Archiv der Kategorie: Geschichten aus dem Leben mit einer Frau

Hilfe, die Schwiegerfamilie ist los!

Es ist Samstagnachmittag und ich statte meiner Schwiegermutter einen Besuch ab. Meine Frau bleibt zu Hause, denn ihr liegen Kuchennachmittage nicht so. Mir persönlich eigentlich auch nicht, aber einer muss den familiären Verpflichtungen nachkommen und zumindest ich bringe hierfür die nötige Geduld mit.

Bei Schwiegermutti angekommen erzählt sie mir, dass sie heute auf dem Balkon einer Hummel das Leben gerettet hat. Ich frage sie, wie sie denn das geschafft hätte. Die Hummel trieb hilflos auf offener See in einem, mit Wasser angestauten, Untertopf, beherzt zwickte Schwiegermutter dann ein Blatt von einer Pflanze ab und rette die Hummeln aus ihrer Not. Ich sage das ist prima, aber die Geschichte geht ja noch weiter. Die Hummel weiß nämlich dass meine Schwiegermutti sie gerettet hat und fliegt ihr schon seit heute Vormittag aus Dankbarkeit hinterher. Ich wittere eine Story für Bild und frage wo die Hummel denn nun sei. Draußen im Garten und immer wenn sie in den Garten geht fliegt die Hummel wieder zu ihr hin. Jetzt bin ich skeptisch und frage, wie sie denn die Hummel erkennen würde. Na, weil sie doch im Garten zu ihr hinfliegt – logisch, da hätte ich doch eigentlich selbst drauf kommen können.
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Und jährlich grüßt…

Ein Novembermorgen, viel zu kalt zum Aufstehen. Mein Smartphone zeigt mir fünf verpasste Anrufe von „Ärger“ an. Wieder einer der Momente in denen ich mich frage, wieso diese Dinger eigentlich „smart“ im Namen stehen haben. Mein Nokia 3310 konnte zwar keine Videos abspielen oder Fotos machen, aber zumindest meine Kontakte hat es korrekt abgespeichert. Inzwischen ist meine Kontaktliste zu einem Sammelsurium von Fantasienamen geworden. Aus dem schnellen SMS-Tippen, das ich früher wohlgemerkt blind mit einer Hand gemacht habe, ist eine herausfordernde Aufgabe geworden die meine ganze Aufmerksamkeit, zwei Hände und gefühlt das dreifache an Zeit erfordert. Zumindest kann ich nun meine Emotionen nicht nur verbal mit *lach*, *grins*, *freu* und *wink* ausdrücken sondern visuell mit Emoticons hervorheben. Ok, in der Theorie könnte ich das, in der Praxis überfordert mich die Anzahl der mir zur Verfügung gestellten Smileys, Badleys, Angrys etc. Von den ca. 60 Stück die mir angezeigt werden, kann ich exakt fünf richtig zuordnen. Dazu kommen dann noch Emoticons für Wasser, Haus, Auto und jedes andere Wort dass mir die Autokorrektur als Grafik vorschlägt. Ein Kurs diesbezüglich wird mir in der Uni leider nicht angeboten, vielleicht sollte ich von wirtschaftswissenschaftlichen Zweig in die Linguistik wechseln. Bringt aber nix habe ich festgestellt, dort sieht das Kursangebot bezüglich Smileys auch eher mau aus. Ich werde jetzt einfach noch ein paar Jahre warten und wenn wir es geschafft haben, die verbale Vielfalt unserer Schrift durch kleine Icons zu degenerieren wird auch hier ein Kurs angeboten – dann fange ich halt einfach noch mal ein neues Studium an, hilft ja nicht.
Ich könnte zwar meine Autokorrektur auch deaktivieren, aber da bin ich dann zu stur, wenn mir dieses Ding helfen soll alles smarter zu gestalten werde ich es auch nutzen – nur unter Protest, aber ich nutze es.
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Einkaufsbummel – Der ganz normale Wahnsinn!

Endlich Wochenende. Es gibt viel zu tun, denn die bestellte neue Staffel von 24 ist angekommen und die sieht sich schließlich nicht von allein an. Meine Frau sieht das anders, sie will bummeln. Bummeln bedeutet bei mir, an den Geschäften vorbei schlendern und die Schaufenster bewundern. Auch das sieht meine Frau etwas anders. Wir schlendern zwar, bleiben aber überall stehen und probieren alles an. Ein richtiger Spaß, dieses Bummeln. Ich schlage also vor, dass wir abstimmen. Wir stimmen ab, sie erhält aber mehr Stimmen als ich. Ich frage mich, wie kann das sein? Komme aber zu keiner schlüssigen Erklärung.
Also erst einmal frühstücken. Frühstück ist bekanntlich die wichtigste Mahlzeit des Tages. Das finde ich auch. Also Kaffee aufbrühen und eine rauchen. Meine Frau macht sich ein Obstschälchen. Na toll, geht ja schon mal gut los, das dauert natürlich wieder ewig. Während ich also frühstücke, rechne ich mir aus, ob ich meine Pläne für dieses Wochenende noch umsetzen kann. Könnte klappen. Ich bin fertig mit frühstücken, meine Frau schnippelt noch munter Obst. Jetzt wird das Obst mit einem gesunden und Abwehrkräfte unterstützenden Joghurt angereichert. Sieht ja lecker aus, also mache ich mir auch noch ein zweites Frühstück zurecht.
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Vom Single zum Ehemann! Das erste Date bei mir zu Hause

