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Und ich bin’s doch

Seitdem wir umgezogen sind haben wir mehr Platz. Weniger Platz wäre auch blöd gewesen, zahlen ja jetzt auch mehr Miete. Weniger Miete für mehr Platz wäre auch okay gewesen, war aber gerade nichts verfügbar. Und sowas nennt sich Großstadt, tztztz, gab‘s sogar bei mir am Dorf, da wollten wir aber nicht hinziehen, dann könnte ich ja nicht mehr Berlinern. Außerdem müsste ich ständig dolmetschen, denn mit bayerisch hat sie so ihre Probleme. Ich spreche zum Glück kein bayerisch, nur ein bisschen und wenn dann meistens nur unabsichtlich, z.B. wenn ich jemanden mit einem höflichen „Grüß Gott“ begrüße, die Trittleiter wieder als Staffelei bezeichne, im Sommer an einen Weiher will oder mir mal wieder ’ne Semmel kaufe . Wenn Schwiegervater witzig sein will, dann fragt er ob’s zum Kuchen auch Schlagobers gibt. Eine Anspielung auf meine bayerischen Wurzeln. Weise ihn dann darauf hin, dass das nicht Bayern, sondern ein anderes Bundesland ist, wobei ick och so‘n Schlagobers nehmen würd. Darauf meine Freundin, ich soll endlich aufhören zu Berlinern, weil ich’s nicht kann. Etwas nicht zu können hat mich noch nie davon abgehalten es trotzdem zu tun. Screw it just do it. Findet sie nicht witzig. Ihre Eltern übrigens auch nicht. Zum Glück rettet sie die Situation mit einem „Er denkt immer, dass er witzig ist, ist er aber nicht.“. Ach ja! Ach ja!! Na und? Witzigkeit kennt keine Grenzen, Witzigkeit kennt kein Pardon!