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Feiertagsstau: Training für das Osterei

Meine Güte, heute war die Bude wieder voll. Augenscheinlich Alibitraining, quasi Fastenzeit vergeigt und jetzt noch schnell die letzten 40 Tage des Fastens und Betens mit dem heutigen Training wieder reinholen. Anders kann ich mir das jedenfalls nicht erklären, denn die meisten der Gesichter habe ich entweder noch nie oder schon länger nicht mehr gesehen – und unser Studio ist wohlgemerkt ziemlich klein, also einfach übersehen ist sozusagen unmöglich.

Erwähnte ich bereits dass wir jedes Gerät nur einmal haben? Mensch das nervt vielleicht, zumindest an Tagen wie diesen. Ich sage nur Supersatz. Da verteile ich extra meine ganzen Klamotten die ich am Leib trage – und zusätzlich mein Handtuch – auf exakt diese zwei Geräte, damit auch ja jeder mitbekommt dass ich in den nächsten 5 bis 6 Minuten hier am Trainieren bin, dann komme ich vom ersten Supersatz zurück zu Gerät Nummer 1 und höre „dein Handtuch habe ich dir dort drüben hingelegt“. Ach Menno, und antworte „Oh danke, das ist aber nett“. Ich kann der älteren Dame einfach nicht böse sein, die macht immer so ein freundliches „Huhu“-Winken wenn ich ins Studio komme und mein „Servus“ in die Runde werfe. Vielleicht ruft sie auch laut „Huhu“, aber da ich bereits meine Beschallung im Ohr habe kriege ich so etwas natürlich nicht mit – registriere aber trotzdem wer nickt, winkt, die Lippen bewegt oder auf andere Weise in Ekstase verfällt.

Jedenfalls war heute nicht nur Würstchenparade – hätte echt gerne mal eine eigene Umkleide, das sind mir einfach zu viele Schniedel auf zu engem Raum; kleines Studio, noch kleinere Umkleide und noch klein… ach ne, das lass ich jetzt mal lieber; aber ist schon unangenehm wenn ich auf dem Weg zu meinem Spind erst mal diverse nackte Körperteile verschwitzter – äußerst behaarter – älterer Männer streifen muss; ja mal ganz ehrlich, müssen die wirklich jedes Mal in die Sauna gehen; glaube ja die kommen nur wegen der Sauna ins Fitnessstudio; für so viel verschwitze nackte Männerhaut bin ich definitiv zu prüde oder zu jung oder sexuell zu unflexibel – jedenfalls war heute auch Nippelschau. Ja, da spitzen die Männer normalerweise ihre Lauscherchen wenn sie so etwas hören. Aber ich sag mal – mööööööp. Es waren natürlich Männertitties und Männernippel. Also erzählen sollte ich das ja niemanden, erst diese neuen anstößigen Sex-Schaukel-Fitness-Ja-Was-Weiß-Ich-Was-Das-Für-Perverse-Geräte-Sind, schwitzige nackte Männerhaut, jetzt Männerbrüste. Ich trau mich da abends bald nicht mehr rein wenn das so weitergeht. Vermutlich bin ich gar kein Mitglied im Fitnessstudio, sondern im örtlichen Swingerclub und das ganze dient nur zur Tarnung. Naja, jedenfalls wanderten die Tank-Tops – da muss ich immer lachen, warum weiß ich leider nicht, aber Tank-Tops, ach du liebes Lieschen – heute immer weiter nach unten, was dann die kleinen Braunen-Dinger zum Vorschein brachte. Wieso man bereitwillig für so einen Stofffetzen 40 Euro bezahlt ist mir nicht ganz klar, bei KiK oder Takko bekomme ich für das gleiche Geld ungefähr 100 T-Shirts oder so.

Auf die „Oh ist das schwer“-Dame, laut Autokennzeichen ist sie Ende 20 – habe ich erwähnt wie klein unser Studio ist? Der Parkplatz ist auch nicht viel größer – habe ich vor ein paar Tagen auch reagiert. Wieder kam ein „oh ist das schwer“ und noch irgendwas, aber ich habe ehrlich gesagt nicht richtig aufgepasst. Wollte nicht wieder unhöflich sein, habe deshalb etwas ausführlicher geantwortet „mhm, ja, hmm, kommt mit der Zeit“. Hatte Angst dass das kein Ende nimmt und ich mich irgendwann in der Fortsetzung von „Und täglich grüßt das Murmeltier“ wiederfinde. Gut, um ehrlich zu sein bin ich für den Bruchteil einer Sekunde – vielleicht auch etwas länger als einen Bruchteil – in einem Tagtraum versunken und habe mich gefragt, ob ich dieser Unterhaltung etwas aufgeschlossener gegenüber stünde, wenn sie ihre Freundin – die trainierte direkt hinter ihr; hab ich erwähnt wie klein unser Studio ist? – mit ins Boot holen würde….. Wo war ich stehen geblieben, bin kurz in Gedanken abgedriftet. Ach ja, nein, änderte nichts daran. Warum eigentlich nicht. Ach ja, beide nicht mein Typ. Wobei Minus Mal Minus zu Plus wird, vielleicht wäre also nicht mein Typ und nicht mein Typ zu voll mein Typ geworden? Aber erst mal so weit kommen und dann wäre nicht mein Typ und nicht mein Typ am Ende zweimal nicht mein Typ geworden, ja da hätte ich mir dann aber ganz schön was eingebrockt, aus so einer Nummer muss man dann auch erst mal wieder rauskommen, deshalb will ich da gar nicht erst reinkommen.

Ostern ist klasse, da kann man Sachen im Garten suchen!

Ich hatte mal, in einer unüberlegten Sekunde, die Idee, meiner Frau kurz vor Ostern ein eher zweideutiges Angebot zu machen: „Schatz, soll ich dir an Ostern ein paar Eier im Garten verstecken?“. Sie fand das so richtig super lustig, hat aber dankend abgelehnt. Der Ostersonntag kam und meine Frau hatte eine Überraschung für mich. Ich hätte ihr so ein schönes Angebot gemacht, dass sie heute, nur für mich, etwas ganz besonderes im Garten versteckt hat. Und man mag es nicht glauben, aber auf über 2000qm Grundstücksfläche gibt es erstaunlich viele Stellen, wo man eine Playstation, die normalerweise im Wohnzimmer steht, verstecken könnte.
Ist doch auch schön, wenn man nicht den ganzen Tag in der stickigen Bude sitzt, sondern einfach mal systematisch den Garten erkundet.