Ich Sachen Liebe war ich ein unbedarfter junger Mann, zumindest bis ich meine Frau kennenlernte. Es kam nämlich der Tag, an dem wir uns das erste Mal bei mir zu Hause trafen. Bereits Tage vorher beginne ich mit den Vorbereitungen, für den perfekten Abend.

Tag 1, Müllentsorgung. Ich persönlich betrachte ein größere Pfandflaschenansammlung nicht als Müll, sondern eher als Kapitalanlage oder Rentenfonds, aber mit dieser Meinung stehe ich meistens alleine da. Also einsammeln und ab damit in mein Kellerabteil.
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Ostern ist klasse, da kann man Sachen im Garten suchen!

Ich hatte mal, in einer unüberlegten Sekunde, die Idee, meiner Frau kurz vor Ostern ein eher zweideutiges Angebot zu machen: „Schatz, soll ich dir an Ostern ein paar Eier im Garten verstecken?“. Sie fand das so richtig super lustig, hat aber dankend abgelehnt. Der Ostersonntag kam und meine Frau hatte eine Überraschung für mich. Ich hätte ihr so ein schönes Angebot gemacht, dass sie heute, nur für mich, etwas ganz besonderes im Garten versteckt hat. Und man mag es nicht glauben, aber auf über 2000qm Grundstücksfläche gibt es erstaunlich viele Stellen, wo man eine Playstation, die normalerweise im Wohnzimmer steht, verstecken könnte.
Ist doch auch schön, wenn man nicht den ganzen Tag in der stickigen Bude sitzt, sondern einfach mal systematisch den Garten erkundet.

Der frühe Vogel fängt mal gar nix, der ist einfach nur müde!

Es gibt so Tage, da kommt man, egal wie oft der Wecker klingelt, einfach nicht aus den Federn. Diese Tage heißen bei mir, Werktage. Sonntage dagegen sehen ganz anders, da mutiere ich zu einem richtigen Frühaufsteher, damit ich dann abends mal nicht so spät einschlafe. Ist doch logisch, danach folgt wieder ein Werktag, da muss ich ausgeruht sein. Zumindest soweit ausgeruht, dass ich realisiere, dass mein Wecker klingelt. Es ist nämlich sehr ärgerlich, wenn man träumt, dass ein sehr penetranter Radiosender im Hintergrund läuft und man sich wünscht, jemand würde dieses verfluchte Ding zum Schweigen bringen. Durch ein jahrelanges und intensives Training habe ich es geschafft, dass mein Körper reflexartig und routiniert den Wecker zum Schweigen bringt, ohne mich dabei aufzuwecken. Darauf bin ich sehr stolz.

Denn ich brauche dieses Schläfchen nach dem Weckerklingeln. Zum Einen, um sicher zu sein, dass ich ausreichend Schönheitsschlaf hatte und somit mein jugendliches, attraktives und zugleich, sehr männliches, Aussehen für meine Frau bewahre. Zum Anderen aber auch, da ich prompt nach dem Einschlafen, in einen komatösen Tiefschlaf falle und nie etwas träume, so müde bin ich. Um nun also regelmäßig meiner Traumwelt einen Besuch abzustatten, bleibe ich einfach noch etwas liegen.

Ich vermute meine Frau hat herausgefunden, wie es in meiner Traumwelt so aussieht – darauf gehe ich nicht näher ein – und hat sich deshalb freiwillig zum täglichen Weckdienst gemeldet. Dieser Gedanke hat mich beunruhigt. Ich habe dann im Internet versucht herauszufinden, ob es vielleicht einen geheimen „Freundinnen und Ehefrauen“-Spionage-Marktplatz gibt. Nein gibt es nicht.

In den ersten Monaten sah der Weckdienst wie folgt aus: Es gab ein Küsschen zum Abschied wenn sie in die Arbeit ging. Ein halbes Jahr später sah der Weckdienst dann so aus: Sie richtete ihre Klamotten nicht am Abend zuvor her, sondern macht morgens das Licht an und begann jetzt erst ihre Kleidung auszuwählen. Wieder ein paar Monate später folgte: Sie macht das Licht an, sucht ihre Kleidung und geht ins Bad. Sie kommt zurück, macht das Licht an und holt wieder etwas. Inzwischen läuft es so: Sie macht das Licht an, holt sich ein Kleidungsstück und geht ins Bad. Da ein Kleidungsstück selten ausreicht, wiederholt sich der Vorgang solange, bis sie angezogen ist. Obwohl ich ihr glaubhaft versichert habe, dass es für jeden Mann ein erfreulicher Anblick wäre, wenn sie mal nicht vollständig bekleidet zur Arbeit ginge, konnte ich sie nicht davon abbringen, dieses Prozedere beizubehalten.

