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Ein Loch

Die letzten Wochen konnte ich alles sehr gut verdrängen. Doch heute ist so ein Tag, da ist alles mal so richtig total doof. Dieser Tag sich bereits in den letzten Tagen angekündigt.

Sonntag:
Sonntag war ich total neben der Spur. Zu wenig Schlaf, total übermüdet und dann gegen 1 Uhr morgens am Montag stelle ich fest, dass mir in meinem Arbeitsverzeichnis ein ganzer Ordner abhanden gekommen ist. Kein Problem, ich gehe in unser Versionierungstool und stelle fest, dass ich in geistiger Umnachtung einen Ordner gelöscht haben. Ich markiere und verwerfe die Änderungen, stelle dann aber fest, dass ich zusätzlich eine Datei markiert habe, die ich eigentlich nicht zurücksetzen wollte. Tja, einmal gelöscht kann man das nicht mehr rückgängig machen. Ich habe ziemlich geflucht, da ich mehrere Stunden Arbeit verloren habe und es mich furchtbar nervt, alles nochmal machen zu müssen. Schluss und ab ins Bett, bevor noch mehr Unglück passiert.

Monntag:
Mitten bei der Arbeit meinte der Hund – hey, Herrchen sieht so gestresst aus, ich lass ihn mal in Ruhe und pinkel einfach ins Wohnzimmer. Braver Hund! Wenn er nur nicht die Stehlampe und die angrenzende Mehrfachsteckdose eingenässt hätte. Sicherung fliegt, meine Bildschirme werden schwarz. Steckdose raus, Sicherung wieder rein und weiter gehts.
Blöd nur dass mein MacBook bzw. das Betriebssystem immer instabiler geworden ist. Seit Yosemite ganz schlimm. MacBook startet, aber ich komme erst mal eine Stunde nicht mehr ins Netzwerk. Neustarten, Wlan und Lan aktivieren, deaktivieren, neustarten etc.
Dann wollte der Mist endlich wieder, doch stelle ich nun fest, dass mein Browser mit dem ich hauptsächliche arbeite und über dessen Favoriten ich alles speichere nicht mehr ins Internet geht. Toller Google Chrome!
Also angefangen alles auf Firefox und Safari zu übertragen.

Dienstag:
Am Montag hatte ich angefangen einen Bildupload mit zuschneiden (crop) einzubauen. Klasse Idee! Die ersten 10 Tools eingebaut, ausprobiert und nichts funktionierte zufriedenstellend. Dann habe ich eins gefunden und los gings. 12 Stunden später war alles schön formatiert und funktionierte. Ich mache noch weiter und um 3 Uhr heute morgen stelle ich fest, dieses saubl…. Bildupload-Tool geht wieder nicht richtig.
Also wieder den gesamten Code in Einzelteile zerlegt, alles auskommentiert und rückgängig gemacht und die Nadel im Heuhaufen gesucht. Um 4:30 Uhr habe ich dann gesehen, dass eine klitzekleine CSS-Klasse schuld an dem Drama war.

Mittwoch/Heute:
Ich habe gar keine Lust was zu machen. Heute wäre so ein klassischer Sonntag, wo ich einfach mal nichts tun will, außer Zeit mit meiner Liebsten zu verbringen. Ein bisschen aufmunternde Nähe (nicht, nicht das Eine) wie einfach mal drücken oder küssen wäre jetzt prima. Das ist das was mir wirklich am Meisten fehlt, die körperliche Nähe. Ich kann mich zwar ganz gut alleine beschäftigen, aber ab und an brauche ich das einfach auch mal.
Tja, gibts nicht. Playstation 4 starten und ein bisschen Zeit totschlagen. Siehe da, das PSN-Network ist mal wieder nicht erreichbar. Prima, das fühlt sich an wie Weihnachten, da ging auch alles eine Woche lang gar nicht! Nur ist jetzt April und ich habe keine Lust auf Weihnachtsstimmung, dafür ist es noch zu früh.
Na, dann bereite ich mich halt auf die Präsentation vor, die wir morgen vor unserem Coach und seinen Kollegen einer Unternehmensberatung halten müssen, damit er uns auf das Finale des Startup-Wettbewerbs im Mai vorbereitet. Ne Moment, kann ich ja gar nicht. Mein Kollege macht ja die Präsentation, da ich diese Woche die Software fertigstellen muss und ich habe keine Folien bekommen, habe keine Ahnung was darin stehen wird und habe keine Ahnung welche Teile der Präsentation mir zugeteilt wurden.
Was für ein Spaß, ganz ehrlich, kann wieder aufhören, ich hab jetzt genug gelacht.

