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Arbeit rockt…

Bei uns duzen sich alle, egal welche Position im Unternehmen, jeder ist automatisch per du. Klasse! „He du“ klingt auch viel besser als „He Sie“, also falls ich mal wieder einen Namen vergesse -wobei ich die meisten Namen noch gar nicht kenne (und vermutlich auch nie kennen werde). Sorgen mache ich mir bezüglich der political correctness, will ja meine Probezeit überstehen und auch nicht zum Personaler zitiert werden. Darf ich zum Beispiel sagen, dass ich jetzt abends im Fitnessstudio immer einen Typen treffe, der voll die Pussy ist? Glaube nicht. Aber Muschi erscheint mir auch unangebracht. Wobei es sogar einen prominenten Politiker gibt der seine Frau so nennt, wieso sollte ich dass dann nicht sagen dürfen. Meistens gucken die Leute schon komisch, wenn ich damit lautstark die Sichtung einer Katze verkünde. Und dann die vielen Fettnäpfchen, glaube der Bewerbungsprozess läuft eigentlich noch weiter, zum Beispiel beim Ausfüllen des Mitarbeiter-Profils fürs Intranet (ja, sollen wir machen). Mein Lieblingswitz? Hab keinen. Kenne aber je einen Witz über Polen, Frauen, Blondinen und Chinesen. Befürchte aber dass das eventuell missverstanden werden könnte und suche einen Witz der sich keines Klischees bedient. Mein Lieblingsmotto? Frage Google nach einem witzigen Motto:

  • Lieber lesbisch lebensfroh, als verklemmt und hetero.
  • Nur die Harten kommen in den Garten, nur die härteren bekommen die Gärtnerin.
  • Have a Problem? Make a Point. Take it easy, Smoke a Joint!
  • Mädchen sind wie Milch, wenn man sie stehen lässt werden sie sauer.

Blödes Google, wird auch immer unzuverlässiger. Nächste Frage, was wollte ich schon immer machen? Ganz klar, zwei Frauen… typischer Männertraum, jeder Mann vom Geschäftsführer bis zum Praktikanten hätte mir zugestimmt, verkneife es mir aber. Echt knifflig das humorvoll auszufüllen.

Es wird also Berlin…

32 Stunden. 32 Stunden seit meinem Einstellungsgespräch. 32 Stunden seit dem ich die Konditionen des Jobangebots kenne. 32 Stunden, 1 1/2 Tage – sollten da die Panikattacken nicht langsam nachlassen?

Wieso habe ich diese Frage auch mit „ja“ beantwortet. Hätte ich nicht tun sollen. Aber wenn man bei einem Vorstellungsgespräch etwas gefragt wird und die einzig offensichtlich richtige Antwort „ja“ lautet, dann sagt man halt nicht „nein“. Selber Schuld, hätte ich beim Powerball die richtigen Zahlen getippt, dann wäre ich nun 1,3 Mrd Euro reicher, könnte damit die Firma aufkaufen und den Arbeitsvertrag an meine Wünsche anpassen.

Schreibe nun eine Liste warum Berlin toll ist und ich mich auf den Umzug in 8 bis 10 Wochen freuen sollte.

  1. Herr Lehmann – das Buch war super!
  2. Horst Evers – seine Bücher sind auch super!
  3. in Arbeit
  4. kommt noch
  5. fällt mir bestimmt was ein
  6. hier auch
  7. puh
  8. auf jeden Fall fülle ich diesen Punkt noch aus
  9. und den hier
  10. läuft bei mir

Parallel dazu arbeitet mein Unterbewusstsein an einer Liste, warum das total blöd wird. Ich muss zugeben, dass mein Unterbewusstsein ziemlich ehrgeizig ist und extrem flott vorankommt. Wirklich beeindruckend!

Werde wohl mal ein paar Informationen zu Berlin sammeln. Fragen wie  „Darf man nachts alleine auf die Straße gehen? Wenn ja, warum und wenn nein, überall gefährlich?“ müssen geklärt werden. Außerdem muss ich den optimalen Wohnort ermitteln. Bezahlbar, Einkaufsmöglichkeiten, Fitnessstudio, Arbeit – mal meine Studienunterlagen durchgehen und herausfinden welcher Algorithmus sich hierfür am Besten eignet.