Das finde ich aber gar nicht so schlimm. Denn ich hatte ja, durch die stufenweise Steigerung genug Zeit, mich an das neue morgendliche Stresspensum zu gewöhnen. Und da Frauen ohnehin immer sehr lange im Bad sind, manchmal sogar so lange, dass man sich fragt, ob sie vielleicht, von einer in der Kanalisation lebenden Spezies, durch die Abwasserkanäle entführt wurden, freue ich mich sogar über diese regelmäßigen Lebenszeichen von ihr. Wenn sie jetzt noch aufhören würde, manchmal einen vollen Wäschekorb über mich auszukippen, weil sie etwas in der frisch gewaschenen Wäsche sucht, dann wäre ich sogar ganz zufrieden. Aber was soll ich sagen, Mann gewöhnt sich schließlich an alles.

Wir lieben uns und darum quält sie mich

Wir sind bei der besten Freundin meiner Frau zu Hause und verbringen gemeinsam einen gemütlichen Abend. Mit anderen Worten, die Zwei lästern über den Freund der Freundin. Wieso bin ich dabei? Ich weiß es nicht, vermutlich habe ich in geistiger Umnachtung irgendetwas zugestimmt. Das ist nicht das erste Mal.
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Der Rasierklingenmörder

Ein herrlicher Morgen, er schreit förmlich nach einer Dusche, obwohl es eigentlich schon Mittag ist. Aber als Student nimmt man das nicht so genau. Ich schwinge mich ins Bad, ziehe mein T-Shirt aus und bewundere meinen Astralleib am Waschbecken im Spiegel. Mein erster Blick fällt auf mein Six-Pack, beziehungsweise, an die Stelle wo eines entstehen soll. Läuft! War eine clevere Idee die Fernbedienung einfach bei meinen Füßen zu platzieren wenn ich auf der Couch liege. Ein Sklave der Unterhaltungsindustrie? Nicht mit mir. Das Recht zu wählen war mir schon immer wichtig. Nächste Aufgabe, Beinmuskulatur trainieren. Angefangen habe ich damit schon, mein Schreibtischstuhl sinkt bereits weiter in Richtung Bodennähe. Man spürt förmlich wie sich die Oberschenkelmuskulatur beim Aufstehen anspannt. Schaffe ich es jetzt noch mein Hantelset in unsere Wohnung hochzutragen, dann hätte ich wirklich die perfekte Ausgangssituation. Im Moment liegen die Dinger im Treppenhaus im ersten Stock. Ich denke bis Ende dieser Woche schaffen sie es noch in den Zweiten. Die sind aber auch sau schwer, glaubt man gar nicht.
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Pass auf wo du hinsteigst, da vorne steht ein Fettnäpfchen!

Ich sitze im Wintergarten, genieße die ersten Sonnenstrahlen des Tages und trinke eine Tasse frischgebrühten Kaffee. Meine Frau ist im Bad, zumindest war sie da vorhin noch, inzwischen könnte sie die Koffer gepackt haben und über alle Berge sein. Einen kurzen Moment lasse ich diesen absurden Gedanken auf mich wirken, verwerfe ihn aber gleich wieder. Ertappe mich dann aber doch dabei, wie ich auf meinem Smartphone versuche herauszufinden, ob es die Sendung „Bitte melde dich“ noch gibt. Dann stelle ich mir vor, wie ich mit einer handvoll Kinder, die ich mir von Verwandten und Freunden ausgeliehen habe, eine rührselige Geschichte zum Besten gebe. Im Rampenlicht des Medienrummels wird mein eigentliches Potenzial erkannt. Interviews, Talkshows, meine Geschichte als Spielfilm, eine neue Staffel des Bachelors, ich in Hollywood, ich…
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Wir lieben uns, müssen aber nicht alles verstehen

Es ist Wochenende, meine Frau ist zuhause und ich vertreibe mir meine Zeit mit Männersachen. Mit anderen Worten, ich sitze am Computer und bin über einen SSH-Zugang mit meinem Linux-Server verbunden. Oder wie sie es liebevoll anderen Leuten beschreibt: er sitzt vor seinem Monitor und schaut auf ein schwarz/weißes Fenster mit viel Text. Ja, das stimmt. Ich habe nämlich festgestellt, dass mir True Color mit seinen 17 Millionen Farben gar nicht so gut gefällt, deshalb stelle am Wochenende meinen Monitor gerne mal auf Monochrom um.
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