Beziehung von Zukunft und Vergangenheit mit ihren Paradoxen. Da bekomme ich ja beim Nachdenken schon Kopfschmerzen und bin noch nicht mal durch die Zeit gereist. Klar könnte ich sagen: Komm, lass uns doch mal Hitler töten. Aber das kann natürlich auch total nach hinten losgehen. Ich verliere einen Gegenstand aus der Zukunft und schwupsdiwups ist die ganze Welt ein drittes Reich. Ich reise in die Vergangenheit um meine Eltern zu sehen, meine Mutter verliebt sich in mich und nicht meinen Vater und ich löse mich in Luft auf, bin aber gleich wieder da, da meine Mutter sich ja nicht in mich verlieben kann wenn es mich nicht gibt, wodurch es mich dann doch wieder gibt, aber auch wieder nicht, weil ich ja, wenn es mich doch wieder gibt in die Vergangenheit reisen werde – sowas von kompliziert dieses Zeitreisen!

– Blick in die Zukunft:
Lottozahlen, Aktienkurse, Trends – ich wüsste alles bereits vorher und wäre richtig schnell richtig stinkreich. Nur wäre ich jetzt ständig damit beschäftige, die Zukunft von mir nahestehenden Personen zu überwachen, damit ich drohendes Unheil von ihnen abwenden kann.
Extrem blöd wird’s aber, wenn ich das Unheil nicht abwenden kann, weil es die gesamte Menschheit betrifft. Eine Zombie-Apokalypse, Alien-Invasion oder der Aufstand von unseren Androiden Hausdienern – nebenbei bemerkt, so eine Zombie-Apokalypse wäre aber schon auch irgendwie cool. Ich sehe das natürlich, baue riesige Bunkeranlagen, lasse Micro-Sonnen entwickeln, die Landwirtschaft unter der Erde ermöglichen und und und. Dann muss ich anfangen Tiere einzufangen – so Arche Noah mäßig. Dann muss ich gucken, welche Wissenschaftler, Forscher, Experten, Arbeiter usw. eingeladen werden. Zusätzlich muss ich aufpassen, dass keiner dieser Menschen die frohe Botschaft des Weltuntergangs im Vorfeld verkündet, was ohnehin schwierig ist, da ich ein riesiges Arsenal umbaue und ständig mit Umweltschützern zu tun habe – aber denen kann ich ja nicht sagen, dass ich die Umwelt langfristig nicht zerstöre, sondern versuche sie zu retten. Viel zu viel Aufwand.

– Unsterblichkeit:
Ja, toll. Stelle ich mir richtig prima vor tausende von Jahren über die Erde zu wandeln. Witzig wäre nur, dass ich im Marianengraben 11 000 Meter unter dem Wasser spazieren gehen könnte. Hätte ich da nicht die Meermenschen Doku gesehen, das war schon irgendwie unheimlich. Finster ist es da unten bestimmt auch ganz schön, da könnte ich mich dann nur noch herumtasten, nix mit Sightseeing oder so. Vermutlich lande ich dann auch noch im Maul von einem uralten Dinosaurierfisch, der schluckt mich runter und ich muss Jahrhunderte warten bis er stirbt, verwest und ich wieder rauskomme. Und dann stehe ich in der Pampa, so in 11 000 Meter Tiefe, habe keine Ahnung wo ich bin und irre nochmal ein- oder zweihundert Jahre herum bis ich den blöden Ausgang finde. Endlich an der Oberfläche stelle ich fest, dass die Erde total verwüstet ist. Also mal wieder losmarschieren und Leben suchen gehen. Wieder ein paar Jahrhunderte später stelle ich dann fest, ne, außer ein paar sehr robusten Kakerlaken ist da nix mehr. Für die bastel ich dann aber kleine Käfige, sofern sich Material findet, und Leinen, halte sie als Haustiere, gehe mit ihnen spazieren und rede viel mit ihnen. Gelegentlich esse ich auch mal eine, weil es sonst nichts zum Essen gibt, außer den ekligen Meermenschen und Dinosaurierfischen in der tiefsten See, wo ich aber nicht mehr runtergehe, wer weiß wie lange es dann wieder dauert bis ich wieder hochkomme.

– Unsichtbarkeit:
Schnarch…. Für einen hauptberuflichen Spanner oder Stalker ist das vermutlich der Jackpot. Aber ich hab doch keine Lust immer nackt durch die Gegend zu tingeln, nur damit ich unsichtbar bin. Eignet sich dann wohl auch für Nudisten, gibts keinen Ärger wenn man mal nackt Spazierengehen will.