Der frühe Vogel fängt mal gar nix, der ist einfach nur müde!

Es gibt so Tage, da kommt man, egal wie oft der Wecker klingelt, einfach nicht aus den Federn. Diese Tage heißen bei mir, Werktage. Sonntage dagegen sehen ganz anders, da mutiere ich zu einem richtigen Frühaufsteher, damit ich dann abends mal nicht so spät einschlafe. Ist doch logisch, danach folgt wieder ein Werktag, da muss ich ausgeruht sein. Zumindest soweit ausgeruht, dass ich realisiere, dass mein Wecker klingelt. Es ist nämlich sehr ärgerlich, wenn man träumt, dass ein sehr penetranter Radiosender im Hintergrund läuft und man sich wünscht, jemand würde dieses verfluchte Ding zum Schweigen bringen. Durch ein jahrelanges und intensives Training habe ich es geschafft, dass mein Körper reflexartig und routiniert den Wecker zum Schweigen bringt, ohne mich dabei aufzuwecken. Darauf bin ich sehr stolz.

Denn ich brauche dieses Schläfchen nach dem Weckerklingeln. Zum Einen, um sicher zu sein, dass ich ausreichend Schönheitsschlaf hatte und somit mein jugendliches, attraktives und zugleich, sehr männliches, Aussehen für meine Frau bewahre. Zum Anderen aber auch, da ich prompt nach dem Einschlafen, in einen komatösen Tiefschlaf falle und nie etwas träume, so müde bin ich. Um nun also regelmäßig meiner Traumwelt einen Besuch abzustatten, bleibe ich einfach noch etwas liegen.

Ich vermute meine Frau hat herausgefunden, wie es in meiner Traumwelt so aussieht – darauf gehe ich nicht näher ein – und hat sich deshalb freiwillig zum täglichen Weckdienst gemeldet. Dieser Gedanke hat mich beunruhigt. Ich habe dann im Internet versucht herauszufinden, ob es vielleicht einen geheimen „Freundinnen und Ehefrauen“-Spionage-Marktplatz gibt. Nein gibt es nicht.

In den ersten Monaten sah der Weckdienst wie folgt aus: Es gab ein Küsschen zum Abschied wenn sie in die Arbeit ging. Ein halbes Jahr später sah der Weckdienst dann so aus: Sie richtete ihre Klamotten nicht am Abend zuvor her, sondern macht morgens das Licht an und begann jetzt erst ihre Kleidung auszuwählen. Wieder ein paar Monate später folgte: Sie macht das Licht an, sucht ihre Kleidung und geht ins Bad. Sie kommt zurück, macht das Licht an und holt wieder etwas. Inzwischen läuft es so: Sie macht das Licht an, holt sich ein Kleidungsstück und geht ins Bad. Da ein Kleidungsstück selten ausreicht, wiederholt sich der Vorgang solange, bis sie angezogen ist. Obwohl ich ihr glaubhaft versichert habe, dass es für jeden Mann ein erfreulicher Anblick wäre, wenn sie mal nicht vollständig bekleidet zur Arbeit ginge, konnte ich sie nicht davon abbringen, dieses Prozedere beizubehalten.

Das finde ich aber gar nicht so schlimm. Denn ich hatte ja, durch die stufenweise Steigerung genug Zeit, mich an das neue morgendliche Stresspensum zu gewöhnen. Und da Frauen ohnehin immer sehr lange im Bad sind, manchmal sogar so lange, dass man sich fragt, ob sie vielleicht, von einer in der Kanalisation lebenden Spezies, durch die Abwasserkanäle entführt wurden, freue ich mich sogar über diese regelmäßigen Lebenszeichen von ihr. Wenn sie jetzt noch aufhören würde, manchmal einen vollen Wäschekorb über mich auszukippen, weil sie etwas in der frisch gewaschenen Wäsche sucht, dann wäre ich sogar ganz zufrieden. Aber was soll ich sagen, Mann gewöhnt sich schließlich an alles.