– Geschlechtswandlung – also flexibel zwischen Mann Frau wechseln
Ja ist ne Kraft, weiß nicht so recht was daran super sein soll. Würde natürlich die Kosten und den Aufwand einer Geschlechtsumwandlung drastisch reduzieren, jedoch sehe ich hier für mich aktuell auch keinen Bedarf. Das endet am Schluss nur in einer gespaltenen Persönlichkeit, weil man nicht mehr weiß wer von beiden man nun ist wenn man ständig hin und her wechselt. Wobei ich aber vermutlich ne Hammerbraut wäre und dann echt scharfen Sex mit anderen Frauen hätte.

Endlich richtige Superkräfte:

– Bei Berührung Sex:
Du berührst jemanden und er/sie will sofort Sex mit dir haben. Gehts noch cooler? Wenn da nicht ein kleiner Haken an der Sache wäre. Diese Superkraft kann man nicht kontrollieren. Außerdem muss ich zwangsläufig auch mal Männern die Hand schütteln, das wird dann eher unangenehm – zumindest für mich. Und was wenn ich mal ein paar mehr Personen die Hand schütteln muss? Da ist dann Audauer gefragt, aber ab einer gewissen Anzahl macht das sicherlich auch keinen Spaß mehr. Und dann erst die familiären Anlässe, uff! Geburtstage, Festtage, Hände schütteln, Umarmungen – da muss ich ja eingemummt hingehen und darf keine Stelle meines Körper unbedeckt lassen, sonst bin ich im Anschluss traumatisiert, benötige für den Rest meines Lebens psychologische Beratung und will nie wieder Sex.

– Gedankenlesen:
Woohoo! Jeder Mensch ist für mich ein Buch, bei Neugierde lese ich den Klappentext, bei Interesse fang ich an zu blättern, bei Gefallen lese ich es komplett durch und bei Recherche springe ich über das Inhaltsverzeichnis direkt zu den betreffenden Seiten. Das würde alles um so vieles vereinfachen, denn es liegen praktisch immer alle Karten auf dem Tisch. Du lernst jemanden kennen, weißt aber nicht woran du bist? Na schau doch einfach nach! Unschlüssig was dein Date von dir erwartet, wie weit es will dass du gehst, ist der Zeitpunkt für ein „ich liebe dich“ gekommen? Einfach mal einen Blick ins schlaue Buch werfen. Sex mit 100%iger Zufriedenheitsgarantie, Multiple Orgasmen inklusive.
Verstörend wirds natürlich, wenn beim Sex das Buch plötzlich das Bild von einem anderen Mannes anzeigt. Aber das – sicherlich eher geringe – Risiko würde ich in Kauf nehmen.

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Ostern ist klasse, da kann man Sachen im Garten suchen!

Ich hatte mal, in einer unüberlegten Sekunde, die Idee, meiner Frau kurz vor Ostern ein eher zweideutiges Angebot zu machen: „Schatz, soll ich dir an Ostern ein paar Eier im Garten verstecken?“. Sie fand das so richtig super lustig, hat aber dankend abgelehnt. Der Ostersonntag kam und meine Frau hatte eine Überraschung für mich. Ich hätte ihr so ein schönes Angebot gemacht, dass sie heute, nur für mich, etwas ganz besonderes im Garten versteckt hat. Und man mag es nicht glauben, aber auf über 2000qm Grundstücksfläche gibt es erstaunlich viele Stellen, wo man eine Playstation, die normalerweise im Wohnzimmer steht, verstecken könnte.
Ist doch auch schön, wenn man nicht den ganzen Tag in der stickigen Bude sitzt, sondern einfach mal systematisch den Garten erkundet.

Der frühe Vogel fängt mal gar nix, der ist einfach nur müde!

Es gibt so Tage, da kommt man, egal wie oft der Wecker klingelt, einfach nicht aus den Federn. Diese Tage heißen bei mir, Werktage. Sonntage dagegen sehen ganz anders, da mutiere ich zu einem richtigen Frühaufsteher, damit ich dann abends mal nicht so spät einschlafe. Ist doch logisch, danach folgt wieder ein Werktag, da muss ich ausgeruht sein. Zumindest soweit ausgeruht, dass ich realisiere, dass mein Wecker klingelt. Es ist nämlich sehr ärgerlich, wenn man träumt, dass ein sehr penetranter Radiosender im Hintergrund läuft und man sich wünscht, jemand würde dieses verfluchte Ding zum Schweigen bringen. Durch ein jahrelanges und intensives Training habe ich es geschafft, dass mein Körper reflexartig und routiniert den Wecker zum Schweigen bringt, ohne mich dabei aufzuwecken. Darauf bin ich sehr stolz.

Denn ich brauche dieses Schläfchen nach dem Weckerklingeln. Zum Einen, um sicher zu sein, dass ich ausreichend Schönheitsschlaf hatte und somit mein jugendliches, attraktives und zugleich, sehr männliches, Aussehen für meine Frau bewahre. Zum Anderen aber auch, da ich prompt nach dem Einschlafen, in einen komatösen Tiefschlaf falle und nie etwas träume, so müde bin ich. Um nun also regelmäßig meiner Traumwelt einen Besuch abzustatten, bleibe ich einfach noch etwas liegen.

Ich vermute meine Frau hat herausgefunden, wie es in meiner Traumwelt so aussieht – darauf gehe ich nicht näher ein – und hat sich deshalb freiwillig zum täglichen Weckdienst gemeldet. Dieser Gedanke hat mich beunruhigt. Ich habe dann im Internet versucht herauszufinden, ob es vielleicht einen geheimen „Freundinnen und Ehefrauen“-Spionage-Marktplatz gibt. Nein gibt es nicht.

In den ersten Monaten sah der Weckdienst wie folgt aus: Es gab ein Küsschen zum Abschied wenn sie in die Arbeit ging. Ein halbes Jahr später sah der Weckdienst dann so aus: Sie richtete ihre Klamotten nicht am Abend zuvor her, sondern macht morgens das Licht an und begann jetzt erst ihre Kleidung auszuwählen. Wieder ein paar Monate später folgte: Sie macht das Licht an, sucht ihre Kleidung und geht ins Bad. Sie kommt zurück, macht das Licht an und holt wieder etwas. Inzwischen läuft es so: Sie macht das Licht an, holt sich ein Kleidungsstück und geht ins Bad. Da ein Kleidungsstück selten ausreicht, wiederholt sich der Vorgang solange, bis sie angezogen ist. Obwohl ich ihr glaubhaft versichert habe, dass es für jeden Mann ein erfreulicher Anblick wäre, wenn sie mal nicht vollständig bekleidet zur Arbeit ginge, konnte ich sie nicht davon abbringen, dieses Prozedere beizubehalten.

Das finde ich aber gar nicht so schlimm. Denn ich hatte ja, durch die stufenweise Steigerung genug Zeit, mich an das neue morgendliche Stresspensum zu gewöhnen. Und da Frauen ohnehin immer sehr lange im Bad sind, manchmal sogar so lange, dass man sich fragt, ob sie vielleicht, von einer in der Kanalisation lebenden Spezies, durch die Abwasserkanäle entführt wurden, freue ich mich sogar über diese regelmäßigen Lebenszeichen von ihr. Wenn sie jetzt noch aufhören würde, manchmal einen vollen Wäschekorb über mich auszukippen, weil sie etwas in der frisch gewaschenen Wäsche sucht, dann wäre ich sogar ganz zufrieden. Aber was soll ich sagen, Mann gewöhnt sich schließlich an alles.

„Nur wer die Sehnsucht kennt“

Das ist ist ein wunderschönes, aber auch trauriges, Gedicht. Gerade die ersten Zeilen sind so einprägend und voller Wahrheit:

„Nur wer die Sehnsucht kennt,
Weiß, was ich leide!“

Eine so simple und doch tiefgründige Erkenntnis, auf die man erst einmal kommen muss. Mein Leben war immer geprägt von der Sehnsucht, geliebt zu werden. Ich denke dann immer an die letzten Zeilen von „Willkommen und Abschied“:

Und doch, welch Glück, geliebt zu werden,
Und lieben, Götter, welch ein Glück!.

Jeder von uns sehnt sich nach Liebe. Und jeder der das Gegenteil behauptet, hat vergessen was Liebe eigentlich bedeutet. Vermutlich ist unser Leben zu leicht geworden und wir zu bequem. Nicht mehr viele machen sich die Mühe, für eine Beziehung zu kämpfen. Daran zu arbeiten, dass die Herzen wieder im Takt schlagen und man gemeinsam durchs Leben schreitet. Es geht doch auch einfacher! Wir belügen uns selbst, indem wir behaupten, dass wir alleine glücklich sein können. Natürlich können wir das, aber noch glücklicher könnten wir in einer intakten Beziehung sein. Wir alle verändern uns mit der Zeit, deshalb ist es wichtig zu lernen, wie man liebt. Verlieben ist einfach, zu lieben hingegen, ist alles andere als einfach. Liebe macht glücklich, Liebe kann aber furchtbar anstrengend sein. Aber sobald es anstrengend wird, machen wir Schluss und sehen nach vorne. YOLO! Ein neues Lebensgefühl beginnt. Single sein ist IN, die Institution der Ehe zu altmodisch:

Drum prüfe, wer sich ewig bindet,
Ob das Herz zum Herzen findet!
Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang.

Sich ewig binden? Ein schauerhafter Gedanke in unserer kurzweiligen Welt.